Tarifabschluss im Kfz-Gewerbe Mehr Lohn auch in Niedersachsen

Autor: Doris Pfaff

Für Beschäftigte im Kfz-Gewerbe in Niedersachsen und Bremen gibt es mehr Lohn. Die Tarifgemeinschaft des Kraftfahrzeuggewerbes und die IG Metall einigten sich am Dienstag auf einen neuen Abschluss. Der Lohn steigt um 2,2 Prozent.

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Die Vertreter der IG Metall und der Arbeitgebergemeinschaft des Kfz-Gewerbes einigten sich auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf einen neuen Tarifabschluss und eine Lohnsteigerung.
Die Vertreter der IG Metall und der Arbeitgebergemeinschaft des Kfz-Gewerbes einigten sich auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf einen neuen Tarifabschluss und eine Lohnsteigerung.
(Bild: IG Metall)

„Das Tarifergebnis bewegt sich angesichts der Herausforderungen der Branche am Rande des Vertretbaren“, kommentierte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, den Abschluss. Vereinbart wurde eine Lohnsteigerung für die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen der Tarifgemeinschaft der Kfz-Unternehmen ab Februar 2022 um 2,2 Prozent. Für Auszubildende erhöht sich zum 1. Februar 2022 der monatliche Lohn um 60 Euro.

Zudem gibt es im August eine einmalige Corona-Prämie von insgesamt 500 Euro, für Auszubildende von 220 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Corona-Prämie gemäß ihrer Arbeitszeit. Der neue Tarifabschluss gilt ab 1. Juni bis Ende März 2021. Die Tarifparteien haben außerdem vereinbart, ab dem dritten Quartal 2021 über eine individuelle tarifliche Wahloption des einzelnen Beschäftigten zwischen Geld und freier Zeit zu verhandeln.

Wie die Tarifgemeinschaft mitteilte, waren sich zudem beide Parteien einig, dass es einer ständigen Aus-, Fort- und Weiterbildung bedarf, um den Strukturwandel im Kfz-Gewerbe zur bewältigen – insbesondere in Bezug auf die E-Mobilität und die Digitalisierung. Dazu wollen die Tarifparteien ab dem Jahr 2022 einen gemeinsamen „Zukunftsdialog Aus-, Fort- und Weiterbildung“ starten, teilte die Tarifgemeinschaft mit.

Ähnliche Abschlüsse erzielten die Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaften und der IG Metall bereits vergangene Woche für das Kfz-Gewerbe in Bayern und Baden-Württemberg.

Weitere Verhandlungen in den übrigen Bundesländern laufen noch. Nach dem Abbruch der ersten Runde und einer fehlenden Einigung war es vereinzelt zu Warnstreiks gekommen. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft für die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe vier Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeberseite wollte mit Verweis auf die Pandemie diesmal keine Lohnerhöhung gewähren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde dem Abschluss auch Gültigkeit für Sachsen-Anhalt bescheinigt. Das ist nicht richtig. Für Sachsen-Anhalt gibt es einen eigenen Tarifabschluss durch die Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kfz-Gewerbe e. V.

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 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik