Israeli kündigt bis 2020 „fliegendes Auto“ an

Autor: Christoph Seyerlein

Seit 15 Jahren arbeitet Rafi Yoeli an einer autonom fliegenden Drohne für Passagiere. Nun soll die Marktreife in Sichtweite sein. Yoeli peilt für sein „fliegendes Auto“ ein ganz konkretes Einsatzgebiet an.

Firmen zum Thema

Der „Cormorant“ soll 500 Kilogramm Ladung transportieren können.
Der „Cormorant“ soll 500 Kilogramm Ladung transportieren können.
(Bild: Urban Aeronautics)

Die israelische Tech-Firma Urban Aeronautics will in naher Zukunft eine autonom fliegende Drohne für Passagiere auf den Markt bringen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, sind Vertreter des Unternehmens zuversichtlich, dass der „Cormorant“ spätestens im Jahr 2020 an den Start gehen könne. Urban Aeronautics kündigt das Transportmittel selbst als „fliegendes Auto“ an.

Der „Cormorant“ ist in etwa so groß wie ein normales Familienauto und wiegt rund 1.500 Kilogramm. Die Maximalbeladung liegt dem Hersteller zufolge bei 500 Kilogramm. Eng an der „Karosserie“ angebrachte Rotoren sorgen dafür, dass die Drohne vom Boden abhebt. Im Gegensatz zum Helikopter setzt der Multicopter nicht auf nur einen großen horizontalen Rotor, sondern auf mehrere kleinere, platzsparende Propeller. Die Reisegeschwindigkeit soll bis zu 185 Stundenkilometer betragen. Der Preis für das fliegende Auto wird auf 14 Millionen Dollar pro Stück geschätzt. Im November hat der „Cormorant“ seinen ersten autonomen Flug absolviert.

Bildergalerie

Bis zur Markteinführung gibt es für die Ingenieure allerdings noch viel zu tun. Bislang erfüllt das Gefährt noch nicht alle Auflagen der zuständigen Luftfahrtbehörden. Beim Testflug im November sendeten die On-Board-Sensoren zudem teilweise widersprüchliche Daten. Urban-Aeronautics-Gründer Rafi Yoeli ist sich laut Reuters aber sicher, diese Probleme bald in den Griff zu bekommen. Er arbeitet bereits seit 15 Jahren an seiner Idee und hält 39 Patente zu dem Produkt.

Für Yoeli stellt der „Cormorant“ zunächst allerdings kein alltägliches Massentransportmittel dar. Vielmehr sieht er die optimale Nutzung der Drohne darin, Menschen schneller aus Kriegsgebieten evakuieren zu können oder Streitkräften sicheren Zugang zu umkämpften Plätzen zu gewährleisten. Das fliegende Auto soll dabei sicherer sein als ein Helikopter, da es durch seine Multicopter-Bauweise beispielsweise zwischen Häuserschluchten und unter Stromleitungen fliegen kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, mit den Rotorblättern anzuschlagen.

Erste Experten aus der Luftfahrtbranche hat Yoeli mit seinem Vorhaben offenbar bereits überzeugt. So zitiert Reuters den Leiter des Forschungszentrums für unbemannte Luftfahrt am Fisher Institut in Israel, Tal Inbar, mit folgenden Worten: „Das könnte mehrere Aspekte der Kriegsführung revolutionieren, beispielsweise die Evakuierung von Soldaten aus den Kriegsgebieten.“

(ID:44447367)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility