Streit um E-Mobilität: BMW-Chef Krüger will Technologieoffenheit

Autor: Andreas Wehner

VW-Chef Herbert Diess will auf batterieelektrische Autos setzen und nur diese gefördert sehen. BMW-Konzernlenker Harald Krüger sieht da jedoch Diskussionsbedarf. Man dürfe andere Technologien wie die Brennstoffzelle oder Hybride nicht ausschließen.

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BMW-Chef Harald Krüger hat sich in der Elektromobilität für Technologieoffenheit ausgesprochen.
BMW-Chef Harald Krüger hat sich in der Elektromobilität für Technologieoffenheit ausgesprochen.
(Bild: BMW)

BMW-Chef Harald Krüger hat seinem Volkswagen-Kollegen Herbert Diess in Sachen Elektroauto-Förderung widersprochen. Diess hatte sich dafür ausgesprochen, die Unterstützung für die Elektromobilität auf batterieelektrische Modelle zu konzentrieren und dabei auch den Verband der Automobilindustrie (VDA) scharf kritisiert.

„Wo ich ganz klar anderer Meinung bin, ist Technologieoffenheit“, sagte Krüger am Mittwoch auf der BMW-Bilanzpressekonferenz. Die Infrastruktur-Entwicklung in den verschiedenen Märkten sei komplett unterschiedlich. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass andere Länder andere Technologien wie beispielsweise die Brennstoffzelle förderten. Denkbar sei, dass bestimmte Länder diese Technologie vorschrieben und man dort gar keine Autos mehr verkaufen dürfe, wenn man keine mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge im Programm habe.

Diess hatte gesagt: „Technologieoffenheit ist jetzt die falsche Parole“. Zusammen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche und VDA-Präsident Bernhard Mattes wollen Diess und Krüger am Mittwochabend über die Thematik diskutieren.

BMW setzt in der Elektromobilität aktuell stark auf Plug-in-Hybride (PHEV). Auf dem Genfer Autosalon Anfang März stellte der Autobauer neben neuen Generationen seiner PHEV-Varianten von 3er, 7er und X5 erstmals auch einen X3 mit Stecker vor. BMW setzt auf flexible Plattformen, um seine Modelle sowohl als Verbrenner, PHEV oder Elektroauto anbieten zu können.

Die Plug-in-Hybride sind für BMW ein wesentlicher Baustein, um die kommenden, schärferen CO2-Vorgaben der EU einzuhalten. In diesem Jahr sei der durchschnittliche CO2-Ausstoß der BMW-Flotte trotz eines deutlichen Rückgangs des Diesel-Volumens nicht gestiegen, sagte Krüger. Das für 2021 vorgegebene Ziel von im Durchschnitt 95 Gramm pro Kilometer werde BMW erreichen.

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Insgesamt verkaufte BMW 2018 weltweit 140.000 elektrifizierte Modelle. Neben den Plug-in-Hybriden hat der Autobauer mit dem i3 jedoch auch ein reines Elektroauto im Programm. Mit dem elektrischen Mini und dem X3 bringt BMW in diesem und dem nächsten Jahr zwei neue Elektroautos. 2021 folgen dann der i4 und der i-Next. Es benötige eine „erhebliche Penetration mit E-Fahrzeugen“, um die noch einmal deutlich strengeren CO2-Grenzwerte zu erreichen, die die EU ab 2030 vorschreibt. Dann soll der durchschnittliche CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2021 noch einmal um 37,5 Prozent sinken.

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 Andreas Wehner

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«