125 Jahre Auto: Einmal volltanken bitte!

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Der Siegeszug des Automobils bedingte eine ganze Reihe weiterer Umwälzungen. So musste eine komplette Versorgungsinfrastruktur aufgebaut werden. Von der Apotheke führte der Weg zur Tankstelle.

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Ohne Tankstellen kein Auto - die Geschichte des Automobils geht mit der Entwicklung eines Tankstellennetzes einher.
Ohne Tankstellen kein Auto - die Geschichte des Automobils geht mit der Entwicklung eines Tankstellennetzes einher.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das eine kann sich nicht entwickeln ohne das andere: Die weltweite Erfolgsgeschichte des Automobils wäre nicht möglich gewesen ohne den Aufbau eines Tankstellennetzes. Wurde die Mobilität anfangs vor allem vorangetrieben durch die Versorgung mit Energieträgern wie Mineralöl, Elektrizität und Festbrennstoffen für die frühen Benzin-, Batterie- und Dampf-Motorkutschen, so konzentrierte sich der Bedarf rasch auf das Vertriebsnetz für Benzin und andere Mineralölprodukte. Dabei waren die Benzinstationen, die von den ersten Automobilen angesteuert wurden, keineswegs mit den heutigen zu vergleichen. Heute wiederum leisten Tankanlagen mit Wasserstoff und - einmal mehr - Stromladestationen die Pionierarbeit für die Mobilität der Zukunft.

Der Anfang war schwer: So kaufte etwa Bertha Benz im August 1888 auf der ersten Überlandfahrt mit dem von ihrem Mann entwickelten Motorwagen das benötigte Leichtbenzin Ligroin in einer Apotheke - anders waren große Distanzen wie die von jener ersten weiblichen Automobilistin angegangene 100-Kilometer-Fahrt Mannheim-Pforzheim nicht zu bewältigen.

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Ligroin war damals ein gängiges Mittel zum Waschen von Kleidung und wurde ebenso wie Petroleum nur in kleinen Mengen in Apotheken geführt. Erst um die Jahrhundertwende wurde eine breite Palette weiterer Verkaufsstellen für Kraftstoffe eingerichtet. Rasch nahmen Kolonialwarenhändler, Hotels, Gaststätten, Schmieden und Drogerien Treibstoffe in ihr Sortiment auf. So enthielt ein frühes Tankstellenverzeichnis von 1909 bereits über 2.500 entsprechende Eintragungen.

Riskantes Geschäft

Es war ein Geschäft mit beträchtlichem Risiko, denn Unfälle mit entzündetem Benzin beim Umfüllen waren in jenen Tagen keine Seltenheit. Kein Wunder - dienten doch meist ausgediente Fässer, Flaschen, Kannen und Kanister als Treibstoffbehälter.

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