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Volkswagen-Chef Diess: „Ein dramatischer Umbau ist nötig“

| Autor: Christoph Seyerlein

Mehrere Volkswagen-Marken hatten 2018 mit sinkenden Renditen zu kämpfen. Belastet haben alle die Dieselkrise und WLTP-Probleme. Nun will Konzernchef Diess den Hersteller wieder stärker auf Effizienz trimmen – und kündigte in diesem Zuge harte Maßnahmen an.

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Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt vor weiteren WLTP-Problemen.
Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt vor weiteren WLTP-Problemen.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns Einblicke gegeben, wie stark die Probleme mit dem neuen Abgas-Prüfzyklus WLTP den Konzern im vergangenen Jahr belastet haben. „Wir waren nicht optimal vorbereitet und mussten wegen WLTP um jedes Auto kämpfen“, sagte Diess.

Auch finanziell ging das nicht spurlos am Autobauer vorbei: So sank etwa bei VW Pkw und Audi das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Finanzvorstand Frank Witter blieb am Dienstag bei seiner bisherigen Aussage, dass das WLTP-Debakel den Autobauer rund eine Milliarde Euro gekostet habe. Er widersprach damit jüngsten Medienberichten, wonach es bis zu 3,5 Milliarden Euro gewesen seien.

Noch immer sind die Schwierigkeiten nicht komplett überstanden, gerade Audi leidet weiter. Bei den Ingolstädtern werden voraussichtlich erst gegen Ende des ersten Quartals wieder alle Modellvarianten verfügbar sein, sagte Diess. Im September steht dann bereits eine weitere Verschärfung der Abgastests an. Im Hinblick darauf sagte Diess: „WLTP wird uns auch 2019 beschäftigen, es kann erneut zu temporären Einschränkungen kommen.“

Allerdings habe man aus dem vergangenen Jahr gelernt. Bei VW sei die Komplexität der Modellvarianten um ein Viertel gesenkt worden, bei Audi sogar um 30 Prozent. Gleichzeitig habe man mehr Prüfstände installiert und Personal in jenem Bereich aufgebaut.

Weniger Gewinn bei VW, Audi und Skoda

Neben WLTP belasteten auch die Folgen der Dieselkrise den Konzern weiter. Finanzvorstand Frank Witter rechnet damit, dass noch bis mindestens 2020 finanzielle Nachwirkungen wegen der Affäre zu spüren sein werden. Bei der Marke VW Pkw lagen jene negativen Sondereinflüsse im vergangenen Jahr beispielsweise bei 1,9 Milliarden Euro (2017: 2,8 Milliarden Euro). Trotz eines Umsatzwachstums um 6,8 Prozent auf 84,6 Milliarden Euro sank das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen auf 3,2 Milliarden Euro (2017: 3,3 Milliarden Euro). Die Umsatzrendite fiel von 4,2 Prozent im Jahr 2017 auf 3,8 Prozent. Dazu trugen auch höhere Verkaufskosten durch die Umweltprämie, Wechselkurseffekte und Vorleistungen für neue Produkte bei.

Auch bei Audi fielen die entscheidenden Finanzzahlen schwächer aus als noch 2017. Die Sondereinflüsse aus der Dieselthematik stiegen auf 1,2 Milliarden Euro (2017: 400 Millionen Euro). Der Umsatz fiel auf 59,2 Milliarden Euro (2017: 59,8 Milliarden Euro), das Ergebnis vor Sondereinflüssen betrug 4,7 Milliarden Euro (2017: 5,1 Milliarden Euro). Die Rendite fiel auf 7,9 Prozent zurück (2017: 8,5 %).

Die Finanzzahlen aller Konzernmarken auf einen Blick:

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