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Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg

Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Branche steht vor einem Umbruch – der vermutlich entscheidend für das nächste Jahrzehnt werden wird. Beim Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg machte NRW-Verbandspräsident Frank Mund deutlich, was auf Autohäuser und Werkstätten alles zukommt.

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Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg: (v. li.) Hauptgeschäftsführer Oliver Krämer, Landesverbandspräsident Frank Mund und Obermeister Manfred Jansen.
Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg: (v. li.) Hauptgeschäftsführer Oliver Krämer, Landesverbandspräsident Frank Mund und Obermeister Manfred Jansen.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Mit Respekt und Zuversicht ist die Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg ins Jahr 2020 gestartet. „Das Kfz-Gewerbe blickt auf ein sehr schwieriges Jahr zurück, und auch 2020 stehen wir vor enormen Herausforderungen“, sagte Innungs-Hauptgeschäftsführer Oliver Krämer, der an Stelle von Obermeister Manfred Jansen die Ansprache zum traditionellen Neujahrsempfang hielt.

Es sind nicht nur die allgemeinen Entwicklungen der Branche, sondern auch die Herausforderungen vor Ort, die den Autohäusern und Werkstätten zu schaffen machen. Dazu zählt auch das drohende Fahrverbot auf wichtigen Straßen in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Ergebnisse aus den Gesprächen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Umwelthilfe sind bislang nicht bekannt. „Es bleibt also spannend, und für eine Entwarnung ist es – das zeigen auch die Verhandlungen in anderen Regionen – sicherlich noch zu früh“, so Krämer.

Der Hauptgeschäftsführer versicherte den Teilnehmern, dass die Verbandsorganisation sich dafür einsetze, dass Politik wieder verlässlich werde. Das sei in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen, betonte Krämer und verwies auf den Umgang mit älteren Dieselfahrzeugen, der vielen Händlern zum Teil empfindliche Restwertverlusten „bescherte“.

Dass sich die Branche auf weitreichende Änderungen einstellen musste, betonte Frank Mund, Präsident des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen. „Im Jahr 2020 stehen wir vor einem Quantensprung“, so Mund. Die Planungen seien nicht nur entscheidend für das nächste Jahr, sondern für das nächste Jahrzehnt. „2020 ist das Jahr Null der Elektromobilität.“

Um Strafzahlungen im Rahmen der CO2-Vorgaben aus Brüssel zu vermeiden, führt kein Weg an Elektroautos vorbei, die in der Berechnung des durchschnittlichen Flottenverbrauchs eine besondere Rolle spielen. „Die Strafen sind der Treiber der Elektromobilität“, ist sich Mund sicher. Er kritisiert, dass die Hersteller die Einhaltung der Werte auf den Handel verlagern. So hat beispielsweise die PSA-Gruppe ihren Partnern Elektro- und CO2-Ziele vorgeschrieben.

Der Verbandspräsident beklagte, „nach politischem Tiefschlaf und monothematischer Fokussierung auf E-Mobilität“ habe das Bundesverkehrsministerium nun „seine Liebe zur Technologieoffenheit“ entdeckt. Das gelte wohl nicht nur für synthetische Kraftstoffe, sondern auch für die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge mit Blick auf die Stickoxidreduzierung.

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