Neuzulassungen März Privatkunden und Autovermieter treiben den Markt

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die Privatkäufer wenden sich dem E-Antrieb zu, die Vermieter bleiben dem Verbrenner verbunden – und zusammen treiben sie den Neuwagenmarkt um 16 Prozent in die Höhe. Eine Kurzanalyse der Neuzulassungen im März.

Auf dem Weg zu den Privatkunden: Dieses  Neuwagen-Segment hat im März stark zugelegt. (Bild:  Grimm – privat)
Auf dem Weg zu den Privatkunden: Dieses Neuwagen-Segment hat im März stark zugelegt.
(Bild: Grimm – privat)

Der Sprung des deutschen Neuwagenmarkts im März hat sich aus verschiedenen Quellen gespeist, wie aus einer Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht. Die verschiedenen Vertriebskanäle haben zwischen 3 und 38 Prozent zugelegt. Auch die durch echte Nachfrage getriebenen Kanäle der Privat- und Gewerbezulassungen waren beide deutlich im Plus.

Interessant ist dabei das Wachstum im Privatmarkt. In diesem Kanal legten die Absatzzahlen um 22,2 Prozent zu, was insofern erstaunt, als die Kunden in Krisenzeiten eher zum Konsumverzicht und Sparen neigen. Aus Sicht von Dataforce macht sich an dieser Stelle die Elektroförderung bemerkbar. Allerdings gibt es auch deutlich profanere Gründe für das große prozentuale Plus – nämlich sehr schwache März-Zahlen im Vorjahr. Zudem stand statistisch in diesem März ein Arbeitstag mehr zur Verfügung.

Über die Privatzulassungen kamen annähernd 19.000 Neuwagen mehr auf die Straßen als im Vorjahresmonat – insgesamt legte das Marktvolumen um 40.650 Einheiten zu. Ein weiterer deutlicher Absatzschub kam über die Autovermieter zustande. Den Dataforce-Zahlen nach nahmen sie im März 2026 fast 40.600 Neuwagen ab – 38,1 Prozent oder 11.200 Einheiten mehr als im Monat des Vorjahres.

Wirtschaft lässt Vorsicht walten

Auch der zweite große Nachfrage-getriebene Absatzkanal, das Gewerbekundengeschäft, legte im März zu. Mit 8,6 Prozent blieb das Plus allerdings deutlicher unter dem Marktdurchschnitt. Es ist ein Anzeichen für die weiterhin bestehende Investitionszurückhaltung in der Wirtschaft.

Dafür spricht auch, dass die Hersteller und die Händler nicht mit allen Mitteln Neuwagen in den Markt gedrückt haben. Die Eigenzulassungen der Händler legten nur leicht um 2,6 Prozent zu. Die Hersteller steigerten ihre taktischen Zulassungen immerhin um 14,6 Prozent. Zusammengenommen fanden auf diese Weise 69.857 Neuwagen ihren Weg auf die Straßen. Das waren 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Anstieg der Elektromobilität wird laut Dataforce vor allem im Privatkundenmarkt spürbar. In diesem Absatzkanal erhöhte sich die Zahl der E-Fahrzeuge um 123 Prozent von 14.000 auf 31.500 Einheiten. Im Gegensatz dazu verloren die Plug-in-Hybride bei den Privatkunden sogar an Zuspruch (-4 %). Verbrenner waren vor allem bei den Vermietern gefragt, die rund 80 Prozent aller Vermieter-Zulassungen stellen.

Leichtes Plus im Transportermarkt

Nicht ganz so rund lief es im Markt für Transporter und Pkw-Utilities, wobei die Neuzulassungen dennoch um 4 Prozent stiegen. Wachstumsmotor war in dieser Sonderbetrachtung ebenfalls die Elektromobilität, die bei den Haltern leichter Nutzfahrzeuge bislang eher verhalten ankommt. Im März kletterten die Elektrozulassungen um fast 50 Prozent, trotzdem stellen sie bislang gerade mal ein Zehntel der Transporterzulassungen (Gesamtmarkt: 24 %).

Im Gegensatz zum Pkw-Markt waren vor allem aber die Autovermieter und der Fahrzeughandel für das Wachstum im Markt verantwortlich (+21 % und +7 %, größte Volumengewinne). Der Privatmarkt blieb vergleichsweise zurückhaltend (+3 %). Das Wachstum kommt also erneut eher aus Kanälen, die weniger die reale Marktnachfrage abbilden und ein Hinweis für vermehrte Zulassungen über taktische Kanäle sind. Flotten und Fahrzeugbau zeigten kaum Veränderungen zum Vorjahr (beide +1 %).

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