Volvo-Händler sehen Entwicklungen kritisch

Autor / Redakteur: Dominik Faust / Dr. Dominik Faust

Bei Volvo laufen die Dinge gut. Premiummodelle wie der XC90 treiben das Wachstum der Schweden voran. Dennoch gibt es Entwicklungen, die den Händlern hierzulande Sorge bereiten.

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Der Vorstand des VDVV 2016 in Köln.
Der Vorstand des VDVV 2016 in Köln.
(Bild: Dominik Faust)

Auf der Jahreshauptversammlung des Verbands der Volvo-Pkw Vertragspartner (VDVV) am Samstag in Köln haben die anwesenden Händler ihre Sorgen trotz des Aufschwungs der Marke artikuliert. Dazu zählte etwa die Frage nach den Folgen der Anfang November angekündigten Produktionsverlagerung des S90 nach China. Die dann bis zu sieben Monate dauernde Lieferzeit werde sich auf den Vertrieb und die Vorführwagenplanung auswirken, lautete die Kritik. In diesem Punkt sieht der Händlerverband ebenso Gesprächsbedarf mit Volvo Car Germany (VCG) wie in Fragen der Leasingwertstrategie.

Unklar ist für die rund 250 Händler in Deutschland, nach welchen Kriterien der Importeur die Run-Out-Ziele für bestimmte Modelle herleitet. So sei etwa das jährliche Volumenziel für den XC60 zu hoch. Von VCG will der Verband daher eine abschließende Betrachtung am Aktionsende einfordern.

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Sorgen bereitet den Händlern auch die bestehende Leihwagenregelung im Premiumbereich. So würden die Kunden des XC90 zwar zu Recht Mobilität erwarten, wenn sie ihr Fahrzeug in die Werkstatt bringen müssen. Andererseits hätten die Händler erst ab einer Wartezeit von 2,5 Stunden einen Anspruch auf Reparaturersatz, der über den Garantieweg abgerechnet werden könne. „Das entspricht nicht dem Premiumanspruch in dieser Klasse“, sagte Verbandschef Heinz Preiß.

Auf der Jahreshauptversammlung sprach Antje Woltermann, Geschäftsführerin Betriebs-, Volkswirtschaft und Fabrikate beim ZDK, über mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle der Autohändler. Im Anschluss an ihre Ausführungen warf Preiß die Frage auf, ob man angesichts zu erwartender Veränderungen nicht den Händlervertrag von 2013 überprüfen und gegebenenfalls anpassen müsse.

Preiß tritt 2017 ab

Diese und andere Herausforderungen werden die VDVV-Mitglieder und seinen Vorstand im kommenden Jahr beschäftigen. Heinz Preiß wird dann allerdings nicht mehr für das Amt des VDVV-Vorsitzenden kandidieren. „Zweimal stand ich schon kurz davor, diesmal höre ich definitiv auf“, kündigte er am Samstag an. Rund zwölf Monate haben die Händler jetzt Zeit, einen Nachfolger vorzuschlagen.

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