Skoda stellt drittes SUV vor – allerdings nur für China

Skoda Kamiq bedient preissensible Kunden

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Skoda)

Skoda will seinen Absatz in China mit neuen Produkten bis zum Jahr 2020 auf 600.000 Einheiten verdoppeln. Auf der Automesse in Peking (25.April bis 4. Mai) unterstreicht der Autobauer diesen Kurs mit der Vorstellung eines neuen kleinen SUV, der speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten ist. Dem Namen nach fügt sich der Skoda Kamiq dabei gut ins aktuelle SUV-Programm ein – bestehend aus Kodiaq und Karoq.

Nicht zu verwechseln ist das neue China-Modell allerdings mit dem bereits für Europa angekündigten dritten SUV, das erst Endes 2018 oder Anfang 2019 auf den Markt kommen wird und derzeit unter dem Arbeitstitel „Polar“ durch die Medien geistert. Auch technisch ist der Kamiq eher eine Generation hinter den aktuellen Entwicklungen zurück, denn er basiert nicht auf den MQB-Plattformen, auf denen die Marken des Volkswagenkonzerns derzeit ihre Modellneuheiten konzipieren. Was künftig in Europa zu erwarten ist, hatte Skoda in Genf mit der Studie Vision X gezeigt.

Offiziell positioniert Skoda den Kamiq unter dem Karoq, was sich aber nicht unbedingt auf die Außenmaße bezieht. Während der Karoq 4,38 Metern lang und 1,84 Metern breit ist, kommt der neue China-SUV auf 4,39 Meter Länge und 1,78 Meter Breite. Optisch folgt das Modell der aktuellen Skoda-Formensprache, speziell an Motorhaube, Kühlergrill und Heck.

Ein Mini-SUV ist er also nicht, sondern ein „Mainstream-City-SUV“, wie es der Autobauer beschreibt. Er soll bereits in einigen Monaten in den Verkauf kommen. Zu den Preisen äußert sich Skoda noch nicht, laut „Auto, Motor und Sport“ soll der Einstiegspreis bei umgerechnet 11.500 Euro liegen. Damit zielt das Modell auf den chinesischen Massenmarkt preisbewusster Käufer und unterstreicht das Ansinnen der Autobauers, in China weiter kräftig zu wachsen.

Im vergangenen Jahr lieferte Skoda 27 Prozent seiner Fahrzeuge in China aus, das Land ist für die Tschechen bereits seit dem Jahr 2010 der wichtigste Einzelmarkt mit überproportionalen Wachstumsraten (+18,6 % im ersten Quartal). „Skoda sieht ein besonders dynamisches Wachstum im SUV-Segment auf dem chinesischen Automobilmarkt. Denn allein in den vergangenen drei Jahren hat sich die Nachfrage nach SUV-Modellen in China verdoppelt“, erläuterte Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender des Herstellers, die SUV-Strategie.

Dem Kamiq sollen für den chinesischen Markt noch weitere SUV folgen, die speziell auf die Anforderungen und Wünsche der chinesischen Kunden zugeschnitten sind. Produziert werden die Modelle alle in China. Dafür investiert Skoda in fünf Jahren rund zwei Milliarden Euro in dem Land. Insgesamt nimmt der Volkswagenkonzern mit seinen Partnern 15 Milliarden Euro in die Hand.

Die Geschichte von Skoda in China reicht zurück bis in die 1930er Jahre. 1936 betrieb die tschechische Traditionsmarke fünf Handelsvertretungen im Reich der Mitte. 2007 stieg der tschechische Hersteller wieder in den chinesischen Markt ein. Skoda startete unter dem Dach von SAIC Volkswagen zunächst die lokale Produktion des Octavia, seit 2010 ist China der bedeutendste Einzelmarkt der Marke.

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