Mobile.de überarbeitet Preisbewertungen

Zahl der Bewertungskriterien soll sich verdoppeln

| Autor: Martin Achter

Mobile.de will seinen Preisbewertungsmechanismus nachjustieren. Einfließen sollen dabei auch Aspekte, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) dem Onlinemarktplatz aufgezeigt hat.
Mobile.de will seinen Preisbewertungsmechanismus nachjustieren. Einfließen sollen dabei auch Aspekte, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) dem Onlinemarktplatz aufgezeigt hat. (Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Mobile.de will nach Kritik aus dem Handel den Mechanismus für Preisbewertungen in Fahrzeuginseraten ändern. Derzeit flössen rund 70 Attribute in die Preisbewertungen ein – deren Zahl „werden wir in etwa verdoppeln“, sagte Daniel Breves, bei Mobile.de verantwortlich für alle Aktivitäten rund um den Onlinemarktplatz, am Dienstag vor Journalisten.

Außerdem werde die Plattform die Bezeichnungen ändern, nach denen sie die Preise inserierter Fahrzeuge für Nutzer klassifiziert. Überarbeitet werden solle darüber hinaus die Gewichtung von Sonderausstattungen. Zudem könnten in Inseraten künftig die wichtigsten Aspekte angezeigt werden, die die Preisbewertung beim einzelnen Fahrzeug maßgeblich beeinflussen. Wo es möglich sei, sollten die Änderungen kurzfristig erfolgen, sagte Breves.

Die Ankündigungen machte Mobile.de nach einem erneuten Gespräch mit Vertretern des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Verantwortliche der Plattform hatten sich bereits im Januar mit dem Verband über den Preisbewertungsmechanismus ausgetauscht – damals war es zu einer heftigen Diskussion gekommen. Mobile.de hatte daraufhin angekündigt, dem Verband den Mechanismus erläutern zu wollen, ohne ihn aber im Einzelnen offenzulegen. Diese Präsentation fand nun am Dienstag am Firmensitz von Mobile.de statt.

Breves räumte ein, dass auch bei dem neuen Zusammentreffen mit dem ZDK über die Preisbewertungen „zum Teil sehr kontrovers diskutiert“ worden sei. Die Plattform habe „viele Anregungen bekommen, wo Veränderungen umgesetzt werden könnten“. Jetzt werde das Unternehmen bewerten, was davon realisierbar sei.

Bei dem Gespräch zwischen ZDK und Mobile.de am Dienstag waren Medienvertreter auf Wunsch der Plattform ausgeschlossen. Handschriftlichen Vermerken auf einer Tafel im Veranstaltungsraum jedoch war zu entnehmen, dass Mobile.de auf Anregung des ZDK unter anderem prüfen soll, ob und wie folgende Punkte künftig in die Fahrzeugpreisbewertungen einfließen können:

  • neue Attribute wie „Fahrzeug aufbereitet“
  • Gebrauchtwagensiegel
  • Unterscheidung Fabrikatshändler/freie Händler
  • Integration von Neuwagen und Tageszulassungen in die Preisbewertungen (bisher nur Gebrauchtwagen)
  • Standtage

Als Konsequenz aus den bisherigen Unstimmigkeiten hinsichtlich des Preisbewertungsmechanismus kündigte Mobile.de an, Neuerungen auf seinem Marktplatz künftig schneller und besser mit den Interessenvertretungen des Handels abzusprechen. „Wir wollen uns so eng wie möglich abstimmen“, sagte Breves.

Mobile.de hatte die Preisbewertungsfunktion im vergangenen Jahr eingeführt. Das Portal bewertet damit auf Grundlage eines sogenannten Algorithmus die Preise von Fahrzeugen mit einer Abstufung von „sehr guter Preis“ über „angemessener Preis“ bis „hoher Preis“.

Welche einzelnen Parameter in die Preisbewertung einfließen und welches Gewicht diese im Verhältnis zueinander haben, macht Mobile.de nicht öffentlich und verweist darauf, dass es sich um ein Geschäftsgeheimnis handelt. Auf der Plattform heißt es lediglich: „Es werden Baujahr, Kilometerstand, Leistung und weitere technische Daten berücksichtigt, sowie Ausstattung und Standort des Autos.“

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