Anpassung der Branchenstatistik Das Kfz-Gewerbe ist deutlich größer

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Der ZDK passt seine Zählweise der Branche der des Bundesamts für Statistik an. Das gesamte Gewerbe zählt danach nun 705.000 Beschäftigte statt bisher 468.000.

Die Kfz-Branche ist größer als bisher vom ZDK kommuniziert: Hintergrund ist eine an das Statistische Bundesamt angepasste Zählweise.(Bild:  KI-generiert)
Die Kfz-Branche ist größer als bisher vom ZDK kommuniziert: Hintergrund ist eine an das Statistische Bundesamt angepasste Zählweise.
(Bild: KI-generiert)

Die Botschaft des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist klar: „Wir sind mehr und stärker.“ Der ZDK hat seine Branchenstatistik grundlegend überarbeitet und weist als Dachverband das Kfz-Gewerbe künftig deutlich größer aus als bisher. Statt der bislang genannten rund 39.000 Betriebe mit 468.000 Beschäftigten zählt der Dachverband nun 84.000 Unternehmen mit 705.000 Beschäftigten.

Auch die Neuberechnung für 2025 zeigt die wirtschaftliche Dimension der Branche. Mit den neu veröffentlichten ZDK-Branchenzahlen entsteht für das Jahr 2025 in der gesamten Kfz-Branche ein Umsatz von ca. 243 Milliarden Euro. Der ZDK stellte die neuen Betriebs- und Beschäftigtenzahlen anlässlich der Automechanika Frankfurt vor, der weltweit größten Leitmesse des Automotive Aftermarket.

Neue Zählweise orientiert sich an Destatis

Der sprunghafte Anstieg der Kennzahlen ist nicht auf ein tatsächliches Branchenwachstum zurückzuführen, sondern auf eine veränderte Zählweise. Der ZDK orientiert sich bei der Neuberechnung an den Standards und der Datenlogik des Statistischen Bundesamtes und stellt seine Statistik damit auf eine breitere, amtliche Datenbasis. Grundlage sind die amtlichen Wirtschaftszweige „Handel mit Kraftwagen“ sowie „Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen“, ergänzt durch fachliche Anpassungen des Verbands. Entscheidend ist dabei eine begriffliche Weichenstellung: Der ZDK trennt künftig konsequent zwischen Mitgliedschaft und Branche.

Die veröffentlichten Zahlen bilden demnach die gesamte wirtschaftliche Realität des Kfz-Gewerbes ab – unabhängig davon, ob die jeweiligen Unternehmen einer Innung oder einem Verband angehören. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn begründet diesen Schritt mit dem Selbstverständnis des Verbands: „Der ZDK ist die Dachmarke des gesamten Kfz-Gewerbes. Unser Anspruch ist es deshalb, die Branche in ihrer ganzen Breite abzubilden und ihre Interessen umfassend zu vertreten.“

Für die deutlich höheren Zahlen sind mehrere Faktoren verantwortlich. Anders als bislang fließen nun sämtliche Beschäftigte in die Statistik ein – neben Vollzeitkräften also auch Teilzeitbeschäftigte, Selbstständige und weitere Unternehmensbereiche. Hinzu kommt, dass kleine Unternehmen sowie zusätzliche Tätigkeitsfelder des Kfz-Gewerbes nun ebenfalls erfasst werden.

Statt von Betrieben ist nun von Unternehmen die Rede

Auch die Wortwahl wurde angepasst: Der ZDK spricht nicht mehr von „Betrieben“, sondern von „Unternehmen“ und folgt damit der amtlichen Definition, wonach ein Unternehmen mehrere rechtliche Einheiten und Standorte umfassen kann. Nicht eingerechnet ist bislang der Handel mit Kraftfahrzeugteilen. Würde dieser Bereich berücksichtigt, läge die Beschäftigtenzahl nach Verbandsangaben sogar deutlich über 800.000.

Peckruhn wertet die Neuberechnung als Beitrag zu einer realistischeren Wahrnehmung der Branche: „Das Kfz-Gewerbe ist eine der großen Säulen der deutschen Wirtschaft – und deutlich größer, als bislang sichtbar war.“ Diese Bedeutung müsse sich auch in Statistik, öffentlicher Wahrnehmung und politischen Entscheidungen widerspiegeln, so der ZDK-Präsident weiter. Soll heißen, von der neuen Zählart verspricht sich der Dachverband des Kfz-Gewerbes auch mehr Gewicht bei seiner Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel.

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