VW-Service im Rückruffieber Zwischen rostigen Schrauben und defekten Hochvoltmodulen

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 5 min Lesedauer

Ein Besuch bei einem VW-Partner zeigt, mit welchen Herausforderungen das Servicenetz angesichts der vielen Rückrufe zu kämpfen hat – aber auch, welche Chancen sich dadurch ergeben. Und nicht zuletzt, wie KI bei der Abwicklung helfen kann.

Wenn die Batterie offen ist, besteht Lebensgefahr – deshalb der Vollschutz. Sind die Verbindungen zwischen den Modulen gelöst, sinkt die Spannung auf unter 60 Volt.(Bild:  Rosenow – VCG)
Wenn die Batterie offen ist, besteht Lebensgefahr – deshalb der Vollschutz. Sind die Verbindungen zwischen den Modulen gelöst, sinkt die Spannung auf unter 60 Volt.
(Bild: Rosenow – VCG)

Wenn man ein gutes Autohaus besucht, dann kommen immer mindestens zwei Geschichten dabei heraus – die, die der Grund für den Besuch war, und eine Idee für die nächste. So funktioniert das auch beim Autohaus Hermann Klein in Fuldatal. Bereits bei unserem letzten Abstecher zu dem Volkswagen-Partner nach Nordhessen im Frühjahr – zum Jurybesuch anlässlich des Automotive Business Awards – hatte uns Serviceleiter Pierluigi Proietto auf sein neuestes Projekt hingewiesen: eine zusätzliche Werkstatt für aufwendige Diagnosearbeiten und Updates sowie für Hochvoltreparaturen. Die wollten wir uns natürlich unbedingt anschauen.

Doch als wir es dann 22. Oktober endlich nach Fuldatal schafften, ging es im Gespräch zuerst nur um das Thema KI. Wie das? Nun, im September war plötzlich die „48VS“-Welle über das VW-Servicenetz hereingebrochen. Plötzlich mussten weltweit Millionen Fahrzeuge wegen einer Befestigungsschraube an der Lenkung, die korrodieren und möglicherweise abreißen kann, in die Werkstätten – beim Autohaus Hermann Klein sind es über 800 Fahrzeuge allein im eigenen Kundenbestand.