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Skoda Superb OHV: Edles Flaggschiff fürs Museum

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Mit dem Superb OHV fertigte Skoda in der Nachkriegszeit ein Luxusprodukt. Flaggschiffe waren noch keine Massenware. Entsprechend mau ist heute die Teileversorgung. Ein Modell aus dem Jahr 1948 wurde nun in dreijähriger Kleinarbeit aufwändig restauriert.

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Neuzugang im Skoda-Museum: ein Superb OHV aus dem Jahr 1948.
Neuzugang im Skoda-Museum: ein Superb OHV aus dem Jahr 1948.
(Bild: Skoda)

Das Skoda-Museum in Mlada Boleslav ist um ein Exponat reicher: ein Superb OHV aus dem Jahr 1948. In der Modellparade der Tschechen ist der Superb seit den 1930 Jahren das Flaggschiff von Skoda – wurde allerdings lange nicht angeboten. Entsprechend hat das jetzt neue Ausstellungsstück ebenfalls Seltenheitswert. Von der zwischen 1946 und 1949 produzierten Baureihe entstanden lediglich 158 Exemplare. In das Ausstellungsstück flossen drei Jahre Renovierungsarbeit.

Das Ausstellungsstück gehörte laut der Leiterin des Skoda-Museums, Andrea Frydlová, im Jahr 1968 zu den ersten historischen Fahrzeugen, die das Museum erworben hatte. Allerdings kam das Auto unvollständig und mit nicht originaler Polsterung in die Museumswerkstatt. In den vergangenen drei Jahren wurde das Unikat nun umfangreich restauriert und praktisch in den Auslieferungszustand zurückversetzt. Jetzt rundet der Wagen die Reihe der im Museum ausgestellten Superb-Modelle ab.

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Am 22. Oktober 1934 präsentierte der tschechische Automobilhersteller mit dem 640 Superb das erste Modell dieses Namens. Abgeleitet ist er vom lateinischen Wort ‚superbus‘, was so viel wie ‚schön‘, ‚herausragend‘ oder ‚prächtig‘ bedeutet. Das Spitzenmodell verfügte über einen Zentralrohrrahmen, Einzelradaufhängung rundum, hydraulische Bremsen und einen leistungsstarken Sechszylinder, der zur damaligen Zeit eine sehr moderne Konstruktion war. Das 2.492 Kubikzentimeter große Aggregat leistete 40,5 kW / 55 PS. Die Serienproduktion begann im Sommer 1935.

Nach mehr als 600 Fahrzeugen mit seitlicher Ventilsteuerung (SV) erschien 1938 die vorerst letzte Entwicklungsstufe in Form des kopfgesteuerten Superb 3000 OHV. Sein Reihen-Sechszylinder verfügte über 3.137 Kubikzentimeter Hubraum und brachte es mit den oben liegenden Ventilen auf eine Leistung von 63 kW / 85 PS. Bis 1939 entstanden allerdings nur noch 113 Fahrzeuge dieses Typs. Eines davon – eine schwarze Limousine mit einer imposanten Karosserielänge von 5,20 Metern und einem Radstand von 3,30 Metern – präsentiert Skoda seit mehreren Jahren auf Oldtimerveranstaltungen und Ausstellungen im In- und Ausland.

Kurzes Gastspiel in der Nachkriegszeit

In den Nachkriegsjahren nahm Skoda die Fertigung des repräsentativen Superb OHV wieder auf. Zwischen 1946 und 1949 entstanden in Mladá Boleslav 158 Fahrwerke – davon erhielten allerdings nur elf auch ihre Karosserien im Stammwerk des Automobilherstellers. 103 Chassis wurden von anderen Abnehmern „eingekleidet“. Weitere 44 fahrbereite Fahrgestelle fuhren mit minimaler, provisorisch montierter Verkleidung auf eigener Achse ins mehr als 120 Kilometer entfernte Werk Kvasiny.

Unter diesen „Rolling Chassis“ war auch das Modell mit der Motornummer 81587, das in Kvasiny seine Außenhaut erhielt. Am 2. September 1948 wurde das fertige Fahrzeug an den Käufer übergeben – als Dienstwagen der „Gemeinsamen Hotel- und Unterkunftsanstaltsverwaltung“ in Karlsbad, der Tourismusbehörde. 20 Jahre verrichtete der Superb OHV dort seinen Dienst. Als er ausgemustert wurde, griff das Museum in Mladá Boleslav zu. Allerdings fehlten an dem Fahrzeug viele Teile, auch die Sitzpolsterungen waren nicht mehr original.

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2017 begann die Restaurierung des Unikats: Nach einer ausführlichen Analyse des Fahrzeugzustands und intensiver Recherche in Archivquellen beschaffte das Museumsteam die nötigen Teile für den Neuaufbau und versetzte den Superb OHV so weit wie möglich in den Auslieferungszustand zurück. Nach der Restaurierung zählt das imposante Fahrzeug jetzt zu den Schmuckstücken im Museum. Zum Auftakt wird er dort bis zum 1. September im Rahmen der neuen Ausstellung „Kvasiny – 70 Jahre mit dem geflügelten Pfeil“ präsentiert.

Den Modellnamen Superb griff Skoda erst im Jahr 2001 wieder auf und präsentierte auf der IAA einen neuen Superb. Mit diesem Modell, das ausschließlich im Werk Kvasiny gebaut wird, kehrte die Marke in die Mittelklasse zurück. Die zweite Generation, die von 2008 bis 2015 vom Band lief, wurde erstmals auch als Combi sowie mit Allradantrieb angeboten. Im Jahr 2015 folgte die dritte Modellgeneration. Mit dem Facelift in diesem Jahr bekommt die Baureihe mit dem Superb iV auch den ersten Plug-in-Hybrid der Marke.

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