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Gefahren: Audi S8 Plus – mit dunklem Glanz

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Jens Rehberg

Ein von zwei IHI-Turboladern zwangsbeatmeter Vierliter-Achtzylinder katapultiert die neue Top-Limousine aus Ingolstadt in 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Abgeregelt wird erst bei 305 km/h.

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Für einen S8 Plus rufen die Audi-Partner mindestens 145.200 Euro auf.
Für einen S8 Plus rufen die Audi-Partner mindestens 145.200 Euro auf.
(Foto: Hersteller)

Den Anspruch, die sportlichste Limousine der Oberklasse zu bauen, vertritt nicht nur ein Hersteller. Einst die Domäne der 7er-Baureihe von BMW, wird den Münchnern die Position seit einigen Jahren von der ebenfalls oberbayerischen Konkurrenz aus Ingolstadt streitig gemacht – und zwar in Form des Audi S8. Doch die stärksten Modelle im Segment kommen von Mercedes-AMG aus Affalterbach, wo man sich die S-Klasse gründlich vornimmt und ihr 430kW/585 PS (S 63 AMG) beziehungsweise 463 kW/630 PS (S 65 AMG) entlockt.

Soviel vorweg: Bei der Nominal-Leistung bleibt die Krone bis auf weiteres in Schwaben. Der Zwölfzylinder von AMG ist weiterhin das stärkste Auto in der Klasse. Doch mit dem S8 Plus rückt Audi auf Platz zwei vor: Abgeleitet vom 382 kW/520 PS starken regulären S8 leistet das neue sportliche Spitzenmodell stolze 445 kW/605 PS.

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Die daraus resultierenden Beschleunigungswerte sind geradezu surreal: Der von zwei IHI-Turboladern zwangsbeatmete Vierliter-Achtzylinder katapultiert die Top-Limousine in ganzen 3,8 Sekunden auf 100 km/h, der Spurt auf 200 km/h gelingt in geradezu unglaublichen 12,3 Sekunden. Und auch darüber geht es mit großem Nachdruck weiter: Abgeregelt wird erst bei 305 km/h. Eigentlich wären knapp 330 km/h drin – doch auch mit der künstlichen Abregelung sehen BMW und Mercedes-AMG nur noch den dunkel glänzenden Vierrohr-Sportauspuff des S8 plus. Akustisch untermalt wird die Machtdemonstration von drohendem Grollen, das an ein entferntes Gewitter erinnert.

Das bereits für den regulären S8 aufwendig angepasste Fahrwerk verfügt über ein Sportdifferential, das die Antriebskräfte an der Trapezlenker-Hinterachse stufenlos verteilt und das Auto extrem agil einlenken lässt. Der Allradantrieb ist heckbetont ausgelegt, die Luftfederung lässt sich in mehreren Stufen verstellen. Für die Plus-Version hat Audi die Spreizung zwischen der praktisch unveränderten Einstellung „comfort“ und den zusätzlichen Modi „auto“ und „dynamic“ spürbar vergrößert. Die 21-Zoll-Räder auf 275er-Reifen der Serie 35 sind mit einer Kohlefaser-Keramik-Bremsanlage bestückt, die bissig anspricht und für eindrucksvolle Verzögerungswerte sorgt.

Trotz seiner überragenden längs- und querdynamischen Qualitäten bleibt der S8 Plus im Grunde seines Wesens eine Luxuslimousine – und das ist auch der Grund dafür, dass er nicht auf die Modellbezeichnung RS8 hört, obwohl er von der Performance-Schmiede Quattro GmbH in Neckarsulm entwickelt wurde. Zudem hätte der optische Auftritt eines RS-Modells mit großen Lufteinlässen und verbreiterten Kotflügeln nicht zu dieser Baureihe gepasst.

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