VW: Sechs Rückrufe für acht Modelle

KBA überwacht fast alle Aktionen

| Autor: Niko Ganzer

Bei weltweit knapp 34.000 Tiguan könnte sich laut KBA der Dachkantenspoiler aufgrund eines fehlerhaften Klebeprozesses vom Fahrzeug lösen.
Bei weltweit knapp 34.000 Tiguan könnte sich laut KBA der Dachkantenspoiler aufgrund eines fehlerhaften Klebeprozesses vom Fahrzeug lösen. (Bild: VW)

Gleich mehrere VW-Rückrufe meldet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Der größte betrifft den Tiguan mit R-Line-Ausstattung der Baujahre 2015 bis 2019. Bei weltweit knapp 34.000 Einheiten könnte sich der Dachkantenspoiler vom Fahrzeug lösen. „Grund dafür ist ein nicht ordnungsgemäß abgebundener oder fehlender Flüssigkleber zwischen Spoiler und Karosserie“, erklärte ein Konzernsprecher auf Nachfrage. Etwas über 11.000 Fahrzeuge werden hierzulande überprüft und die Verklebung des Spoilers gegebenenfalls erneuert.

Über 12.600 T-Roc mit Handschaltung und 1.0 TSI-Motor können zudem ein Problem mit der elektrischen Parkbremse (EPB) haben, weil das Signal des Getriebe-Neutralgangsensors vom Motorsteuergerät nicht korrekt ausgewertet wird. „In der Folge kann nicht gewährleistet werden, dass die EPB in allen Fällen vollumfänglich greift“, sagte der Sprecher. Bei den betroffenen Fahrzeugen wird das Steuergerät für die Bremselektronik umcodiert, hierzulande bei 2.148 Exemplaren der Baujahre 2017 und 2018.

Außerdem: Beim Passat und Arteon kann sich die Pedalübersetzung der Bremse verringern und in Einzelfällen die Verbindung zwischen dem Pedal und dem elektromechanischen Bremskraftverstärker (EBKV) lösen. Dies gilt laut dem Sprecher für 714 in Deutschland registrierte Arteon und Passat der Modelljahre 2019 und 2020 (das KBA nennt 1.801 betroffene Fahrzeuge bei uns und 5.443 weltweit). Hier steht eine Überprüfung der Verrastung der Druckeingangsstange im Bremspedal und bei Bedarf ein Austausch des Aufnahmekäfigs oder des EBKVs an.

Verminderter Insassenschutz im Polo, T-Cross und Audi Q7

Wie das KBA weiter mitteilte, wurden in knapp 2.000 Polos in diesem Jahr zwischen 20. Februar und 11. März möglicherweise fehlerhafte Gurtschlosshalter hinten links verbaut. Zur Abhilfe wird das Doppelgurtschloss ersetzt, hierzulande in 688 Fahrzeugen. Bei einem Unfall könnte sich sonst aufgrund nicht ausreichender Zugfestigkeit die Verletzungsgefahr für die Insassen erhöhen.

Zudem sind die Kopfairbag-Module die Problemzone in weltweit 766 VW T-Cross des Baujahrs 2019. Eine fehlerhafte Schweißverbindung zwischen Gasgenerator und Abströmdüse kann dazu führen, dass sich der Luftsack des Kopfairbags nicht vollständig entfaltet. Der Bauteil-Tausch steht in Deutschland laut KBA bei 102 Kompakt-SUV an. Gleiches gilt für 790 Audi Q7, von denen allerdings nur 31 bei uns gemeldet sind.

Defekte Kindersicherung im T6

Eine weitere Aktion gilt für den T6 global für 1.538 Einheiten, die zwischen 27.9. und 8.11.2019 in Hannover und Poznan vom Band liefen. Betroffen sind laut einem Sprecher von VW Nutzfahrzeuge nur Fahrzeuge mit einer Schiebetür und der Zusatzausstattung „4H5“ (Kindersicherung elektrisch). In Deutschland sind das 458 Einheiten.

Es besteht die Möglichkeit, dass die elektrische Kindersicherung nicht mechanisch verriegelt, obwohl sie durch den Fahrer eingeschaltet wurde und ein dauerhaft leuchtender Taster eine ordnungsgemäße Funktion suggeriert. „Eine Fehlermeldung wird nicht angezeigt. Trotzdem lässt sich die Schiebetür von innen öffnen“, so der Sprecher. Ein etwa halbstündiges Softwareupdate schafft seit Mitte März Abhilfe.

KBA überwacht fast alle Aktionen

Die internen Aktionscodes für die genannten Programme lauten „45I5“ (T-Roc), „47P8“ (Arteon, Passat), „58D8“ (T6), „66L5“ (Tiguan), „69AT“ (Polo) sowie „69AN“ (T-Cross) und „69AJ“ (Q7). Die Maßnahme für den T-Cross ist bislang die einzige, für die das KBA keine Überwachung angekündigt hat.

Die Hotline-Nummern für weitere Infos zu den Rückrufen lauten 0800 / 8655 792 436 (VW) und 0800 / 2834 7378 423 (Audi).

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