ADAC-Kindesitztest Crashtest offenbart Sicherheitsmängel

Von sp-x 2 min Lesedauer

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Zwei Kindersitze haben im ADAC-Crashtest gravierende Schwächen gezeigt: Gurtschlösser versagen, ein Stützfuß entriegelt sich. Ein Modell wurde bereits zurückgerufen, beim anderen gibt es eine sichere Nutzungsalternative.

Der Sitz von Axkid machte im Crashtest keinen guten Eindruck.(Bild:  ADAC/Test und Technik)
Der Sitz von Axkid machte im Crashtest keinen guten Eindruck.
(Bild: ADAC/Test und Technik)

Der ADAC warnt vor der Nutzung zweier Kindersitze, die bei kürzlich durchgeführten Crashtests sicherheitsrelevante Schwächen zeigten. Betroffen sind der Britax Römer Baby-Safe Pro in Verbindung mit der Isofix-Station „Vario Base 5Z“ sowie der Axkid Minikid Core. Die vollständigen Ergebnisse des gemeinsam mit Stiftung Warentest durchgeführten Kindersitztests werden am 20. Oktober veröffentlicht.

Beim Baby-Safe Pro kann sich in der Schlafposition bei einem Aufprall das Gurtschloss öffnen, sodass das Kind aus der Schale geschleudert werden könnte. Der ADAC rät deshalb, die Babyschale auf der Isofix-Basis möglichst aufrecht zu verwenden. Alternativ lässt sie sich ohne „Vario Base 5Z“ mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigen. In diesem Fall hielt das Gurtschloss sowohl in Sitz- als auch in Liegeposition. Auf der Isofix-Basis bot die Schale in aufrechter Position ebenfalls guten Schutz.

Der Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Vario Base 5Z(Bild:  ADAC/Ralph Wagner)
Der Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Vario Base 5Z
(Bild: ADAC/Ralph Wagner)

Beim Axkid Minikid Core traten die Probleme ebenfalls in Liegeposition auf. Im Crashtest entriegelte sich der Stützfuß, zudem brach das Gurtschloss des Hosenträgergurts aus der Sitzschale. Der Dummy blieb zwar im Sitz, die dabei auftretenden Belastungen waren jedoch so hoch, dass der ADAC den Kindersitz mit „mangelhaft“ bewertet.

Der Axkid Minikid Core(Bild:  ADAC/Ralph Wagner)
Der Axkid Minikid Core
(Bild: ADAC/Ralph Wagner)

Beide Hersteller haben auf die Testergebnisse reagiert. Britax Römer untersucht nach eigenen Angaben die Ursache und will anschließend über mögliche Maßnahmen wie Austausch oder Reparatur entscheiden. Axkid hat den Minikid Core bereits zurückgerufen und den Verkauf eingestellt. Besitzer können ihn kostenlos gegen einen Minikid Pro 4 tauschen.

Ein gesetzlicher Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch ergibt sich aus dem schlechten Abschneiden im Test grundsätzlich nicht. Der ADAC empfiehlt betroffenen Eltern dennoch, sich an den jeweiligen Hersteller zu wenden und mögliche Austausch- oder Kulanzlösungen zu klären.

Teuerster Sitz ist Testsieger

Die meisten Kindersitze bieten allerdings guten Schutz. Insgesamt haben sieben der überprüften 16 Kindersitze im Herbsttest die Note „gut“ erhalten. Fünf weitere Modelle wurden mit „befriedigend“ bewertet, zwei erhielten ein „ausreichend“. Zwei Sitze fielen mit der Note „mangelhaft“ durch. Die Tester untersuchten neben der Sicherheit bei Unfällen auch Bedienung, Ergonomie und Schadstoffbelastung. Die Preise der geprüften Produkte lagen zwischen 65 und 570 Euro.

Den Testsieg holte die Babyschale Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit Isofix-Basis Family Fix Slide Pro (570 Euro). Sie erreichte die Gesamtnote 2,1 und punktete unter anderem mit einer leichten, herausnehmbaren Tragetasche. Ebenfalls gute Ergebnisse erzielten die Babyschalen Cybex Cloud G3 mit Base G3 (460 Euro) und Joie i-Gemm 3 mit i-Base Encore (330 Euro), die jeweils die Note 2,2 erhielten.

Unter den Sitzen für Kleinkinder schnitt der Recaro Toron 1 (550 Euro) mit der Note 2,3 am besten ab. Er eignet sich für Kinder von der Geburt bis zu einem Alter von rund vier Jahren. Ebenfalls mit „gut“ bewertet wurden der Cybex Sirona G3 mit Base G3 (500 Euro) und der Maxi-Cosi Mobi Fix Pro (550 Euro), die jeweils die Note 2,5 erreichten.

Bei den Sitzerhöhungen für größere Kinder erreichte der Lionelo Neal i-Size (100 Euro) die Note 3,5. Der besonders günstige Joie i-Provo (65 Euro) kam aufgrund von Schwächen beim Seitenaufprallschutz lediglich auf ein „ausreichend“ (3,6).

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