Wheels & Crime: Episode 7 Gemietet und nie zurück: Wie Kriminelle Mietfahrzeuge unterschlagen

Von Silvia Lulei 0 min Lesedauer

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Organisierte Banden mieten hochwertige Fahrzeuge an – und geben sie nie zurück. Stattdessen werden die Autos mit gefälschten Papieren weit unter Marktwert verkauft. Unsere neue Podcast-Folge zeigt, wie die Masche funktioniert und was die Branche dagegen tun kann.

Schaden in Millionenhöhe: Täter haben es gezielt auf teure Mietfahrzeuge abgesehen, die sie nie zurückgeben. (Bild: ©  Wararat - stock.adobe.com)
Schaden in Millionenhöhe: Täter haben es gezielt auf teure Mietfahrzeuge abgesehen, die sie nie zurückgeben.
(Bild: © Wararat - stock.adobe.com)

In der aktuellen Episode des »kfz-betrieb«-Podcasts „Wheels & Crime“ sprechen Andreas Raschke von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und Andreas Glotz, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention, über eines der am schnellsten wachsenden Kriminalitätsfelder in der Kfz-Branche: die Unterschlagung von Mietfahrzeugen.

Wie die Masche funktioniert

Das Prinzip ist erschreckend einfach: Organisierte Tätergruppen schicken Strohpersonen mit gefälschten Ausweisdokumenten in Autovermietungen. Das Fahrzeug – oft ein hochwertiger SUV – wird regulär angemietet, mit gestohlenen Blankozulassungen und gefälschten Fahrzeugpapieren ausgestattet und noch während der laufenden Mietzeit weit unter Marktwert verkauft. Wenn der Vermieter schließlich das Fahrzeug zurückfordert, ist es längst weg – und die Täter mit ihm.

Im Podcast „Wheels & Crime“ analysieren die Experten Andreas Raschke (li., Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt) und Andreas Glotz (Deutsche Gesellschaft für Geldwäscheprävention) die Maschen der Täter. (Bild:  Stefan Schmitt - Die goldene Kuh)
Im Podcast „Wheels & Crime“ analysieren die Experten Andreas Raschke (li., Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt) und Andreas Glotz (Deutsche Gesellschaft für Geldwäscheprävention) die Maschen der Täter.
(Bild: Stefan Schmitt - Die goldene Kuh)

Dabei handelt es sich um den Tatbestand der Unterschlagung. Die ist rechtlich klar vom Diebstahl zu unterscheiden: Bei der Unterschlagung wird das Fahrzeug freiwillig ausgehändigt. Hinzu kommt, dass dieser Straftatbestand selten ohne Begleitdelikte wie Urkundenfälschung, Missbrauch von Ausweispapieren und Geldwäsche auskommt. Besonders schmerzhaft für Betroffene ist, dass Unterschlagung in der Kfz-Branche in der Regel nicht mehr versicherbar ist. Wer auf den Versicherungsschutz vertraut, steht im Schadensfall meist leer da.

Was die Branche tun kann

Die gute Nachricht: Wirksame Prävention muss weder teuer noch aufwendig sein. Digitale Identitätsprüfungen – etwa per Self-Ident-Verfahren – sind preisgünstig verfügbar und können gefälschte Ausweisdokumente zuverlässig erkennen. Ergänzend empfehlen die Experten geschulte Mitarbeiter, die einen aufmerksamen Blick für Auffälligkeiten entwickeln, sowie GPS-Tracking bei hochwertigen Fahrzeugen. Entscheidend ist ein risikobasierter Ansatz: Je wertvoller das Fahrzeug, desto sorgfältiger sollte die Identitätsprüfung vor der Übergabe sein.

Warnsignale beim Fahrzeugkauf

Auch Privatpersonen und Händler, denen ein Fahrzeug zum Kauf angeboten wird, sollten wachsam sein. Typische Alarmzeichen sind ein Preis deutlich unter Marktwert, eine Übergabe auf Parkplätzen oder Hinterhöfen, Verkaufsgespräche in den Abendstunden sowie Verkäufer, die angeben, das Fahrzeug für einen Dritten zu veräußern. Staatsanwalt Raschke bringt es auf den Punkt: „Gier frisst Hirn“ – wer bei einem vermeintlichen Schnäppchen alle Sorgfalt außer Acht lässt, riskiert, am Ende ohne Auto und ohne Geld dazustehen.

Raschke und Glotz sind sich einig: Die Fallzahlen werden weiter steigen. Das Modell funktioniert, es spricht sich in Täterkreisen herum – und die Gewinnmargen sind hoch bei vergleichsweise geringem Risiko. Die Kfz-Branche ist gefordert, selbst aktiv zu werden, bevor der Schaden noch größer wird.

Die neue Episode von „Wheels & Crime“ ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Neue Episoden erscheinen alle vier Wochen. „Wheels & Crime“ ist eine Produktion der Medienmarke »kfz-betrieb«.

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