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Genfer Salon 2019 endet mit Besucherschwund

| Autor: Andreas Grimm

Veränderte Informationsgewohnheiten sorgen generell für rückläufige Besucherzahlen der großen Automessen. Dass noch dazu bedeutende Hersteller fernbleiben, konnten die zahlreichen Messe-Neulinge trotz interessanter Namen und Waren in Genf nun nicht mehr ausgleichen.

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Der Genfer Salon 2019 hatte zahlreiche Neuheiten im Programm, das Publikum wird dennoch weniger.
Der Genfer Salon 2019 hatte zahlreiche Neuheiten im Programm, das Publikum wird dennoch weniger.
(Bild: GIMS)

Der 89. Internationale Automobil-Salon in Genf ist am Sonntag mit einem deutlichen Besucherschwund zu Ende gegangen. Nach Angaben des Messeveranstalters fanden zwischen dem 5. und 17. März 602.000 Gäste den Weg zu den Messehallen des Palexpo-Messegeländes. Das waren etwa 9 Prozent weniger als bei der Vorjahresveranstaltung. Damals hatte das elektronische Zugangssystem der Genfer Messe 660.000 Besucher gezählt. Schon 2018 war das Interesse am Salon allerdings um 4,5 Prozent rückläufig gewesen.

Dass die Besucherzahlen zurückgehen, hat einerseits mit dem veränderten Informationsverhalten der Autokäufer und -interessierten zu tun, die immer stärker im Internet aktiv sind. Dazu kommt, dass verschiedene Fabrikate eine Teilnahme am Genfer Salon abgesagt hatten. Nachdem etwa Opel schon 2018 fehlte, hatten sich danach auch Volvo und Ford von der Messe zurückgezogen. Zuletzt haben Hyundai, Jaguar und Land Rover für den 89. Genfer Salon abgesagt.

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Dem verhaltenen Besucherzuspruch können die Veranstalter des Salons dennoch etwas Positives abgewinnen. Laut ersten Ergebnissen einer Besucherumfrage habe „ein besonders interessiertes Publikum den Auto-Salon besucht“, heißt es in einer Pressemitteilung. 80 Prozent der Salonbesucher stehen im Arbeitsleben (Alter zwischen 19 und 64). Und 25 Prozent der Besucher erklärten, dass sie bis 2020 ein Auto kaufen wollten.

Die Aussteller selbst äußerten sich zufrieden. Sie hätten dieses Jahr wieder sehr wertvolle Kontakte knüpfen können, womit sich der Messe-Auftritt mehr als ausgezahlt habe, hieß es.

Ein wenig aufgewogen wurde die Abkehr mehrerer Fabrikate durch zahlreiche Messe-Neulinge. 34 Aussteller zählte die Geneva International Motor Show, die vorher nie auf der Messe vertreten waren. Darunter war etwa ein dreirädriges Vintage Auto aus Estland (Nobe Cars), die russischen Staats-Limousinen von Aurus oder die chinesischen Fabrikate Aiways und Arcfox.

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Mit dem Ende der Messe haben die Vorbereitungen für die 90. Ausgabe des Genfer Salons begonnen. Er ist für das nächste Jahr vom 5. bis 15. März 2020 angesetzt. Erste Veränderungen zeichnen sich allerdings ab. Man wolle die Veranstaltung mehr als Erlebnis-Messe positionieren. „Wir denken, dass wir, wenn wir alle Aspekte der Mobilität aufzeigen, in Zukunft wieder ein breiteres Publikum anziehen“, sagte Maurice Turrettini, Präsident des Automobil-Salons, laut Pressemitteilung.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«