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Schadensteuerung lässt kaum Raum für Gewinn

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Kaum eine Partnerwerkstatt von Schadensteuerern verdient mit ihrer Handwerksleistung noch Geld. Wegen steigender Kosten hat sich die Situation laut einer Studie zuletzt deutlich verschlechtert.

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(Foto: Archiv)

Nur gering gestiegene Stundenverrechnungssätze und deutliche Kostensteigerungen drücken auf die Stimmung in Partnerwerkstätten von Schadensteuerern. Erstmals zeigt nun eine neue Studie, wie dramatisch die Situation in diesem Bereich der Kfz-Branche tatsächlich ist. „Wir wollten genau wissen, wie sich die wirtschaftliche Lage der Partnerbetriebe darstellt“, erklärt der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten (BVdP), Robert Paintinger. Deshalb habe der Verband eine Studie in Auftrag gegeben, die die Kostensteigerungen, die Umsatzentwicklung sowie die Betriebsleistungseffizienz in den Betrieben detailliert analysiert.

Das Ergebnis bezeichnet Paintinger als niederschmetternd: „Die Situation der Betriebe ist an einem Punkt angekommen, an dem die weitere Leistungs- und Investitionsfähigkeit ernsthaft bedroht ist.“ Überschuss wird demnach nur noch aus der Ersatzteil- oder Materialmarge generiert.

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Die Studie hat vor allem die Betriebsleistungseffizienz unter die Lupe genommen. Hier werden die Betriebskosten (insgesamt verursachte Kosten pro verkaufter Stunde) mit dem erzielten Stundenverrechnungssatz verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass die Betriebskosten im Jahr 2014 bei 87,5 Prozent der analysierten Partnerbetriebe höher oder gleich hoch liegen wie der Stundenverrechnungssatz. Im Klartext heißt das: Die überwiegende Zahl der Betriebe verdient mit ihrer handwerklichen Leistung kein Geld mehr oder zahlt drauf.

Laut Studie hat sich die Situation gegenüber dem Jahr 2009 deutlich verschlechtert. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Unternehmen, die eine negative Betriebsleistungseffizienz aufweisen, um 15 Prozent gewachsen.

Die BVdP-Studie zeigt auch, dass die Gesamtkosten in den Partnerbetrieben deutlich gestiegen sind. In der Analyse heißt es: „Die Gesamtkosten ohne Material und Ersatzteile sind je verkaufter Stunde um 14 Prozent gestiegen. Inklusive Material und Ersatzteile ist ein Kostenanstieg von rund 20 Prozent zu verzeichnen.“ Ähnliche Werte verkünden übrigens auch die einschlägigen Betriebsvergleiche der Lackhersteller.

Der BVdP hat dazu auch die Entwicklung der Stundenverrechnungssätze führender Schadensteuerer verglichen. So sei zum Beispiel der Stundensatz eines wichtigen Steuerers in den vergangenen fünf Jahren nur um 5,4 Prozent (SVS Lack) bzw. 7,7 Prozent (SVS Karosserie) gestiegen.

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