Honda-Zukunftsstrategie Vollgas Richtung Profitabilität

Von sp-x 1 min Lesedauer

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Milliardenbelastungen zwingen Hondas Autosparte zur Kurskorrektur: Elektroauto-Pläne werden gestutzt, Kooperationen sollen Kosten senken. Auch in Europa setzt der Konzern auf Profitabilität statt Masse.

In Europa verkleinert Honda sein Elektroangebot in mehrfacher Weise deutlich: Es gibt mit dem Super-N nur noch einen Stromer, der in der Kei-Car-Klasse und vorerst zudem nur in Großbritannien antritt.(Bild:  Honda)
In Europa verkleinert Honda sein Elektroangebot in mehrfacher Weise deutlich: Es gibt mit dem Super-N nur noch einen Stromer, der in der Kei-Car-Klasse und vorerst zudem nur in Großbritannien antritt.
(Bild: Honda)

Nach milliardenschweren Belastungen aus dem Elektroauto-Geschäft richtet Honda seine Autostrategie neu aus. Bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen Anfang August in Tokio erläuterte der Konzern die globale Neuorientierung.

Für Nordamerika hat Honda bereits geplante Elektroautos gestrichen. Im laufenden Geschäftsjahr kalkuliert der Konzern mit weiteren Belastungen von 520 Milliarden Yen, umgerechnet rund 3 Milliarden Euro, im Zusammenhang mit der korrigierten Elektrifizierungsstrategie. Die derzeit bekannten Risiken sollen möglichst bis Ende März 2027 bilanziell abgearbeitet werden. An der Elektrifizierung hält Honda grundsätzlich fest, will Tempo und Umfang künftig jedoch stärker an der tatsächlichen Nachfrage ausrichten.

Zugleich sollen Kooperationen die Kosten künftiger Technologien senken. Wie Honda-Finanzchef Masao Kawaguchi bei der Bilanz-Pressekonferenz in Tokio erläuterte, spricht Honda mit Nissan über die gemeinsame Entwicklung und Standardisierung von Hard- und Software für softwaredefinierte Fahrzeuge. Darüber hinaus prüfen die Unternehmen eine Zusammenarbeit bei Batterien und Produktionssystemen sowie die gegenseitige Nutzung von Fertigungskapazitäten. Ein Zusammenschluss der beiden Hersteller sei dafür nicht vorgesehen.

Konkreter äußerte sich Europachef Hans De Jaeger gegenüber der „Automobilwoche“ zur Neuausrichtung auf dem Kontinent. Europa zählt demnach zwar nicht zu Hondas drei Schwerpunktregionen USA, Japan und Indien, bleibt für den Konzern aber von Bedeutung. Statt sich in den hart umkämpften Volumensegmenten dem Preiswettbewerb mit chinesischen Herstellern zu stellen, will die Marke künftig mit eigenständigen Modellen wie dem Hybridcoupé Prelude und stärker auf Privatkunden zugeschnittenen Fahrzeugen punkten. Eine breit angelegte Elektroauto-Offensive ist vorerst nicht geplant.

Der Absatz einschließlich der Türkei soll laut De Jaeger innerhalb von zwei bis drei Jahren von zuletzt 71.000 auf rund 100.000 Fahrzeuge steigen. Das früher geplant Niveau von 200.000 oder 250.000 Einheiten strebt Honda ausdrücklich nicht mehr an. Vorrang habe ein dauerhaft profitables Geschäft.

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