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Prozess um VW-Musterfeststellungsklage steht bevor: So ist die Ausgangslage

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Vor knapp vier Jahren flog der VW-Dieselskandal auf. Viele Kunden fühlen sich betrogen – und fordern Schadenersatz. Ein Mammut-Prozess kommt jetzt vor Gericht. Eine Übersicht, was nun auf Verbraucher und Hersteller zukommt.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Hunderttausende Dieselfahrer warten auf diesen Tag: Am 30. September wird die große Verbraucherklage gegen Volkswagen erstmals vor Gericht verhandelt. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will VW das Fürchten lehren, fast 440.000 Autobesitzer haben sich in der Hoffnung auf Schadenersatz angeschlossen. Doch selbst die Anwälte, die die Verbraucherschützer vor Gericht vertreten, raten einigen, wieder auszusteigen. Alternative Wege könnten schneller zu Geld führen.

Was für die Verbraucherklage spricht – und was dagegen

  • Was ist das für eine Klage?
    Die Musterfeststellungsklage ist eine Art „Einer-für-alle“-Klage; bei ihrer Einführung vor nicht einmal einem Jahr hatte man den Fall VW schon im Hinterkopf. Verbraucherschutzverbände klagen dabei für Gruppen von Betroffenen – mit weniger Aufwand und Risiko für den Einzelnen.

  • Was kann dabei rauskommen?
    Letztlich hoffen die Dieselfahrer auf Schadenersatz – doch den wird es nicht direkt geben. Bei dem Verfahren geht es zunächst nur darum, ob Volkswagen unrechtmäßig gehandelt hat. Den Kunden wird kein individueller Anspruch auf Geld oder eine Rückabwicklung des Kaufvertrags zugesprochen. Stattdessen müssen sie mit dem Musterurteil in der Tasche selbst noch einmal vor Gericht ziehen.

  • Ist auch ein Vergleich möglich?
    Ja, er würde zwischen VW und der Verbraucherzentrale geschlossen, aber für alle angemeldeten Verbraucher gelten. VW hält diese Möglichkeit wegen der hohen Zahl der Mitkläger und ihrer unterschiedlichen Fallkonstellationen jedoch für „kaum vorstellbar“.

  • Wie groß sind die Chancen auf Erfolg?
    Die Anwälte sind sehr zuversichtlich, Volkswagen dagegen sieht wenig Aussichten. Die Autos seien trotz „Umschaltlogik“ – also der im Dieselskandal aufgeflogenen Abschalteinrichtung der Abgasreinigung – technisch sicher und würden im Verkehr genutzt, argumentiert das Unternehmen. „Aus unserer Sicht haben die Kunden keinen Schaden erlitten“, sagt VW.

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