Keine Explosion der Rabatte!

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Premiummarken auf Normalniveau

„Das erste Quartal im Jahr 2010 war gekennzeichnet durch einen sehr zurückhaltenden Auftragseingang in den ersten zwei Monaten. Der März 2010 hatte nahezu Normalniveau, er konnte den Rückstand der beiden Monate zuvor für das Gesamtquartal nicht kompensieren.“ So lautet das Fazit von Dierk Harneid, Geschäftsführer von Riller & Schnauck. Das Rabattniveau beim Berliner BMW-Autohaus sei bei modelldifferenzierter Betrachtungsweise sehr unterschiedlich.

Die Nachfrage nach neuen Modellen wie X1 oder 5er bewirke eine deutliche Nachlassreduzierung, während die Lagerware einem ebenso deutlichen Preisverfall unterliege. Erfreulich auch in Berlin: Das Gebrauchtwagengeschäft hat sich äußerst positiv entwickelt. „Die ambitionierten Ziele haben wir vollständig, die Ertragsziele nahezu erreicht“, sagt Harneid. Ebenso werden sie das Servicegeschäft des ersten Quartals auf Vorjahresniveau abschließen.

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Sein Berliner Händlerkollege Burkhard Weller bilanziert das erste Quartal des Jahres 2010 für seine drei Markenwelten unterschiedlich. „Wir haben uns bei den Planzahlen an 2008 orientiert und zehn Prozent aufgeschlagen. Diese Planzahlen erfüllen wir bei B&K (BMW) und Max Moritz (VW/Audi) zu 120 Prozent. Bei Auto Weller (Toyota) liegen wir zehn Prozent unter Plan.“ Eine Mitschuld an dieser Situation weist Burkhard Weller „der desaströsen Öffentlichkeitsarbeit von Toyota“ zu. Ferner leide die Marke und besonders der Handel „unter den Falschberichten von wild gewordenen Amerikanern und ihren Autos“.

Sehr zufrieden ist der Betriebslenker mit dem Gebrauchtwagengeschäft. In den ersten drei Monaten des Jahres konnte sein Unternehmen den Absatz gegenüber 2009 um elf Prozent, den Ertrag gar um 13 Prozent steigern. Und seit vier Wochen brummt zudem das Werkstattgeschäft, was jedoch nicht für die Nutzfahrzeugabteilung gilt.

Verkäufer müssen sich anstrengen

Auch Martin Huber verspürte im ersten Quartal nicht nur Freude. „Wir haben von Nissan zu hohe Zielvorgaben für das erste Quartal bekommen. Diese konnten wir nur mit enormen werblichen und verkäuferischen Anstrengung erreichen“, stellt der Geschäftsführer des Wasserburger Nissan-Autohauses fest. „Im März kam ein deutlicher Nachfrageschub, der sicher auf die aktuelle Fernsehwerbung sowie die Einführung des neuen Qashqai zurückzuführen ist.“ Ein verbessertes Verkaufsprogramm ermögliche es, den Interessenten ein nie da gewesenes Angebot für den neuen Qashqai zu unterbreiten. „Ohne dieses Programm würden wir nichts mehr verkaufen“, resümiert Huber.

Freude kommt bei Huber wieder auf, wenn er an sein Gebrauchtwagengeschäft denkt. Für Kleinwagen interessiert sich zwar auch in Wasserburg niemand, dafür fahren aber die Langsteher vom Hof „ohne dass wir etwas Besonderes unternehmen.“ Weniger erfreulich ist für den Geschäftsführer das Nutzfahrzeuggeschäft. „Wir merken leider, dass durch die Baugleichheit unseres Transporters mit Renault und Opel, die Verkaufszahlen deutlich zurückgehen. Gerade im Leasing werden Restwerte bei den Mitbewerbern kalkuliert, bei denen man sich fragt: Haben die nichts dazu gelernt? Hier wird momentan der Markt gekauft, nicht Autos verkauft!“

Fazit: Das erste Quartal 2010 bewegt sich im Großen und Ganzen im Plan. Horrorszenarien sind zumindest für die von »kfz-betrieb« befragten Fabrikatsbetrieben ausgeblieben.

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