Handel diskutiert die Herausforderungen der Zukunft

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Der Handel bleibt unter Druck, doch der digitale Wandel macht ihn nicht überflüssig. Entscheidend sind nun die richtigen Weichenstellungen. Welche das sind, analysierte der 4. Fabrikatshändlerkongress.

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(Foto: Zietz)

Autohäuser stehen in den nächsten Jahren vor anhaltend großen Herausforderungen. An diesem Befund ändert auch die Tatsache nichts, dass das Kfz-Gewerbe in den vergangenen Jahren bereits einen großen Wandel durchlebt hat. „Wir haben immer noch einiges vor uns“, warnte ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann im Rahmen des 4. Fabrikatshändlerkongresses in Berlin. Eingeladen hatte der ZDK unter dem Motto „Alte Welt versus neue Welt“.

Für die Gestaltung der Zukunft ist jeder Betrieb selbst verantwortlich, einen Grund für Schwarzmalerei sieht Alexander Martinowsky, Chef der Wiesenthal-Gruppe, daher nicht. „Es gibt keinen Grund den Kopf hängen zu lassen, auch wenn die Zukunft extrem herausfordernd ist.“

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Aus Martinowskys Sicht bleibt die individuelle Mobilität weiterhin wichtig. Allerdings wachse der Wettbewerb, da der Gesamtmarkt schrumpft. „Ich gehe davon aus, dass ein harter Verdrängungswettbewerb auf uns Händler zukommt.“

Mehr Zusammenhalt im Handel notwendig

Die Reaktion des Handels läuft aus Sicht des Chefs der österreichischen Autohaus-Gruppe, die jährlich rund 16.000 Fahrzeuge verkauft und einen Umsatz von 600 Millionen Euro erzielt, in die falsche Richtung. „Eigentlich sollten wir gegenüber dem Hersteller zusammenzustehen, aber wir beginnen uns zu zerfleischen.“ Das seien wenig freundliche Aussichten.

Für mehr Zusammenhalt plädierte auch ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme. „Viel zu oft spricht der Automobilhandel nicht mit einer Stimme“, bedauerte Fromme. Der Fabrikatshändlerkongress sei von essenzieller Bedeutung um dem Handel eine Stimme zu geben.

Absatzseitig führt am Handel noch immer kein Weg vorbei. Dieser Meinung sind mehrheitlich die Autofahrer, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des ZDK zeigt. Danach bleibt der stationäre Autohandel im Internet-Zeitalter noch immer unersetzlich. „Persönliche Beratung vor Ort hat das Internet nicht im Angebot“, sagte Fromme. Für fast alle Autokunden ist beim Kauf eines Neuwagens der persönliche Kontakt zum Händler nahezu unverzichtbar (87 Prozent). Fast alle Käufer (92 Prozent) möchten das Auto, wo sie es erwerben wollen, auch sehen. Die Internetauftritte und virtuellen Stores können den stationären Handel folglich nicht ersetzen.

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