Hennessey Blackbird Absage an den Zeitgeist mit Saugmotor und Handschalter

Von sp-x 2 min Lesedauer

Bislang hatte Hennessey seine Sportwagen stets auf Superlative getrimmt. Nun gibt man sich bescheidener. Und verwendet den Namen eines in den USA legendären Militärfliegers.

Mit dem Blackbird bringt der US-Sportwagenbauer Hennessey in ein paar Jahren seine dritte Baureihe auf den Markt.(Bild:  Hennessey)
Mit dem Blackbird bringt der US-Sportwagenbauer Hennessey in ein paar Jahren seine dritte Baureihe auf den Markt.
(Bild: Hennessey)

Der Sportwagenhersteller Hennessey hat mit dem Blackbird sein bislang drittes Modell vorgestellt. Statt wie die Vorgänger Venom GT und Venom F5 in absurde Geschwindigkeitsregionen vorzudringen, soll bei dem Neuling „sportliches Genussfahren“ im Fokus stehen. Der Zweisitzer verzichtet auf Aufladung, Hybridtechnik und extreme Leistungswerte und setzt stattdessen auf Leichtbau, Saugmotor, Heckantrieb und Handschaltung. 2029 oder 2030 soll der Blackbird zu Preisen ab umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro in einer Auflage von 71 Exemplaren weltweit auf den Markt kommen.

Herzstück der Mittelmotorflunder ist ein 6,2-Liter-V8, den Hennessey zusammen mit Ilmor Engineering entwickelt und auf 800 bis 850 PS trimmen will. Mehr als 9.000 Touren soll das Aggregat vertragen und einen Sprint auf 100 km/h in deutlich unter drei Sekunden erlauben. Maximal peilt Hennessey rund 350 km/h an. Zum Vergleich: Der mehr als 2.000 PS starke Venom F5 ist zumindest theoretisch für über 500 km/h gut.

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Die Kraftübertragung übernimmt ausschließlich ein manuelles Sechsganggetriebe mit offener Schaltkulisse. Beim Monocoque und den Karosserieteilen setzt Hennessey auf Kohlefaser, wodurch das Trockengewicht unter 1.360 Kilogramm bleiben soll. Zum Fahrwerk gehören innenliegende Federelemente und adaptive Dämpfer. Traktionskontrolle und ABS sollen den Piloten vor größeren Missverständnissen mit dem Heckantrieb bewahren.

Traditionelle Bauteile

Namensgeber und gestalterisches Vorbild ist das Aufklärungsflugzeug Lockheed SR-71 Blackbird. An den von der US-Armee von 1964 bis 1998 eingesetzten Militärflieger erinnern unter anderem die lang gestreckte Silhouette, scharf gezeichnete Karosseriekanten und zwei aktive, senkrechte Stabilisatoren am Heck. Sie fahren automatisch bei 71 mph, umgerechnet rund 114 km/h, aus. Über Flügeltüren gelangt man in das Cockpit des Hennessey Blackbird, das weitgehend ohne digitale Ablenkung auskommt. Statt Displays und Lenkradtasten gibt es einen großen analogen Drehzahlmesser, klassische Schalter und einen herkömmlichen Zündschlüssel.

Ganz asketisch fällt der Blackbird nicht aus. Ein adaptives Fahrwerk, eine Audioanlage, vier Getränkehalter und Platz für zwei große Handgepäckkoffer sollen auch lange Reisen angenehm machen. Nach Angaben des Herstellers ist der Wagen für Tagesetappen von rund 1.300 Kilometern ausgelegt. Mehr als zwei Drittel der geplanten Produktion seien bereits vergeben. Seine Publikumspremiere feiert der Blackbird Mitte August im Rahmen der Monterey Car Week in Kalifornien.

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