US-Automarkt Deutsche Hersteller erholen sich schneller

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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2023 hat sich die Lage auf dem US-Markt deutlich verbessert, auch wenn das Niveau vor der Pandemie noch lange nicht wieder erreicht ist.

Einige US-amerikanische Autobauer hatten vergangenes Jahr mit dem wochenlangen Streik der mächtigen Autogewerkschaft UAW (United Auto Workers) zu kämpfen. (Bild:   / CC0)
Einige US-amerikanische Autobauer hatten vergangenes Jahr mit dem wochenlangen Streik der mächtigen Autogewerkschaft UAW (United Auto Workers) zu kämpfen.
(Bild: / CC0)

Am US-Automarkt gehen die Verkaufszahlen nach mehreren schweren Jahren wieder nach oben. Spitzenzeiten wie vor der Corona-Pandemie sind aber weiterhin nicht in Sicht: Für das neue Jahr gehen Experten wegen der gestiegenen Zinsen und hohen Neuwagenpreise nur von kleinen Zuwächsen aus. Die deutschen Hersteller können in der aktuellen Situation mehrheitlich wieder punkten und wollen auf dem zweitwichtigsten Automarkt der Welt in den kommenden Jahren weiter angreifen.

Im vergangenen Jahr verkauften die Autobauer auf dem US-Markt nach Daten des Branchendienstes Wards Intelligence rund 15,5 Millionen Pkw und kleine Nutzfahrzeuge. Das waren gut 12 Prozent mehr als im schwachen Vorjahreszeitraum, als Lieferprobleme infolge der Covid-Pandemie die Produktion und Auslieferung von Autos deutlich eingeschränkt hatten. Das hat sich 2023 spürbar gebessert. Dennoch bleibt der Markt weit hinter den Zahlen von um die 17 Millionen Autos in den fünf Jahren vor der Pandemie zurück.

Viele Kunden brechen weg

Der Marktforscher Cox Automotive rechnet im gerade begonnenen Jahr mit einem Verkaufsplus von weniger als 2 Prozent. Cox-Chefvolkswirt Jonathan Smoke sieht das Marktvolumen in den kommenden Jahren eher bei rund 16 Millionen Fahrzeugen, weil sich viele Haushalte kein Auto mehr leisten könnten. „Wir haben einen starken Rückgang der Haushalte mit mittlerem und niedrigem Einkommen erlebt“, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. 10 Prozent der Käuferschicht seien verloren gegangen.

Die Situation der deutschen Autohersteller sieht hingegen besser aus. Der Autobauer BMW konnte die Verkäufe in den USA im vierten Quartal steigern: 107.881 Fahrzeuge der Marke BMW seien verkauft worden, teilte das Unternehmen am Vorabend in Woodcliff Lake mit. Das waren 6 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 2023 wurden mit 362.244 Autos sogar 9 Prozent mehr abgesetzt als im Jahr davor.

Auch die Volkswagen-Tochter Audi hat im vierten Quartal die Verkäufe in den USA gesteigert. Mit 60.670 Fahrzeugen seien 12 Prozent mehr ausgeliefert worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2023 wurden mit 228.550 Autos sogar 22 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr.

Deutsche Autobauer legen zu

Noch haben nicht alle Hersteller ihre offiziellen Zahlen für den Schluss des vergangenen Jahres vorgelegt. Doch Marktforscher gehen auch bei der Marke Volkswagen sowie beim Sportwagenbauer Porsche aus dem VW-Konzern von einem Plus aus. VW dürfte demnach 2023 fast ein Zehntel mehr verkauft haben als ein Jahr zuvor, Porsche gut 6 Prozent mehr. Einzig Mercedes-Benz ist den Daten zufolge auf dem US-Markt auf der Stelle getreten. Die Stuttgarter hatten im Jahresverlauf Probleme bei der Belieferung mit 48-Volt-Batterien bekommen, was den Absatz bestimmter Modelle bremste.

Die US-Anbieter hatten teils mit dem wochenlangen Streik der mächtigen Autogewerkschaft UAW (United Auto Workers) zu kämpfen. General Motors (GM) etwa kam im Schlussquartal nur auf ein Verkaufsplus von 0,3 Prozent, also 625.176 Autos. Im Gesamtjahr fuhr GM jedoch eine Steigerung um 14 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge ein.

Plus für japanische Hersteller

Der Mehrmarkenkonzern Stellantis, der über seine Marken Chrysler, Dodge, Ram und Jeep stark in den USA vertreten ist, musste im Schlussquartal und auch im Gesamtjahr einen kleinen Rückgang einstecken. Die Zahlen von US-Branchenriese Ford lagen zuletzt noch nicht vor.

Die in den USA massenstarken japanischen Hersteller kamen gut zurecht. Toyota etwa heimste im Schlussquartal ein Plus bei den Verkäufen von 15 Prozent ein. 2023 reichte es damit zu einem Plus von fast 7 Prozent auf 2,25 Millionen Autos. Honda legte im vierten Quartal und im Gesamtjahr gar um rund ein Drittel zu. Nissan verzeichnete im Gesamtjahr einen Anstieg von fast einem Viertel.

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