Ertragssteuerung Wo in der Werkstatt Ertrag liegen bleibt

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

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Eine ungenutzte Werkstattstunde pro Tag kann sich auf Zehntausende Euro Umsatzverlust summieren. Mit einem dreistufigen Analyse-Tool will Promotor solche blinden Flecken im Werkstattalltag aufdecken.

Sinkende Wartungshäufigkeit, wartungsarme Elektrofahrzeuge und steigende Kosten setzen das Werkstattgeschäft unter Druck. (Bild:  Promotor)
Sinkende Wartungshäufigkeit, wartungsarme Elektrofahrzeuge und steigende Kosten setzen das Werkstattgeschäft unter Druck.
(Bild: Promotor)

Wie aus dem DAT-Report 2026 hervorgeht, auf den sich das Beratungsunternehmen Promotor (ebenfalls Teil der DAT-Gruppe) beruft, sank die Wartungshäufigkeit im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 0,97 Arbeiten pro Fahrzeug (2024: 1,03). Besonders spürbar ist dieser Rückgang der Werkstattkontakte bei batterieelektrischen Fahrzeugen (0,89) im Vergleich zu Benzinern (0,95) und Dieseln (1,04).

Parallel zu den sinkenden Frequenzen steigen jedoch die Kosten. So kletterten die durchschnittlichen Wartungskosten auf 542 Euro, Reparaturen schlagen mittlerweile mit mehr als 600 Euro zu Buche. Zudem öffnet sich die Preisschere auf dem Reparaturmarkt weiter: Während die Stundenverrechnungssätze branchenweit um rund sieben Prozent jährlich steigen, wuchs der preisliche Abstand zwischen Markenbetrieben und freien Werkstätten von 37 Euro im Jahr 2020 auf aktuell 64 Euro an.

Um Betrieben, Herstellern und Importeuren in diesem Marktumfeld eine datenbasierte Ertragssteuerung zu ermöglichen, bringt Promotor drei aufeinander aufbauende Analyse-Instrumente auf den Markt. Das Angebot umfasst die Module „Service Report“, „Service Briefing“ und das „Aftersales Performance Cockpit“. Als Grundlage für die Auswertungen nutzt der Beratungsanbieter die Informationen aus dem DAT-Datalake sowie die Kalkulationen aus dem System Silver-DAT 3. Diese Marktdaten verknüpft Promotor nach eigenen Angaben anschließend mit den Referenzwerten aus seiner langjährigen Erfahrung in Aftersales-Projekten, um konkrete Handlungsempfehlungen für das Management abzuleiten.

Der erste Baustein, der „Service Report“, richtet sich an Fahrzeughersteller und Importeure. Er analysiert Werkstattnetze anhand von Kalkulationsvolumen, Schadenarten, Fahrzeugsegmenten, Teilepreisen, Stundenverrechnungssätzen und Versicherungsgeschäft. Die Ergebnisse lassen sich nach Region, Betriebsstruktur und Zeitraum vergleichen. Welche finanzielle Hebelwirkung in diesen Daten steckt, zeigt Promotor an einem Rechenbeispiel: Rechnet ein Betrieb 165 Euro statt 157 Euro pro Stunde ab, ergibt sich bei 10.000 verrechneten Jahresstunden ein Umsatzplus von 80.000 Euro – bei exakt gleichem Arbeitsaufwand. Auch bei der Werkstattauslastung liegt oft Geld brach: Geht einem Betrieb aufgrund schlechter Terminplanung täglich nur eine produktive Stunde verloren, summiert sich der entgangene Umsatz bei 235 Arbeitstagen auf rund 39.000 Euro im Jahr.

Das zweite Modul „Service Briefing“ bricht die Auswertung auf den einzelnen Betrieb herunter. Mit dem System lassen sich die betriebsinternen Teilepreise, Kalkulationsmuster und Verrechnungssätze direkt mit dem regionalen Wettbewerb vergleichen. Auf Basis dieser Standortdaten lassen sich laut Promotor bestehende Abläufe spürbar optimieren: Steigt etwa die Produktivität einer Werkstatt durch geänderte Prozesse von 82 auf 87 Prozent, sind ohne zusätzliches Personal Erlöse im fünfstelligen Bereich möglich. Gleiches gilt für die Serviceberater am Empfang: Werden sie von administrativen Verwaltungsaufgaben entlastet und holen durch die gewonnene Zeit für die Kundenberatung nur einen zusätzlichen Werkstattauftrag pro Tag herein, kann der Jahresumsatz um mehrere zehntausend Euro steigen. Die Ergebnisse der Analyse werden anschließend mit der Betriebsleitung besprochen, um konkrete Maßnahmen und Verantwortlichkeiten festzulegen. Die in der Mitteilung genannten zusätzlichen Umsatzpotenziale beruhen auf Modellrechnungen und lassen sich nicht pauschal auf jeden Betrieb übertragen.

Das Aftersales Performance Cockpit (APC) dient der laufenden Steuerung. Es stellt Kennzahlen wie Kundenbindung, durchschnittlichen Auftragswert, Produktivität und Deckungsbeitrag dar. Zielwerte und eine Ampellogik sollen Abweichungen sichtbar machen. Auf operativer Ebene betrachtet das System mögliche Ursachen, etwa bei Werkstattauslastung, Terminplanung, produktiver Arbeitszeit, Auftragsstruktur oder Teileverfügbarkeit. Der Beratungsprozess reicht laut Anbieter von der KPI-Analyse über Workshops und Maßnahmenplanung bis zum fortlaufenden Monitoring.

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