Dächer aus Acrylglas

Redakteur: Norbert Rubbel

Mit rund 220 Euro pro Quadratmeter kostet ein Acryldach weniger als die Hälfte eines Glasdaches. Zudem wiegt es weniger und ist optisch kaum von Echtglas zu unterscheiden.

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Überdachungen aus Acryglas sind preiswerte Alternativen zu Glasdächern.
Überdachungen aus Acryglas sind preiswerte Alternativen zu Glasdächern.
( Foto: Roda )

Transparent und taghell – das sind die wichtigsten Anforderungen an eine moderne Fahrzeugausstellung. Deshalb war Glas bisher als Baustoff unverzichtbar. Ein Quadratmeter Echtglas kostet jedoch bis zu 550 Euro und wiegt etwa 30 Kilogramm. Zudem erfordert Glas eine aufwendige Statik. Dank der technologischen Entwicklung steht inzwischen eine günstigere Alternative zur Verfügung: Acryl.

Gegenüber Glas wiegt der Kunststoff nur etwa ein Fünftel und ist von ihm optisch fast nicht zu unterscheiden. „Die Dichte einer Echtglas-Verscheibung ist 1,5-mal höher“, erläutert Ronald Nickelsen von der KFA Bauplanung GmbH in Hamburg. Kunststoff sei zudem elastischer und könne in wesentlich geringeren Materialstärken verarbeitet werden.

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Bei Fahrzeugüberdachungen mit einem Tragwerk aus Aluminium und Stahl lassen sich Spannweiten von rund 15 Metern realisieren. Der Vorteil: Pfeiler, die beim Rangieren der Autos stören, entfallen. Ausstellungsfahrzeuge können den Interessenten somit in wenigen Minuten für Probefahrten bereitgestellt werden.

Kosten um die Hälfte senken

Mit rund 220 Euro pro Quadratmeter kostet ein Acryldach weit weniger als die Hälfte eines Glasdaches. Eine gute Investition – das weiß auch Architekt Ulrich Köhler von der Daimler Real Estate in Stuttgart: „Faules Laub und Schnee auf den Autos sind gewiss keine Verkaufshilfen. Beim Gebrauchtwagenhandel sind Überdachungen in der Regel bereits Standard.“

Auch im Service haben sich Acryldächer bewährt. „Wir haben inzwischen eine Hebebühne und einen Bremsprüfstand ins Freie verlegt und überdacht. Um ein Rad zu wechseln oder den Ölstand zu prüfen, müssen wir jetzt nicht mehr die Abläufe in der Werkstatt unterbrechen“, erklärt Kurt Modenbach, Inhaber des gleichnamigen Meisterbetriebs in Hauneck-Rotensee. Positiver Nebeneffekt: Die überdachten Arbeitsplätze haben das Gebäude architektonisch aufgewertet.

Hohe Lichtbeständigkeit vermeidet Verfärbungen

Das Vorurteil, Kunststoffe würden rasch vergilben, ist längst überholt. „Die hohe Lichtbeständigkeit des Materials vermeidet Verfärbungen – auch bei langjährigem Einsatz im Freien. Dabei besitzt Acrylglas eine Lichtdurchlässigkeit, die mit der von Echtglas nahezu identisch ist“, betont Heinz Roelofsen, Geschäftsführer der Roda GmbH in Kleve, einem Spezialbetrieb für Großflächenüberdachungen. Auch der Pflegeaufwand halte sich in Grenzen. So reinige sich rund geformtes Acrylglas bei Regen praktisch von selbst.

Investitionen in neue Überdachungen lassen sich beispielsweise durch Fotovoltaik-Elemente refinanzieren. Für extrem leichte Flachdachkonstruktionen eignen sich dünnschichtige Solarmodule.

Auch die Versicherungskosten sinken: Nachdem sich die Anzahl der Hagelschäden an den Automobilen in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, honorieren die meisten Versicherer vorbeugende Baumaßnahmen durch Beitragsnachlässe.

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