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Motor Nützel schließt Betrieb in Burgkunstadt

| Autor: Christoph Seyerlein

Nach etwas mehr als neun Jahren macht Motor Nützel seinen Standort im oberfränkischen Burgkunstadt dicht. Die Entscheidung hat laut Geschäftsführer Jochen Sonntag mehrere Ursachen.

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Die 15 Beschäftigten des Betriebs in Burgkunstadt sollen in anderen Autohäusern von Motor Nützel unterkommen.
Die 15 Beschäftigten des Betriebs in Burgkunstadt sollen in anderen Autohäusern von Motor Nützel unterkommen.
(Foto: Motor Nützel)

Zum 30. November schließt Motor Nützel seinen Audi- und VW-Standort in Burgkunstadt. Wie Nützel-Chef Jochen Sonntag der Zeitung „Neue Presse Coburg“ bestätigte, hat der Betrieb in Oberfranken keine Zukunft. Die 15 Mitarbeiter sollen in anderen Nützel-Autohäusern unterkommen.

Auch zu den Gründen äußerte sich Sonntag gegenüber der Zeitung. Eine große Rolle spielen die neuen Händlerverträge bei VW und Audi und die damit einhergehenden Veränderungen. Die Händler werden beispielsweise Geld in die Infrastruktur für die Elektromobilität stecken müssen. Die geforderten Investitionen stünden in Burgkunstadt „in keinem angemessenen wirtschaftlichen Verhältnis“, so Sonntag. Dazu komme, dass der Betrieb zu wenig freie Flächen für den Gebrauchtwagenhandel biete.

Aber auch andere Faktoren wie den Fachkräftemangel – gerade bei Mechatronikern – und die Digitalisierung führte der Geschäftsführer an. Die Schließung des Betriebs in Burgkunstadt, der seit Oktober 2010 zu Motor Nützel gehört, bezeichnete er deshalb als „vorausschauende Entscheidung, um auch in Zukunft die positive wirtschaftliche Situation der Motor-Nützel Vertriebs-GmbH zu erhalten.“ Wie das Gelände künftig genutzt wird, ist noch unklar. Die nächstgelegenen Betriebe für Kunden befinden sich in Kulmbach und Scheßlitz.

Keine weiteren Standorte auf der Kippe

Weitere Nützel-Standorte sind laut Jochen Sonntag indes nicht in Gefahr. Die Ertragslage sei zwar nicht mehr so gut wie im Vorjahr, man werde aber auch 2019 einen Überschuss im einstelligen Millionenbereich erzielen. Das Unternehmen blicke „äußerst optimistisch“ in die Zukunft und könne mit fast allen Betrieben die Vorgaben der neuen Händlerverträge problemlos erfüllen.

Nach der Schließung in Burgkunstadt wird die Gruppe mit Hauptsitz in Bayreuth noch an 13 Standorten in Nordbayern aktiv sein. Für Motor Nützel arbeiten rund 950 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr verkaufte die Handelsgruppe gut 5.500 Neu- und rund 5.300 Gebrauchtwagen. Der Umsatz lag bei etwa 240 Millionen Euro, in diesem Jahr wird er durch die Übernahme des Autohauses Enslein & Schönberger auf etwa 300 Millionen Euro anwachsen. Zum Portfolio der Gruppe gehören die Marken VW, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi und Skoda.

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