30 Jahre Audi A3 Premium-Kompakt auf Deutsch

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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1978, nach dem Ende des Modell 50, wagte sich Audi 1996 erstmals wieder in kleinere Segmente vor. Mit ihrem A3, einer Ableitung des Golf 4, gelang den Ingolstädtern ein großer Wurf. Bis heute rollten mehr als sechs Millionen Fahrzeuge des Kompaktmodells vom Band.

Vor 30 Jahren erschien der erste A3. Erstmals nach fast 20 Jahren bot Audi wieder ein kompaktes Fahrzeug an. Und auch dieses Mal erschien dieses vor dem Schwestermodell aus Wolfsburg.(Bild:  Audi AG)
Vor 30 Jahren erschien der erste A3. Erstmals nach fast 20 Jahren bot Audi wieder ein kompaktes Fahrzeug an. Und auch dieses Mal erschien dieses vor dem Schwestermodell aus Wolfsburg.
(Bild: Audi AG)

Ob Sportback, Limousine oder allstreet, ob klassischer Benziner oder Diesel, ob Plug-in-Hybrid oder die sportlichen Derivate S3 und RS 3: Die Modellpalette der A3-Baureihe bietet mittlerweile eine Auswahl, die wahrlich unterschiedlichste Käuferansprüche befriedigt. Zum Start der Modellreihe ging’s allerdings überschaubarer zu. Und auch, dass der 1996 vorgestellte A3 nach Audi-Lesart der Begründer eines neuen Segments, das der Premium-Kompaktklasse war, ist, mit Blick auf beispielsweise den Lanica Delta, der nicht nur per se bereits viele Jahre zuvor erschienen war, sondern auch in dieser Fahrzeugklasse einen Allradantriebe ebenso deutlich vor dem A3 anbot, nicht wegzudiskutieren.

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Dennoch war und ist der erste A3, intern 8L genannt, ein großer Erfolg in diesem Segment und damit für das Unternehmen mit den vier Ringen. Kombinierte der Kompakte doch Wertigkeit mit mit ausgeprägter Fahrdynamik und modernen Technologien. Sein Debüt gab der Audi A3 als Dreitürer mit Schrägheck. Die ansteigende Schulterlinie, die breiten C-Säulen und das flache Glashaus gaben dem Wagen einen durchaus coupé-haften Look. Im Innenraum punktete er A3 mit sehr guter Verarbeitung, klarer Ergonomie und hoher Qualitätsanmutung.

Drei Modellvarianten plus ein Topmodell

Eine umfangreiche Ausstattung und das große Zubehörprogramm erlaubten den Kunden, laut Audi, mehr als je zuvor in der Kompaktklasse ihr individuelles Wunschfahrzeug zu gestalten. Neben der Ausstattungslinie „Attraction“, die als klassische Basis- bzw. Komfort-Ausstattungslinie fungierte, gab es den neuen in einer sportlichen Version namens „Ambition“ und in einer edlen Komfortvariante, genannt „Ambiente“. Motorenseitig standen im Laufe des Modellzyklus vier Benziner und vier Dieselaggregate zur Wahl. Im September 1998 brachte Audi den Allradantrieb quattro als Option. Speziell für kompakte Fahrzeuge mit quer eingebautem Motor entwickelt, hatten die Ingenieure eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung am Differenzialeingang des Hinterachsantriebs vorgesehen.

Zum Jahresbeginn 1999 ergänzte eine fünftürige Variante die Modellreihe, ebenso erschiend das Topmodell der Reihe, der sportliche S3. Der starke Dreitürer deutete sein Potenzial mit einer bulligen Optik und einem edlen Interieur samt elektrisch einstellbaren Recaro-Sportsitzen und Klavierlack-Blenden an. Der 1,8 Liter-Turbo Reihenvierzylinder mobilisierte mit zwei Ladeluftkühlern 154 kW (210 PS), die über ein manuelles Sechsgang-Getriebe an alle vier Räder gingen. 17 Zoll-Räder, damals echt “riesig”, sorgten für den Kontakt zur Straße. Bei Bedarf verzögerten vier innenbelüftete Scheibenbremsen die rund 1,4 Tonnen schwere Fure. Im Herbst 2001 verpasste der Hersteller 2001 dem Motor zudem ein Update auf 165 kW (225 PS). Bereits ein Jahr zuvor erhielten sämtliche A3 ein optisches wie technisches Facelift. Dabei wurden unter anderem Scheinwerfer, Innenausstattung und Heckleuchten modifiziert, wodurch der Wagen optisch näher an den im November 2000 erschienenen A4 B6 gerückt wurde. Insgesamt baute Audi A3 von der ersten Generation seines Erfolgsmodells ca. 913.000 Stück. Den Großteil davon im Werk Ingolstadt, einige Zehntausend aber auch im Werk São José dos Pinhais in Brasilien bzw. in Győr, Ungarn.

Die weiteren Generartionen

Auf die interne Modellbezeichnung 8P hört die zweite Generation des A3, die 2003 erschien. Mit ihr wuchs der Kompaktwagen in Länge, Radstand und Breite, was den Passagiere eine größeren Innenraum und ein verbessertes Raumgefühl bescherte. Neben Vierzylinder war der A3 auch mit Sechszylindermotoren („VR6“) erhältlich. Die leistungsstärksten Versionen konnten mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe geordert werden, darüber hinaus gab es ein Sechsstufen-Automatikgetriebe (tiptronic). Eine weiterentwickelte McPherson-Federbeinachse und die neuevVierlenker-Einzelradaufhängung hinten sorgten im Zusammenspiel mit einer elektromechanischen Lenkung für mehr Fahrdynamik und -Komfort. Im September 2004 erschien der A3 Sportback – mit 65 Millimeter längerem Radstand im Vergleich zum bisherigen Fünftürer und ausgeprägtem Kombi-Heck. Außerdem ergänzte Audi die A3-Familie um eine erste offene Variante: Das A3 Cabriolet ging 2008 mit klassischem Stoffverdeck an den Start.

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Unter der internen Typbezeichnung 8V war die von 2012 bis 2020 dritte Generation des A3 erhältlich. Sie basierte wie bereits die Vorgängervarianten auf einer VW-Plattform, in diesem Fall des Modularen Querbaukastens (MQB). Diese bot die Möglichkeit zum Leichtbau durch den Einsatz von Aluminium sowie mehr digitale Lösungen. Die Motoren folgten dem allgemeinen Trend des Downsizings. Ein Jahr nach dem Start der dritten Generation war der Audi A3 erstmals als Limousine erhältlich und adressierte damit neue Kunden vor allem außerhalb Europas. 2014 folgte mit dem A3 Sportback e-tron das erste Plug-in-Hybrid-Modell der Marke in der Kompaktklasse. Seit 2020 ist die vierte Generation (Typ 8Y) auf dem Markt, die auf der weiterentwickelten MQB-Evo-Plattform basiert. Damit ist er gegenüber dem Vorgänger um ca. 3 cm länger und breiter geworden, während Höhe und Radstand weitgehend identisch blieben. Der 8Y setzt konsequent auf ein festes, größeres Touch-Display (MMI) und ein volldigitales Cockpit, behält aber im Gegensatz zum rein touch-basierten VW Golf 8 noch einige physische Direktwahltasten.

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