Suchen

Rheinland-Pfalz erteilt blauer Plakette eine Absage

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Das Thema Diesel ist überall: In Montabaur bei der ZDK-Mitgliederversammlung sprach sich der Verband klar gegen Fahrverbote aus. Dabei erhielt er Rückdeckung von der Wirtschaftsstaatssekretärin aus Rheinland-Pfalz.

Firmen zum Thema

Daniela Schmitt, Staatssekretärin Rheinland-Pfalz, erteilte einer Blauen Plakette eine klare Absage.
Daniela Schmitt, Staatssekretärin Rheinland-Pfalz, erteilte einer Blauen Plakette eine klare Absage.
(Bild: Zietz)

Während immer mehr Städte über ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge nachdenken wie ganz aktuell München, hat der ZDK einer Aussperrung erneut eine klare Absage erteilt. Dabei erhält er prominente Rückendeckung: Auch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt sprach sich gegen Fahrverbote aus.

„Mit uns wird es eine Blaue Plakette und den damit verbundenen Fahrverboten in rheinland-pfälzischen Innenstädten nicht geben“, kündigte die Staatssekretärin im Rahmen der ZDK-Mitgliederversammlung in Montabaur. „Es kann nicht sein, dass ein Fahrzeug, das vor wenigen Jahren in gutem Glauben erworben wurde, in bestimmten städtischen Zonen mit einem Betriebsverbot belegt wird.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Schmitt verwies auf einen geplanten Runden Tisch auf Bundesebene, der sich mit den Fragen der Technik und der Finanzierung einer Umrüstung von älteren Dieselfahrzeugen auseinandersetzen werde.

Zur Verbesserung der Luft schlug Schmitt vor, die Emissionen älterer Fahrzeuge mit entsprechenden Systemen zu reduzieren. Zudem setzt sich die rheinland-pfälzische Regierung für die Elektromobilität ein. Sie setze sich für elektrisch betriebene Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr ein. Zudem lobte Schmitt die „Streetscooter“-Initiative der Deutschen Post. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Innenstädten.

Stärkung der Ausbildung

Schmitt sprach zahlreiche Entwicklungen an, die das Kfz-Gewerbe betreffen. Intensiv ging sie auf das Thema Nachwuchs- und Fachkräfte im Handwerk ein. „Der allgemeine Trend zu höheren Schul- und Bildungsabschlüssen macht mir Sorgen, er trifft früher oder später alle Handwerksgewerbe“, sagte Schmitt. Die Wirtschaft steuere eher auf einen Mangel an gut ausgebildeten Facharbeitern als an Akademikern zu.

„Es darf kein Rütteln an der dualen Ausbildung und der Meisterqualifikation geben“, sagte Schmitt mit Blick nach Brüssel. Stattdessen will die rheinland-pfälzische Regierung mit einer Stärkung der dualen Ausbildung und der Meisterqualifikation dem Trend entgegensteuern. Dazu hat sie beispielsweise einen „Meisterbonus“ eingeführt: Dieser sieht vor, eine erfolgreiche Meisterprüfung mit 1.000 Euro zu belohnen. Gründet der Meister innerhalb von zehn Jahren einen Betrieb, erhält er einen weiteren Zuschuss von 2.500 Euro.

Zur Diesel-Diskussion merkte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski in seinem Bericht an, dass der Verband Fahrverbote ebenfalls für die falsche Strategie hält: „Millionen Dieselfahrern droht die Enteignung, unseren Mitgliedsbetrieben drohen hohe Verluste im Handel, und Kfz-Betrieben, die zufällig in möglichen Verbotszonen angesiedelt sind, droht womöglich sogar die Pleite – weil ja keiner mehr hinfahren darf.“

Allerdings sieht auch der ZDK-Präsident Handlungsbedarf in den fast 80 deutschen Städten, deren Innenstädte von hohen Schadstoff-Belastungen betroffen sind. „Sie müssen etwas im Rahmen der Luftreinhaltung tun. Dieser Kelch geht an uns nicht vorbei.“ Karpinski sieht neben Autoherstellern und Zulieferern im besonderen Maße auch die Politik gefordert. „Wir brauchen Anreize, damit sich die Akzeptanz der Autofahrer für mögliche Nachrüstlösungen erhöht.“ Die Kfz-Werkstätten seien bereit für die Umrüstung!

Planbare Hersteller-Händler-Beziehungen

In seinem Bericht ging der ZDK-Präsident unter anderem auf das Thema „neue Händlerverträge“ ein: „Unabhängig vom Hersteller oder Importeur hat hier ohne Wenn und Aber zu gelten: Händlerverträge müssen eine berechenbare und planbare Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sein und bleiben. Und Fabrikatshändler haben Anspruch auf Amortisation von Investitionen, die sie auf Druck der Hersteller und Importeure getätigt haben“, betonte Karpinski. Dies sei die wichtigste Botschaft der Mitgliederversammlung.

(ID:44739692)