VW Golf Cabrio: Der wahre Sonnenkönig

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Überrollbügel war vorgestern. Stahl-Klappdach war gestern. Glatt gebügelt ist heute. VW setzt bei seinem neuen Golf Cabrio auf moderne Technik und lässt das Erdbeerkörbchen höchstens noch im Werbespot auftreten.

Ab Juni können VW-Fans das neue Golf Cabrio kaufen.
Ab Juni können VW-Fans das neue Golf Cabrio kaufen.
( Archiv: Vogel Business Media )

An der Cote d´Azur, wo die Schönen und die Reichen gerne Schaulaufen, präsentiert VW sein neues Kleinod: das Golf Cabrio. Neun Jahre nach dem Produktionsaus bringen die Niedersachsen ab 17. Juni wieder ein Cabriolet auf Basis ihres Kompaktwagens. Sonnenhungrige Interessenten müssen mindestens 23.625 Euro für den Neuling anlegen. Das sind immerhin 4.950 Euro mehr als für die vergleichbare dreitürige Golf-Limousine mit dem 77 kW/105 PS starken 1,2-Liter-TSI.

Die Wachablösung kommt recht unscheinbar daher. Kein Mythos oder Bezug zur griechischen Götterwelt bei der Namensgebung wie noch beim Eos, sondern schlicht und einfach: Golf Cabrio. Zurück zu den Wurzeln sozusagen. Zudem keine staunende Blicke auf den südfranzösischen Boulevards. Der Viersitzer wird bestenfalls von deutschen Touristen erkannt. Und nein, auch kein Erdbeer- oder Henkelkörbchen mehr. Die Zeiten des gut sichtbaren Überrollbügels sind vorbei.

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Stattdessen gibt es moderne Technik in Form eines versenkten, nur im Notfall ausfahrenden Überschlagschutzes und dazu umfangreiche Sicherheitskomponenten wie speziell für ein Cabrio angepasste Airbagsysteme, Versteifungen an der Karosserie und natürlich die üblichen elektronischen Helfer, die auch bei der Golf Limousine zum Einsatz kommen.

Überhaupt ist die Verwandtschaft groß. Logisch, baut der Neue doch auf dem aktuellen Dreitürer auf. Er hat aber in der Länge knapp fünf Zentimeter zugelegt, dafür ragt er sechs Zentimeter geringer in die Höhe. Die Windschutzscheibe ist außerdem stärker geneigt und das Heck hat konstruktionsbedingt eine andere Form. Die Leuchteinheiten wurden hier von der GTD-Variante übernommen. Ansonsten bedient sich das Cabrio munter im großen Bedienelemente- und Zubehörkasten des Konzerns.

Offen in neun Sekunden

Auf dem Heckabschluss falten sich nach Öffnen des Verdecks die Stoffbahnen zu einem flachen und kompakten Paket zusammen. So muss die Stoffmütze weder durch eine Abdeckung fixiert werden, noch unter einer Klappe verschwinden. Das spart Gewicht, wiegt doch das Cabrio aufgrund der zusätzlichen Versteifungen und Sicherheitsmaßnahmen schon 200 Kilogramm mehr als der Dreitürer. Das Öffnen geschieht ganz einfach. Ein Hebel in der Mittelkonsole muss nur neun Sekunden gedrückt werden, schon ist die freie Sicht nach oben möglich. Der umgekehrte Vorgang benötigt nur zwei Sekunden länger.

Diese Schnelligkeit und der Umstand, dass die zwei Elektromotoren bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h aktiv werden, erlaubt es, blitzschnell auf Wetterbedingungen oder Abgasaussonderungen der voranfahrenden Fahrzeuge zu reagieren. So reicht die Zeit während der Durchfahrt einer französischen Autobahn-Mautstelle das Verdeck zu schließen, beim Verlassen der Autobahn kann man die Bezahlstation zum Öffnen nutzen.

Man braucht sich auch nicht über langsam dahin tuckernde und schwarze Abgaswolken abgebende Lkw zu ärgern, zumindest die Geruchsbelästigung ist in elf Sekunden minimiert. Dank des gut gedämmten Verdecks hört man dann auch nicht mehr viel vom Stinker. Und wenn man endlich überholen kann, steht dem Sonnenbaden nichts mehr im Wege.

Auf Seite 2: Platz im Innenraum, aber schmale Ladeluke

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