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Ssangyong: Einfach Autos verkaufen

Autor: Jens Rehberg

Kleine Marke, großer Aufbruch: Ssangyong will sein Deutschland-Volumen 2015 verdoppeln. Die Händler sind einverstanden, denn der Rahmen passt.

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Ssangyong lädt zur Händlertagung nach Würzburg ein.
Ssangyong lädt zur Händlertagung nach Würzburg ein.
(Vogel Business Media)

Die deutschen Händler des kleinen südkoreanischen Fabrikats stehen geduldig Schlange, um SUV-Pakete zu bestellen. Damit hat der Importeur nicht gerechnet – die beiden Damen, die die Aufträge an einem provisorischen Counter entgegennehmen, kommen stundenlang nicht ans Mittagsbuffet.

Rund 130 Vertriebspartner sind an diesem Dienstag ins Vogel Convention Center nach Würzburg angereist, um sich vom Importeur auf ein neues, spannendes Verkaufsjahr einschwören zu lassen. Denn so allmählich kommt das Geschäft mit den SUVs der Mahindra-Tochter hierzulande in Gang: Mithilfe des neuen und ziemlich gut aussehenden Kompakt-SUVs „Tivoli“ soll das Absatzvolumen aus dem vergangenen Jahr (1.171 Nzl.) 2015 nahezu verdoppelt werden. Allerdings kommt der neue Player im Boom-Segment erst zur Jahresmitte in den Handel.

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Deutschland-Chef Ulrich Mehling räumt ein, „ambitioniert“ geplant zu haben – zu diesem Zeitpunkt seiner Rede ist der Bestelleingang aber auch noch deutlich überschaubarer als drei Stunden später. Dass die Händler im Anschluss an die Tagung rege einkaufen, hat sicher nicht zuletzt mit dem einfachen Verkaufsprogramm zu tun, das Ulrich Mehling anhand eines einzigen, gut lesbaren Power-Point-Charts erläutert. Die für alle vier Modelle maximal erreichbare Marge, die außer der Grundmarge nur wenige zusätzliche Parameter inklusive einer simplen Paket-Staffelung und eines Sonderrabatts zur Veranstaltung enthält, überzeugt auf Anhieb. Darüber hinaus gibt es noch einen Zulassungsbonus und eine Lagerwagenprämie, das war's – Autohandel geht auch einfach. Über aufgeblasene Standards muss sich im Ssangyong-Netz sowieso niemand Sorgen machen.

157 Händler hat Ssangyong in Deutschland bislang für sich gewinnen können. Allein 42 im vergangenen Jahr. 2015 sollen etwa 30 weitere Partner dazukommen.

Dann dürfte das deutsche Netz auch so langsam eine Größe erreicht haben, bei der zentrale Imagekampagnen in Erwägung gezogen werden können. Denn die mangelnde Bekanntheit der Marke ist natürlich derzeit eines der größten Hindernisse für einen echten Durchbruch.

Nichtsdestotrotz greift das kleine Importeurs-Team den Vertriebspartnern unter die Arme, wo es kann. So gibt seit kurzem ein internetbasiertes CRM-System, das Sport-Sponsering mit dem Fokus auf SUV-affine Nischenzielgruppen wird vorangetrieben, der Werbekostenzuschuss wurde erhöht und die Präsenz auf den großen Automessen ist für ein Fabrikat dieser Größe beachtlich. Auch eine Social-Media-Strategie ist vorhanden und zeigt bereits erste Erfolge.

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Etwas enttäuscht waren einige Händler nach der Tagung lediglich in Bezug auf die Präsentation des neuen Tivoli-Modells. „Da hätten wir mehr Informationen erwartet“, hieß es unter anderem. Wobei das Vorserienautos in Würzburg einen guten Eindruck bei den Händlern hinterließ. Nach Aussage von K.T. Yoon, General Manager Europe, soll das kleine SUV „aggressiv“ eingepreist werden und damit etwa 15 bis 20 Prozent unterhalb des Opel Mokka liegen – zumindest hierfür gab es schon mal spontanen Beifall.

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 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«