VW/Audi-Händlerverband hat neuen Chef

Autor: Joachim von Maltzan

Dirk Weddigen von Knapp ist neuer Vorsitzender des deutschen VW/Audi-Partnerverbands. Der 59-Jährige wurde von den Delegierten zum Nachfolger von Michael Lamlé gewählt.

Firmen zum Thema

Neuer Vorsitzender des deutschen VW/Audi-Partnerverbands: Dirk Weddigen von Knapp (59)
Neuer Vorsitzender des deutschen VW/Audi-Partnerverbands: Dirk Weddigen von Knapp (59)
(Foto: Auto-Business-Group)

Der deutsche VW-/Audi-Partnerverband hat einen neuen Vorsitzenden. Die Delegiertenversammlung wählte am Mittwoch in Hannover Dirk Weddigen von Knapp mit großer Mehrheit zum neuen Verbandschef. Der 59-Jährige erhielt über 96 Prozent Ja-Stimmen und tritt damit die Nachfolge von Michael Lamlé an, der sich nach 22 Jahren an der Verbandsspitze nicht mehr zur Wahl stellte.

Weddigen von Knapp ist seit 2012 Geschäftsführer der Auto-Business-Group, der Dachgesellschaft der Wirtschaftsunternehmen des Händlerverbands. Zuvor arbeitete er fast 20 Jahre für die Gottfried-Schultz-Gruppe, davon mehrere Jahre als Geschäftsführer. 2010 machte er sich mit einer Unternehmensberatung selbstständig, bevor er im März 2012 die Geschäftsführung der Auto-Business-Group übernahm.

VW/Audi-Partnerverband: Der langjährige Verbandsvorsitzende Michael Lamlé (li.) übergibt das Amt an seinen Nachfolger Dirk Weddigen von Knapp – zum Vergrößern bitte klicken.
VW/Audi-Partnerverband: Der langjährige Verbandsvorsitzende Michael Lamlé (li.) übergibt das Amt an seinen Nachfolger Dirk Weddigen von Knapp – zum Vergrößern bitte klicken.
(Foto: von Maltzan)

Mit dem neuen Vorsitzenden bekommt der Verband auch einen neuen Namen: Die Delegierten beschlossen einstimmig die Umbenennung des Verbands von „VW- und Audi-Händlerverband“ in „VW- und Audi-Partnerverband“. Damit stellt man klar, dass der Verband auch die Interessen der Servicepartner beider Marken vertritt.

Weddigen von Knapp löst seinen Vorgänger Michael Lamlé in allen Funktionen ab. Das heißt, er übernimmt neben dem Vorstandsvorsitz des Händlerverbands auch dessen Geschäftsführung und wird Delegierter im Branchenverband ZDK. Seine Geschäftsführertätigkeit bei der Auto-Business-Group gibt er ab. Dirk Weddigen von Knapp zu seiner Wahl: „Ich biete mich als Teamplayer und Primus inter Pares an und verspreche, dass ich Ihre Stimme nicht als Geschenk betrachte, sondern sie verdienen will.“

Als neue Beiratssprecher wurden gewählt Egkbert Gogolin (VW Pkw), Christoph Bernhard (Audi), Hans Christl (VW Nutzfahrzeuge) und Rudolf Rübner (Sprecher der Servicepartner).

Der scheidende Verbandspräsident Michael Lamlé bedankte sich bei seinen Mitstreitern für „22 tolle Jahre“. Mit Blick auf seinen Nachfolger bat er die Delegierten: „Schenken Sie ihm Ihr Vertrauen und volle Rückendeckung, dann liegen die Geschicke des Verbands auch weiterhin in guten Händen."

Lamlé thematisierte aber auch die aktuelle Geschäftslage der Partnerbetriebe. Er sagte: „Das zu Ende gehende Jahr bietet uns ein Bild, das nicht ganz unzufriedenstellend ist. Die Rendite unserer Betriebe ist nicht wirklich beklagenswert, aber auch nicht zu bejubeln.“ Per September dieses Jahres konnten Volkswagen und Audi verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zwar wachsende Auslieferungszahlen (VW PKW +2,6%, Audi +2,7%) vermelden, die Rendite des Handels stagniert aber. Derzeit weisen die VW-Pkw-Exklusivbetriebe eine Umsatzrendite von 1,7 Prozent (1,5 Prozent VW-Partner gesamt) aus. Bei Audi sind es ebenfalls 1,7 bzw. 1,6 Prozent. Dabei müsse man aber noch berücksichtigen, dass rund 20 Prozent der Betriebe Umsatzrenditen um die drei Prozent erreicht und auf der anderen Seite ebenfalls 20 Prozent der Händler rote Zahlen schrieben.

Die Rendite der Partnerbetriebe sicherzustellen ist für den Vorstand des Volkswagen- und Audi-Partnerverbands ein wesentlicher Teil seiner zukünftigen Arbeit. Lamlé begrüßte in diesem Zusammenhang, dass Audi drei Prozent als notwendige Rendite für die Handelsbetriebe benannt hat. Von den anderen Marken, also Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge habe er dazu noch nichts gehört, wünsche sich aber eine klare Aussage. Dies dürfe keine Worthülse bleiben. Die Hersteller müssten die dafür notwendigen Maßnahmen auch umsetzen. Als Beispiele nannten die Beiräte grundlegende Kostenreduzierungen, Prozessvereinfachungen und eine Minimierung des Verwaltungsaufwands.

Sowohl Lamlé wie auch Weddigen von Knapp und die einzelnen Beiräte sahen als Schwerpunkte für die zukünftige Arbeit die Sicherung und Verbesserung der Profitabilität, die Sicherheit und Stabilität in den IT-Systemen, die Diskussion zum Onlinesale und Multikanalvertrieb. Auch die Digitalisierung, Telematik, Bid Data und E-Mobilität werden die Arbeit des neuen Vorstands beeinflussen.

(ID:43120834)

Über den Autor

 Joachim von Maltzan

Joachim von Maltzan

Leiter Ressort Management & Handel