Seat Leon: Vierte Generation stärkt die Kompaktklasse

Hersteller setzt verschiedene Antriebskonzepte um

| Autor: Andreas Grimm

Seat schickt ab April die vierte Generation des Kompaktklasse-Modells Leon ins Absatzrennen.
Seat schickt ab April die vierte Generation des Kompaktklasse-Modells Leon ins Absatzrennen. (Bild: Seat)

Jetzt also auch der Seat Leon. Die Spanier schicken in wenigen Wochen ihr Kompaktklasse-Modell ins Absatzrennen – wie schon die Konzernschwestern VW mit dem Golf und Skoda mit dem Octavia. Und wie bei den anderen Konzernmarken ist die Akzeptanz der neuen Modellgeneration ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Seat, auch wenn die Bedeutung des Leon grundsätzlich etwas nachgelassen hat.

„Der Seat Leon ist unser erfolgreichstes Modell. An seine Erfolgsgeschichte wollen wir mit der neuen Generation anknüpfen“, sagte Carsten Isensee bei der statischen Vorstellung der vierten Leon-Generation am Dienstag, 28. Januar, in der Firmenzentrale in Matorell bei Barcelona. Isensee ist seit der Demission von Luca de Meo kommissarischer Vorstandsvorsitzender des Autobauers.

Mit der Einführung der Baureihe im Jahr 1999 begann für Seat eine Erfolgsgeschichte. Die bisherigen drei Generationen verkauften sich insgesamt mehr als 2,2 Millionen Mal, der Leon war zwischenzeitlich mit weitem Abstand das wichtigste Modell der Spanier. Im vergangenen Jahr stellte der Kompakte noch immer gut jeden vierten Seat-Neuwagen (151.900 Auslieferungen). Mit dem Ateca hat der Leon allerdings inzwischen eine angesagte Absatzkonkurrenz im eigenen Haus.

Beispielhaft ist die Entwicklung in Deutschland, als der Leon im Jahr 2016 – vor dem Start der SUV-Offensive – sogar fast jeden zweiten Neuwagen des Importeurs stellte (47,1 %). 2019 verkaufte sich der Leon hierzulande noch 39.640 Mal, das waren 28,6 Prozent aller Neuzulassungen. Damit waren die Leon-Verkäufe aber gleichzeitig zum dritten Mal in Folge rückläufig (-7,9 %).

Damit der Leon trotz vielfältiger interner und externer SUV- und Kombi-Konkurrenz in der Erfolgsspur bleibt, hat Seat nach eigener Aussage gut 1,1 Milliarden Euro in die Entwicklung und Fertigung der neuen Generation des SEAT Leon investiert. Die Produktion des Modells läuft in diesen Tagen an, der Marktstart im Handel ist für den April 2020 vorgesehen. Für Seat-Vertriebschef Wayne Griffiths wird die vierte Leon-Generation die Tradition fortsetzen, „ein wichtiger Eckpfeiler im Kompaktklasse-Segment“ zu sein. Zu den Preisen schweigt sich Seat noch aus. Bleibt die Rangordung im Konzern bestehen, müssten die Leon-Modelle weiterhin ein wenig günstiger zu haben sein als die Golf-Entsprechungen, sprich die Preisliste dürfte unter 20.000 Euro starten.

Vielfältige Motorisierung

Damit der Leon möglichst viele Kundengruppen anspricht, wird er mit fünf Antriebsvarianten erhältlich sein: als Benziner (TSI), mit Dieselmotor (TDI), als CNG-Modell (TGI), als Mildhybrid (E-TSI) und als Plug-in-Hybrid (E-Hybrid). Verbrauchs- und Emissionswerte für die Motorisierungen liegen noch nicht vor, da laut Seat die Typgenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Grundsätzlich bedient sich Seat für die Motorisierung im Konzernregal. Die Drei- und Vierzylinder-Benziner reichen von 66 kW/90 PS bis zum 2.0 TSI mit 140 kW/190 PS. Bei der Top-Motorisierung unterstreicht Seat den Ruf als sportliche Marke im Konzern: Die 190-PS-Variante ist für den Golf derzeit nicht zu haben. Dazu kommen ein 150 KW/204 PS starker Plug-in-Hybrid mit 60 Kilometern Elektro-Reichweite, zwei Diesel mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS sowie eine Erdgas-Variante.

Technische Basis für den Leon ist, wie bei seinen Geschwistern, der weiterentwickelte Modulare Querbaukasten („MQB evo“), der den Ingenieuren allerdings ein paar Freiheiten lässt. Die haben die Spanier genutzt, und den Kompakten auf 4,37 Meter (plus neun Zentimeter) gestreckt. Der gleichzeitig neu aufgelegte Kombi ST ist sogar noch ein bisschen mehr auf 4,64 Meter gewachsen. Vor allem aber hat Seat – wie auch Skoda – den Radstand auf 2,69 Meter verlängert. Das sind fünf Zentimeter mehr als beim Golf, was für spürbar mehr Platz sorgt.

Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 380 Litern gleich geblieben. Im Sportstourer („ST“ – die markenspezifische Bezeichnung für den Kombi) passen bei voller Bestuhlung 617 Liter in den Gepäckraum – 30 Liter mehr als die Vorgängergeneration. Umgeklappt gehen 1.300 Liter rein.

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