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Tesla: Das Geldverbrennen scheint vorerst Geschichte zu sein

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Erstmals in seiner Geschichte hat Tesla über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinweg schwarze Zahlen geschrieben. Trotz Corona erzielten die Kalifornier auch im zurückliegenden Quartal einen Gewinn. Nun treibt Elon Musk die Expansion voran. In Texas soll Teslas viertes Autowerk entstehen.

Elon Musk wird mit Tesla das zweite Autowerk der Marke in den USA in Texas hochziehen.
Elon Musk wird mit Tesla das zweite Autowerk der Marke in den USA in Texas hochziehen.
(Bild: Tesla)

Tesla hat trotz Belastungen durch die Corona-Pandemie einen weiteren Quartalsgewinn erzielt. Unterm Strich stand in den drei Monaten bis Ende Juni ein Überschuss von 104 Millionen Dollar (90 Mio. Euro), wie der Konzern des Tech-Milliardärs Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Palo Alto mitteilte. Im Vorjahr hatte es noch einen hohen Verlust gegeben.

Trotz der ungewissen Lage angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den USA hält Tesla weiter an seinem ambitionierten Ziel fest, 2020 über 500.000 Autos auszuliefern. Die Kapazität sei vorhanden, es sei aber schwer absehbar, ob es zu weiteren Produktionsstörungen komme. Die Jahresprognose könne deshalb wenn nötig noch angepasst werden.

In einer Konferenzschalte nach der Bilanzvorlage bestätigte Musk zudem, dass Teslas zweites US-Autowerk neben dem Stammwerk im kalifornischen Fremont in Texas nahe der Stadt Austin entstehen wird. „Wir werden eine atemberaubende Fabrik direkt am Colorado River bauen“, kündigte Musk an. Der Bau von Teslas erstem europäischen Werk in Grünheide bei Berlin komme derweil ebenfalls sehr gut voran.

Tesla erreichte mit dem erneuten Quartalsgewinn einen Meilenstein – erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 2003 schrieb die Firma über zwölf Monate hinweg schwarze Zahlen. Angesichts von Produktionsausfällen und Absatzeinbußen in der Corona-Krise ist dies ein besonders großer Erfolg, auch wenn die Erlöse im Jahresvergleich insgesamt um rund fünf Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar sanken.

Erwartungen deutlich übertroffen

Teslas Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten klar, die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Am Finanzmarkt ist Musks Firma dieses Jahr mit einem bisherigen Kursplus von rund 280 Prozent ohnehin der Überflieger schlechthin. Der Börsenwert schoss zuletzt sogar zeitweise deutlich über die Marke von 300 Milliarden Dollar, damit wird Tesla höher gehandelt als alle anderen Autobauer.

Dass der E-Auto-Pionier aus der Tech-Hochburg Silicon Valley die Corona-Pandemie besser wegsteckt als die Konkurrenz, hatten bereits die Anfang Juli veröffentlichten Auslieferungszahlen für das zweite Quartal gezeigt. Während der Automarkt insgesamt starke Absatzeinbußen verkraften musste, brachte Tesla dank der starken Nachfrage nach seinen Modellen 3 und Y mit knapp 91.000 Fahrzeugen nur fünf Prozent weniger an die Kundschaft als im Vorjahreszeitraum.

Tesla baut den Semi in Texas

Der Zuschlag für den Texas-Standort für das zweite US-Autowerk von Tesla kommt nicht überraschend: Bereits im Juni war dies absehbar, als der dortige Landreis Travis County konkrete Pläne für den Bau veröffentlichte. Das Investitionsvolumen wird sich den Angaben zufolge auf gut eine Milliarde Dollar belaufen, rund 5.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Nun verriet Musk, dass dort neben Model 3 und Model Y der Elektro-Pick-up Cybertruck und der Sattelschlepper Semi hergestellt werden sollen.

Tesla hat bislang in den USA nur eine Autofabrik in Fremont. Ein weiteres Autowerk wurde in Shanghai eröffnet, eines entsteht in Grünheide bei Berlin. Neben den Autowerken betreibt Tesla noch ein Batteriewerk in Nevada und eine Fabrik in New York, die vor allem Solaranlagen herstellt. Angesichts der großen Nachfrage insbesondere nach dem neuen Model Y müssen nun zügig neue Fertigungsstätten her.

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