Skodas neues Topmodell fährt elektrisch und heißt Peaq. Das Flaggschiff der Marke und frischgebackenes „Familiy Car of the Year“ überzeugt durch Reichweite, Variabilität, Platz und Komfort. Besonders Familien dürften die Qualitäten des Siebensitzer-SUV zu schätzen wissen.
Ganz so riesig wie die Studie geriet die Serienversion nicht, übertrifft mit 4,87 Metern jedoch das bisherige SUV-Topmodell Kodiaq.
(Bild: Skoda)
Als Skoda vor vier Jahren die Studie „Vision 7S“ erstmals zeigte, staunte die Öffentlichkeit nicht schlecht. Ein über fünf Meter großes SUV mit bis zu sieben Sitzen. Wow! Doch es gab auch Kritik. Viele fragten sich, passt solch ein Elektro-Trumm noch zur Marke?
Die Antwort hat sich Skoda nun mit dem Peaq selbst gegeben, der in der Basisversion bei 49.900 Euro beginnt. Allerdings: Ganz so riesig wie die Studie geriet die Serienversion nicht, übertrifft mit 4,87 Metern jedoch das bisherige SUV-Topmodell Kodiaq immer noch um zwölf Zentimeter. Nicht nur dieses Längenwachstum sorgt für deutlich mehr Innenraum, auch die MEB-Elektroplattform des Peaq steuert ihren Anteil dazu bei. Realisieren ließ sich nämlich ein Radstand von fast drei Metern.
Platz ist also in Hülle und Fülle vorhanden und macht Skodas Maxi-SUV zu einem äußerst komfortablen Reisefahrzeug. Qualitäten, die besonders Familien zu schätzen wissen, aber auch – so sieht es zumindest Skoda – Führungskräfte im Business-Bereich, die sich chauffieren lassen und im großzügig geschnittenen Fond arbeiten wollen. Beim ‚German Car of the Year Award 2027‘ wurde der Skoda Peaq jedenfalls in der klassenübergreifenden Abstimmung zum „German Family Car of the Year 2027“ gewählt.
Zurück zu den Business-Kunden: Die können im Peaq in Ruhe arbeiten. Das Modell in der Ausführung 90 überzeugte auf unserer ersten Testfahrt durch exzellenten Komfort, sehr leise Fahrgeräusche und eine druckvolle Leistungsentfaltung. Viel souveräner kann man in diesem Segment nicht unterwegs sein. Der 210 kW/285 PS starke Elektromotor im Heck liefert üppige 545 Newtonmeter an Drehmoment, das ist mehr, als früher die meisten großvolumigen Achtzylinder liefern konnten. Gut ist auch, dass Skoda bei den stärkeren Peaq-Versionen die Höchstgeschwindigkeit nicht auf 160 limitiert, sondern 180 km/h freigegeben hat.
Gleichstromladen bis 200 kW
Dass dann der Akku schneller an Kapazität verliert, als einem lieb ist, sollte jedem E-Auto-Fahrer bewusst sein. Bewegt man den Peaq dagegen zurückhaltend, bleibt der Strombedarf der Elektromaschine locker bei unter 20 kWh/100 km. Die WLTP-Range von 647 Kilometern rückt so zwar in weite Ferne, doch 400 bis 450 Kilometer sind im Alltag immer noch ein guter Wert. Muss unterwegs aufgefüllt werden, verkraften die Zellen Gleichstrom mit bis zu 200 kW Leistung. Heißt: In weniger als einer halben Stunde stehen unter optimalen Bedingungen 80 Prozent der Kapazität wieder zur Verfügung.
Äußerst modern gibt sich der Peaq beim Thema bidirektionales Laden. Die im Akku gespeicherte Energie kann auch extern genutzt werden. Über einen Adapter lassen sich beispielsweise E-Bikes oder Elektrogeräte versorgen. Ebenso ist es möglich, den eigenen Haushalt mit Strom zu versorgen oder ihn zurück ins Netz einzuspeisen, was die Stromkosten erheblich reduzieren kann.
Mit etwas weniger Lade- und auch Motorleistung muss sich der Käufer beim Basis-Peaq 60 zufriedengeben. Das Einstiegsmodell hat lediglich 150 kW und kann nur mit maximal 160 kW geladen werden. Zudem steckt in seinem Boden eine kleinere Batterie mit nutzbaren 59 kWh Kapazität, was nach WLTP eine Reichweite von 459 Kilometern ergibt. Der Aufenthalt an der Ladesäule bleibt im Vergleich zur größeren Batterie aber gleich. Auch hier dauert es knapp 30 Minuten, bis der Akku wieder zu 80 Prozent gefüllt ist.
Bis zu 2.150 Liter Stauvolumen
Wie lange es dagegen dauert, bis der Laderaum gefüllt ist, hängt natürlich davon ab, was eingeladen wird. Fakt ist: Der Peaq besitzt den größten Koffer- und Laderaum aller bisher gebauten Skoda-Modelle. In Zahlen: Bei fünf aufgestellten Sitzen (die zweite Reihe ist sogar längs verschiebbar) sind es schon üppige 935 Liter. Damit übertrifft er sogar den riesigen Hyundai Ioniq 9 (908 Liter). Liegen die Rücksitze flach, wächst das Ladevolumen auf gigantische 2.150 Liter, der Peaq erreicht nahezu Transporter-Qualitäten.
Die stellen sich allerdings hinter dem Lenkrad nie ein. Im Gegenteil: Das Cockpit versprüht eine gemütliche Lounge-Atmosphäre, die Oberflächen schmeicheln Augen und Händen, das Layout wirkt modern und geschmackvoll. Erstmals thront mittig vor dem Armaturenträger ein senkrecht stehender Bildschirm, der intuitiv zu bedienen ist und eine brillante Darstellung liefert. Da das Infotainment auf Android-Basis arbeitet, ist auch Google Maps möglich, was dem ganzen Premium-Charakter verleiht und die Navigation vereinfacht. Und Google-Places-Suche kann zudem über die digitale Sprachassistentin Laura aufgerufen werden.
Stand: 08.12.2025
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Wer seinen Peaq etwas mehr Individualität verpassen möchte, dem sei die Sportline-Ausstattung empfohlen, erkennbar an den glänzend schwarzen Karosseriedetails sowie der – wenn gewählt – Zweifarb-Lackierung mit schwarzem Dach und den 21-Zoll-Rädern. Optisch bekommt dann der Peaq schon etwas Range-Rover-Charakter.
Gebrochen hat Skoda übrigens mit seiner Nomenklatur. Gewöhnlich beginnen die Namen der tschechischen Elektroautos mit „E“ und enden mit einem „q“, so wie Enyaq, Elroq und Epiq es vormachen. Ein Epeaq wäre jedoch phonetisch zu dicht am Epiq gewesen. Und weil Peaq ohnehin schon seit Ende 2022 der interne Entwicklungsname des neuen Skoda-Flaggschiffs war, beließ man es für die Serie einfach dabei. Den Kunden wird es gewiss nicht stören.