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ZDK-Bilanz: „2014 noch zufriedenstellend“

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski zieht für die Kfz-Branche eine gemischte Jahresbilanz. Dem akzeptablen Fahrzeugabsatz steht ein überraschend schwaches Werkstatt- und Servicegeschäft entgegen.

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Gemischte Gefühle: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski bilanzierte in Mannheim das Autojahr 2014.
Gemischte Gefühle: ZDK-Präsident Jürgen Karpinski bilanzierte in Mannheim das Autojahr 2014.
(Foto: Michel)

Das deutsche Kfz-Gewerbe ist mit dem Neuwagen-Verkaufsgeschäft des Jahres 2014 „einigermaßen zufrieden“. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski rechnet wenige Wochen vor Jahresende mit einem Gesamtergebnis von rund 3,0 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Weniger erfreulich dagegen hat sich aus Sicht des ZDK-Präsidenten das Werkstatt- und Servicegeschäft entwickelt. Im Vergleich zu 2013 schwächelte es in fast jedem Monat.

„Der deutsche Automobilmarkt reagiert bislang sehr differenziert auf die wirtschaftliche Eintrübung“, sagte Karpinski im Rahmen eines Pressegesprächs in Mannheim. Die private Pkw-Nachfrage zeige sich seit März durchgehend schwach. Erst im September sei eine leichte Belebung eingetreten. Diese reiche allerdings nicht aus, um den bisherigen Jahresrückstand bei den privaten Kunden vollends aufzuholen. Positiver bewertet Karpinski die Entwicklung des Flotten- und Großkundengeschäfts, die sich in einem leichten Anstieg der gewerblichen Neuzulassungen spiegelt.

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Etwas weniger Besitzumschreibungen

Auch der Gebrauchtwagenmarkt habe sich nach einem guten Jahresstart eher schleppend entwickelt. Für das Gesamtjahr geht der Bonner Branchenverband von rund 6,95 Millionen Besitzumschreibungen aus. „Im kommenden Jahr dürfte die Nachfrage aufgrund des Mindestlohneffekts zunächst gedämpft sein“, sagte Karpinski. Dennoch erwartet er eine insgesamt gute Absatzentwicklung bei den Gebrauchten. 2015 sollen wieder über sieben Millionen gebrauchte Automobile ihren Besitzer wechseln.

Schwaches Werkstattgeschäft

Eher ungewöhnlich fürs Kfz-Gewerbe ist das seit geraumer Zeit schwächelnde Werkstattgeschäft. Dieses sei 2014 nie richtig in Fahrt gekommen. „Mit Ausnahme des Monats März lag die Werkstattauslastung durchgehend leicht unter Vorjahresniveau“, bilanziert Karpinski. Bereits zum Jahresstart habe der milde Winter das Reparatur- und Unfallgeschäft ausgebremst. Der ZDK-Präsident hofft im Servicegeschäft auf ein gutes letztes Quartal. „Wir gehen davon aus, dass das Werkstattgeschäft im Jahr 2014 leicht unter dem Vorjahreswert abschließen wird“, sagte Karpinski. Auch im kommenden Jahr sei im Werkstattgeschäft keine nachhaltige Besserung zu erwarten.

Keine Zeit für Pessimismus

Unterm Strich geht der Verband von „einem etwas schwächeren Automobiljahr 2015“ aus. „Wir werden uns aber auch im kommenden Jahr sowohl im Neuwagengeschäft als auch im Gebrauchtwagengeschäft innerhalb des als normal anzusehenden Korridors von drei bzw. sieben Millionen Einheiten plus/minus fünf bis zehn Prozent bewegen“, sagte Karpinski. Es gebe keinen Grund für übertriebenen Pessimismus. Für positive Stimmung in 2015 dürfte seiner Meinung nach die Frankfurter IAA sorgen, die auf das Kfz-Gewerbe „abstrahlen“ werde.

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