Praxistipp: Turbo mit mangelnder Leistung

Redakteur: Steffen Dominsky

Die Annahme, dass stets der Turbolader für einen Leistungsverlust verantwortlich ist, kann in eine Diagnose-Sackgasse führen, wie die Diagnose-Spezialisten von FCD an einem Skoda Octavia TDI zeigen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Nicht immer macht sich ein Leistungsverlust an aufgeladenen Fahrzeugmotoren dramatisch bemerkbar. Es kommt immer wieder vor, dass in der Praxis nur einige der theoretisch vorhandenen Pferdestärken fehlen. Dies fällt dem Fahrer oder auch der Werkstatt meist erst bei einer direkten Gegenüberstellung mit einem Vergleichsfahrzeug auf – so auch in diesem Fall:

Der Halter eines Skoda Octavia RS TDI hatte sich für ein paar Tage ein Fahrzeug des gleichen Typs in der Modellvariante Scout 4x4 TDI ausgeliehen. Mit einer Nominalleistung von 103 kW sollte sich der Allradler gegenüber der 125 kW-Sportvariante spürbar schwächer zeigen, doch das Gegenteil war der Fall. Der Scout 4x4 beschleunigte deutlich besser. Die Tatsache, dass dieser nur 20.000 Kilometer im Gegensatz zu den 180.000 Kilometern des RS gelaufen hatte, konnte kaum die Ursache hierfür sein.

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Eine anschließende Reklamation des RS-Besitzers in einer Vertragwerkstatt verlief ernüchternd: Zwar bestätigte der Betrieb eine reduzierte Motorleistung des Octavias. Jedoch konnte er die Ursache hierfür nicht feststellen, da im Fehlerspeicher nichts abgelegt sei, so die Aussage die Werkstatt. Einige Tage später wieder in Kundenhand, schaltete das Fahrzeug bei sportlicher Fahrweise plötzlich in den Notlauf. Im Fehlerspeicher war folgende Meldung hinterlegt: „Tuboladedruck zu niedrig – sporadisch“. Dieser Fehler trat in der Folge von Zeit zu Zeit immer wieder auf.

Vergleichsfahrten bei FCD

Aufgrund eines Kontakts zu FCD brachte der Halter des RS sein Fahrzeug und den Scout 4x4 schließlich zu den Diagnosespezialisten. Die Mitarbeiter von FCD unternahmen eine Probefahrt und verglichen beide Autos im Rahmen einer Vollgasprüfung (dritter Gang zwischen 1.500 bis 4.000 U/min). Der Octavia RS zeigte sich scheinbar fehlerfrei, weder ging er in den Notlauf, noch legte er einen Fehler im Steuergerätespeicher ab. Mithilfe eines Datenloggers (VCDS) nahmen die FCD-Techniker relevante Messwerte beider Fahrzeuge auf und verglichen diese.

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