Personalführung: Mitarbeiter richtig eingliedern

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Nach längerer Abwesenheit müssen sich die Mitarbeiter eines Betriebs erst auf ihre Arbeitsumgebung einstellen. Ein gut geführtes Gespräch hilft dem Angestellten beim Wiedereinstieg. Tipps für die Durchführung

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Zum Spätsommer bzw. Frühherbst kommen häufig Mitarbeiter nach längerer Abwesenheit in den Betrieb zurück und müssen sich in ihrer Arbeitsumgebung neu zureckfinden. Die Betreuungsphase für die Kinder endet, weil der Nachwuchs der Mitarbeiter in Schule oder Kindergarten geht, aber auch nach einem Sabbatical, längerem Urlaub oder einer Weiterbildungsphase müssen sich die Mitarbeiter wieder im Arbeitsleben zurechfinden. Der TÜV Süd rät Arbeitgebern, mit diesen Kollegen ein Rückkehrgespräch zu führen, um sie zügig in den Firmenalltag zu integrieren. Im Folgenden erklären die Experten der Sachverständigenorganisation, welche Vorteile ein Rückkehrgespräch hat, wie es durchgeführt wird und wie die schrittweise Wiedereingliederung funktioniert.

Rückkehrgespräche dienen in erster Linie dazu, ein Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeiter und Führungskraft herzustellen beziehungsweise zu festigen. Sie verdeutlichen, dass die Abwesenheit des Arbeitnehmers wahrgenommen und bedauert wurde. Vorgesetzte erfüllen mit den Gesprächen aber auch ihre Fürsorgepflicht, denn sie übernehmen damit einen Teil der Verantwortung für das Wohlbefinden eines Arbeitnehmers. Ziel der Gespräche ist es, zum einen die innerbetriebliche Kommunikation zu verbessern, und zum anderen dabei zu helfen, betriebliche Gesundheitsrisiken zu identifizieren. Außerdem wird dem Mitarbeiter die Arbeitsaufnahme erleichtert, wenn er alle Informationen von einer Person gebündelt erhält.

Ein Rückkehrgespräch darf nicht dazu dienen, einen Mitarbeiter auszuhorchen oder ihn eines Fehlverhaltens zu überführen. Vielmehr soll es dem Arbeitnehmer zeigen, dass er als Person wahrgenommen wird und dem Vorgesetzten sein Wohlbefinden am Herzen liegt. Daher ist ein Rückkehrgespräch auch nicht erst dann als Erfolg zu werten, wenn der Mitarbeiter sich öffnet und konkrete Antworten gegeben hat. Allein die Tatsache, dass ein Gespräch geführt wird, in dem die Führungskraft die Freude über die Rückkehr des Mitarbeiters ausdrückt, ist ein Erfolg.

Ein richtig geführtes Gespräch hat auch positive Auswirkungen. Beeinträchtigungen der Gesundheit am Arbeitsplatz können erkannt und beseitigt werden. Zudem steigen Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und Fehlzeiten können verringert werden.

Die richtige Gesprächsführung

Damit das Rückkehrgespräch erfolgreich verläuft, gibt es bei der Durchführung einiges zu beachten. So sollte das Gespräch zeitnah geführt werden, also innerhalb der ersten Arbeitswoche, und die Führungskraft sollte ausreichend Zeit einplanen. Damit der Mitarbeiter nicht von dem Gespräch überrascht wird, sollte ihm rechtzeitig der Termin mitgeteilt und für eine ungestörte Gesprächsatmosphäre gesorgt werden. Während des Rückkehrgesprächs ist es eine Aufgabe des Vorgesetzten, dem Mitarbeiter zu vermitteln, dass er seine Person und seine Arbeit wertschätzt.

Er sollte beim Thema Fehlzeiten keine Interpretationen und Beurteilungen einfließen lassen, sondern nur seine Beobachtungen ansprechen und vor allem den Arbeitnehmer zu Wort kommen lassen. Dabei ist es wichtig, dem anderen aufmerksam zuzuhören und nicht durch Signale, wie auf die Uhr schauen oder andere Dinge erledigen, Desinteresse zu zeigen. Dem Mitarbeiter sollte vermittelt werden, dass er gebraucht wird und dass es in diesem Gespräch um ihn und seine Bedürfnisse geht. Mögliche Fragen könnten deshalb sein: Sieht er Auslöser für seine Beschwerden am Arbeitsplatz? Hat er Verbesserungsvorschläge oder Änderungswünsche?

Äußert der Mitarbeiter Wünsche oder Vorschläge, sollten sie auf jeden Fall ernst genommen werden und eine Verwirklichung zeitnah überprüft werden. Ist etwas nicht realisierbar, sollte es dem Mitarbeiter gegenüber begründet werden. Denn wird er nicht informiert, fühlt er sich nicht ernst genommen und seine Motivation und Leistungsfähigkeit lassen nach.

Seite 2: Die schrittweise Wiedereingliederung

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