Neuzulassungen September Der BEV-Boom wirkt zunehmend disruptiv

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

Das aktuelle Interesse an Elektroautos wirbelt die Zulassungsstatistiken und die Absatzkanäle durcheinander. Wie sehr das Interesse an BEV den Privatkundenmarkt treibt, lässt sich an einer Dataforce-Analyse ablesen.

Elektroautos stehen derzeit im Fokus vieler Privatkunden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Elektroautos stehen derzeit im Fokus vieler Privatkunden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Neuwagenmarkt ist derzeit ganz klar ein Privatkundenmarkt. Wie aus einer Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, sind Privatkäufe das einzige echte Wachstumssegment im Neuwagenvertrieb. Die Privatzulassungen legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28 Prozent auf knapp 103.500 Einheiten zu. Ebenfalls zugelegt haben die Pkw-Neuzulassungen der Vermieter. Sie steigerten ihr Volumen immerhin um 8 Prozent auf 27.600 Einheiten.

Dataforce sieht in der Entwicklung einerseits „ein starkes Signal für den Pkw-Markt“. Gleichzeitig sehen die Experten die einseitige Entwicklung jedoch als Achillesferse des Aufschwungs, insbesondere da der Gewerbekundenmarkt kaum Bewegung zeigt. Trotzdem ergeben sich „durch den schnellen Antriebswandel große Chancen: Wer jetzt attraktive Elektroangebote, wettbewerbsfähige Preise und Verfügbarkeit verbindet, kann Volumen absetzen“.

Zumindest scheinen die Händler den Privatkundenschwung derzeit für profitable Geschäfte zu nutzen. Ihre Eigenzulassungen, sprich die Produktion von Kurzzulassungen, hat der Handel deutlich eingeschränkt (-11 %). Und auch die Hersteller bespielen diesen Absatzkanal sehr verhalten – mit ebenso vielen Einheiten wie im Vorjahresmonat bei einem um insgesamt um 9 Prozent wachsenden Markt.

Trotz der positiven Entwicklung weisen die Dataforce-Analysten explizit darauf hin, dass die Dynamik des Privatkundengeschäfts nicht zuletzt an externen Faktoren wie der Elektroförderung und den hohen Kraftstoffpreisen hängt. Das Volumen des Flottenmarkts liegt nach neun Monaten dagegen 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Elektrifizierung auf disruptivem Niveau

Mehr als jeder dritte Neuwagen war im September rein elektrisch angetrieben, weitere 11 Prozent waren Plug-in-Hybride. Diese Zahlen sprechen durchaus für disruptive Vorgänge – insbesondere im Privatkundenmarkt. Die BEV-Zulassungen stiegen in diesem Segment um 171 Prozent auf 50.418 Fahrzeuge. Damit waren 48,7 Prozent aller privat zugelassenen Pkw rein elektrisch. Gleichzeitig verloren Benziner und Diesel um 26 beziehungsweise 27 Prozent.

Auch im Flottenmarkt nimmt die Elektrifizierung weiter zu. Batterieelektrische Fahrzeuge legten um 54 Prozent auf 23.431 Einheiten zu und erreichten einen Anteil von 33,8 Prozent. Für Hersteller und Importeure wird damit immer deutlicher, dass die Marktanteile derzeit neu verteilt werden können – je nach Angebot. „Für etablierte Hersteller steigt der Druck, wettbewerbsfähige elektrische Angebote konsequent in die Breite des Marktes zu bringen“, heißt es in der Dataforce-Analyse.

Privatkunden halten sich im Transportermarkt zurück

Anders stellt sich Entwicklung der Transporter-Zulassungen dar – einer Sonderauswertung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities. Von diesen Fahrzeugen wurden im September zwei Prozent weniger zugelassen als im Vorjahresmonat. Interessanterweise war auch hier das Privatkundengeschäft ausschlaggebend – allerdings in die gegenläufige Entwicklung. Denn die Privatzulassungen sanken um 16 Prozent.

Dagegen blieb das Zulassungsvolumen im Flottenmarkt stabil (+0,6 %). Die Zulassungen der Vermieter stiegen um 32 Prozent, die Hersteller ließen 55 Prozent mehr Transporter auf ihren Namen zu – möglicherweise im Umfeld der IAA Transportation. Im Handel sanken die Eigenzulassungen dagegen um 27 Prozent.

Generell erfasst die Elektrifizierung auch den Transportermarkt immer stärker. 16 Prozent der Neuzulassungen waren BEV – vor Jahresfrist lag der Anteil bei 9 Prozent. Damit ergeben sich laut Dataforce auch im Transportermarkt „Potenziale für neue Impulse“.

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