Opel: 120 Jahre Lichttechnologie

Von der Funzel zum LED-Beamer

| Autor: Steffen Dominsky

120 Jahre Automobilbau bei Opel: Eine Zeit mit reichlich technischen Veränderungen – auch in Sachen Licht.
120 Jahre Automobilbau bei Opel: Eine Zeit mit reichlich technischen Veränderungen – auch in Sachen Licht. (Bild: Opel Automobile GmbH)

Vieles an und in modernen Fahrzeugen ist heute eine Selbstverständlichkeit. Anders in den Kindheitstagen des Automobils: Ein Anlasser, eine Heizung – vieles gab es anfangs gar nicht, oder es wurde erst Jahrzehnte später Standard. Was quasi vom Start weg an Bord war die Beleuchtung, man übernahm sie kurzerhand von Kutschen. Das große Aber: Die Parafinlampen („Kerzen“) dienten lediglich dazu, gesehen zu werden, also von anderen Verkehrsteilnehmern. Zum Sehen, sprich Ausleuchten des eigenen Wegs, taugten diese Funzeln bei Leibe nicht.

So auch die Situation beim Patentmotorwagen „System Lutzmann“ von Opel. Immerhin sitzt hier die Kerze in einem Schaft, darüber ist der „Scheinwerfer“ als Glasbehälter mit Spiegel angebracht. Eine Feder drückt die Kerze während des Abbrennens immer so weit nach oben, dass sie durch das Glas stets optimal auf gleicher Höhe leuchtet – einfach und effizient, wie lange Zeit vieles bei Opel . In den Zehnerjahren erfolgt die Elektrifzierung des Automobils: Rasch werden die Parafin- beziehungsweise Karbid-/Acetylenlampen von Glühlampen verdrängt. Für Letztere hatte man aber bereits eine Abblendeinrichtung entwickelt – eine mechanische Blende, die per Bowdenzug aktiviert wird.

1925 folgt der einfachen Automobilglühlampe eine solche mit zwei Wendeln für Abblend- und Fernlicht – die „Bi“-Lampe (Markenname von Osram „Bilux“). In Sachen Scheinwerferdesign setzt Opel mit dem Kapitän von 1938 einen Meilenstein. Er ist eines der ersten Autos, das sich von der bislang runden Form der Lampen verabschiedet.

Mit dem Kapitän wurde es eckig

Die Scheinwerfer des großen Opel sind nicht nur voll in die Kotflügel integriert, sondern haben eine moderne sechseckige Form. Ein „Wagen, der der Welt gehört“, wie es in einem Prospekt aus jener Zeit heißt. Oder anders gesagt: Der Opel Kapitän wird „durch seine moderne Linienführung und fortschrittliche Konstruktion auf Jahre hinaus ein zeitgemäßer Wagen sein und bleiben“.

In den Sechzigerjahren entwickelt sich die Form der Scheinwerfer noch einmal weiter in Richtung Rechteck. Opel greift mit dem Kapitän A 1964 diesen Trend auf und befeuert ihn. Zusammen mit seinen Schwestermodellen Admiral und Diplomat verkörpert er einen flachen, breiten Wagenlook, der durch die Rechteckscheinwerfer verstärkt wird. Bezahlbare Extravaganz: Dafür steht fortan auch Opel GT, der 1968 nicht nur mit seinem Coke-Bottle-Design beeindruckt. Der Sportwagen für jedermann ist das erste deutsche Auto mit „versteckten“ Schwenkscheinwerfern. Durch einen Hebel an der Mittelkonsole fährt der Fahrer die Scheinwerfer mithilfe eines Gestängekomplexes aus. Für Fern- und Standlicht sorgen Halogenweitstrahler unterhalb der Stoßstange.

Diese Zusatzscheinwerfer waren ab Mitte der Sechzigerjahre die ersten Halogenleuchten. Auch sie gab es, wie die ersten Glühlampen ein halbes Jahrhundert zuvor lediglich in Einfadenausführung (H1). Wollte man also einen Halogenhauptscheinwerfer realisieren, musste man zwei Lampen beziehungsweise Reflektoren in einem Gehäuse vereinen. Ein Weg, den kaum ein Hersteller ging – mit Ausnahme einer Sportwagenschmiede in Stuttgart. Abhilfe schaffte hier erst die Einführung der H4-Lampe, wie sie ebenfalls ein Stuttgarter Autobauer erstmals 1971 serienmäßig verwendete.

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