Social-Media-Nutzung hat noch Potenzial

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Wie lassen sich Facebook und Co. im Kfz-Handel und im Service sinnvoll einsetzen? Welche Chancen und Risiken bieten Social Media? Darüber tauschten sich 70 Teilnehmer beim 3. Mannheimer Carcamp aus.

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Claudia Weiler begrüßte die Teilnehmer des 3. Mannheimer Carcamps.
Claudia Weiler begrüßte die Teilnehmer des 3. Mannheimer Carcamps.
(Foto: Büttner)

Die meisten Autohäuser und Servicebetriebe gehen davon aus, dass Onlinemarketing für sie immer wichtiger wird. Aktuell geben sie aber nur wenig Geld für entsprechende Maßnahmen aus. In sozialen Netzwerken wie Facebook ist die Hälfte aktiv, Bewertungsportale beobachtet nur eine Minderheit der Betriebe. Das geht aus einer Onlinebefragung von ZDK und BBE Automotive hervor, an der sich gut 200 Unternehmen beteiligten. Stephan Jackowski von BBE und ZDK-Referentin Claudia Weiler stellten die wichtigsten Ergebnisse auf dem 3. Mannheimer Carcamp am 26. September vor.

Die Hälfte der Betriebe, die an der Befragung teilnahmen, stellen maximal fünf Prozent ihres Marketingbudgets für Onlineaktivitäten zur Verfügung. Im bundesweiten Durchschnitt dürfte der Anteil der Unternehmen, die wenig bis gar kein Geld für solche Maßnahmen ausgeben, sogar noch größer sein. Schließlich dürften an der Befragung eher Betriebe mit einer gewissen Affinität zu Onlinethemen teilgenommen haben.

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Aus dem gleichen Grund kann man davon ausgehen, dass tatsächlich noch weniger als die in der Umfrage ermittelten 56 Prozent der Kfz-Betriebe in sozialen Netzwerken aktiv sind. Wer nicht auf Facebook, Google Plus und Twitter unterwegs ist, gab als Begründung dafür an, ihm fehle die Zeit, das Personal oder die notwendige Erfahrung. Drei Viertel der Betriebe wünschen sich für diesen Bereich mehr Unterstützung von ihrem Hersteller bzw. Werkstattsystemgeber.

Wer Zeit und Geld in Social Media investiert, erhofft sich davon eine zielgerichtete Ansprache von Interessenten aus der Region, einen höheren Bekanntheitsgrad, eine Imageverbesserung und eine Steigerung der Kundenbindung.

Noch weniger als soziale Netzwerke stehen Bewertungsportale im Fokus der Autohäuser. Über 50 Prozent der Teilnehmer sagten, sie würden diese nicht beobachten, ein Viertel kannte sie nicht einmal.

Zusammenfassend sprach Jackowski von einer Dreiteilung der Branche in Sachen Social Media: Einer kleinen Gruppe von „Onlineprofis“ stünden viele „Unsichere“ gegenüber. Eine dritte, wiederum kleinere Gruppe der „Negierer“ lehne soziale Netzwerke für die eigene Arbeit prinzipiell ab.

Breites Themenspektrum

Die Präsentation der Studie war nur einer von vielen Programmpunkten des Mannheimer Carcamps. In verschiedenen kleinen und großen Runden diskutierten die rund 70 Teilnehmer aus Kfz-Betrieben, Beratungsfirmen und Verband einen Tag lang über Themen wie den Einsatz von Social Media im Fahrzeughandel, den Umgang mit Kundenbewertungen im Internet, Suchmaschinenoptimierung der eigenen Website, Azubirecruiting oder die Unterschiede zwischen eigenen Unternehmenswebseiten und Facebook-Fansites.

Allen gemeinsam war, dass nicht langatmige Präsentationen, sondern der Austausch von Erfahrungen und Meinungen im Mittelpunkt standen. Wie es dem Format eines Carcamps entspricht, hatten die Teilnehmer ihre Themenvorschläge selbst eingereicht und sich dann spontan vor Ort entschieden, welche inhaltliche Session sie wann besuchen wollten. Zusätzlich bot Fuchs Europe als Gastgeber der Veranstaltung Führungen durch sein Betriebsgelände an.

Der Mannheimer Schmierstoffhersteller war gemeinsam mit dem ZDK Veranstalter des Carcamps. Als Sponsoren waren Bosch, die BDK und Basta-Media dabei.

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