Škoda Octavia Auch der Neue ist schon Oldtimer

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

Der Name war alt, der Rest komplett neu. Als der Octavia der 2. Generation 1996 das Licht der Welt erblickte, hatten vermutlich nur wenige vermutet, dass der Wagen der traditionsreichen Marke aus Mladá Boleslav eine derart lange Karriere vor sich haben würde.

Am 3. September 1996 rollte der erste Škoda Octavia der modernen Generation in Mladá Boleslav vom Band. Bis heute wurden fast 7,9 Millionen Stück produziert.(Bild:  Škoda)
Am 3. September 1996 rollte der erste Škoda Octavia der modernen Generation in Mladá Boleslav vom Band. Bis heute wurden fast 7,9 Millionen Stück produziert.
(Bild: Škoda)

Zugegeben: Neu ist der Octavia als Oldtimer nicht. Schließlich baute Škoda bereits in grauer Vorzeit ein Auto mit diesen Namen. Den trug dieses allerdings nicht von Anfang an. Denn das Licht der Welt erblickte der als „Zwischenmodell“ vorgesehene Wagen 1959 als „Orlik“. Eingeführt wurde er dann jedoch als „440“ (4 Zylinder, 40 PS). 1959 erfolgte ein Facelift und von da ab, da er die achte Generation Škoda-Automobile verkörperte, nannte man ihn Octavia. 1964 ersetzte der Hersteller die Stufenheckversion durch den heckmotorgetriebenen1000 MB. Nur der Octavia als Kombi blieb bis 1971 in Produktion.

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Den neuen Octavia stellte Škoda (als Limousine) am 4. April 1996 vor. Die Serienproduktion begann dann am 3. September. Dér Kombi folgte im März 1998, und 1999 kam eine Allradversion hinzu. Und im Jahr 2000 feierte der erste Octavia RS sein Debüt. Diese Octavia Generation erwies sich als echte Erfolgsgeschichte: Insgesamt wurden 1,44 Millionen Einheiten produziert und ausgewählte Varianten blieben bis 2010 in Produktion, obwohl die zweite moderne Octavia-Generation bereits 2004 vorgestellt worden war.

Das ursprüngliche Design kam nicht an

Die Entscheidung, den historischen Namen Octavia wiederzubeleben, fiel während der Entwicklung eines neuen Fahrzeugs. Die Arbeiten begannen 1992, ein Jahr nachdem Škoda Auto dem Volkswagen Konzern beigetreten war. Der Zugang zur Technologie des Konzerns unterstützte die Entwicklung eines praktischen Autos, dessen Design von Dirk van Braeckel, dem damaligen Designchef von Škoda, stammt. Ursprünglich hatte Giorgetto Giugiaro Anfang der 90er ein Design für den Octavia entworfen. Bei der Vorstellung des Modells empfand der damalige tschechische Ministerpräsident Václav Klaus – der tschechische Staat war noch Mitgesellschafter bei Škoda – das Auto jedoch als „zu italienisch“. Ferdinand Piëch, der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns als Hauptgesellschafter, folgte dieser Sichtweise, so dass van Braeckel ein neues Außendesign miteiner strafferen, eher kantigen Form und einem größeren Kühlergrill. Da die Werkzeuge für die Karosserie jedoch bereits produziert waren, wurde das Design Giugiaros die Basis des Seat Toledo II (mit neuer Front) .

Nachfolgende Generationen bauen auf Stärken auf

Die zweite Generation baute auf den bewährten Konzept auf und bot noch mehr Platz im Innenraum, ein um 32 Liter vergrößertes Kofferraumvolumen sowie verbesserte Praktikabilität und neue Technologien wie das DSG Doppelkupplungs-Getriebe. Bis zum Produktionsende im Jahr 2013 wurden 2,6 Millionen Einheiten dieser Generation gebaut.

Die von 2012 bis 2020 gebaute dritte Generation des Škoda Octavia erreichte ein ähnlich hohes Produktionsvolumen und führte fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und Technologien ein, die zuvor Fahrzeugen höherer Segmente vorbehalten waren. Gleichzeitig verfügte sie über eine leichtere Karosserie, optimierte TSI- und TDI-Motoren sowie eine „GreenLine“-Version. Diese umfasste Technologien zur Senkung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen, darunter spezielle Unterbodenverkleidungen, Bremsenergie-Rückgewinnung und Reifen mit geringem Rollwiderstand.

Die aktuelle, vierte Generation des Octavia feierte im November 2019 als Limousine und Combi ihr Debüt. Nach einer Modellpflege Anfang 2024 bietet sie nun weiter verbesserte Konnektivität und Sicherheit mit bis zu zehn Airbags. Hinzu kommen Fahrerassistenzsysteme wie der Aufmerksamkeits- und Müdigkeitsassistent. Ein neuer Algorithmus hilft dabei, den Ermüdungsgrad des Fahrers genauer einzuschätzen.

Der Octavia war 2005, 2006 und 2012 das Importauto mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland. Der Octavia erreicht in Deutschland gute Verkaufszahlen, da ihm ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt wird und er geräumiger ist als der Golf bzw. dessen Schrägheck- oder Kombivariante. Nach wie vor ordnet das Kraftfahrtbundesamt (KBA) den Octavia als Fahrzeug der Kompaktklasse eingetragen. Die Motorpresse kategorisiert den Wagen aufgrund seiner Größe regelmäßig als Mittelklassewagen ein.

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