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PS Speicher: Elektromobilität – ein alter Hut

| Autor: Steffen Dominsky

„Unter Strom“ heißt die Sonderausstellung, mit der der PS Speicher in Einbeck an 130 Jahre Elektromobilität erinnert. 33 Exponate stehen stellvertretend für die elektrische Evolutionsgeschichte des Automobils.

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Das berühmte Auto von Oma Duck gab es wirklich, also die Vorlage: Es war ein Detroit Electric.
Das berühmte Auto von Oma Duck gab es wirklich, also die Vorlage: Es war ein Detroit Electric.
(Bild: Disney)

Das Thema ist brandaktuell und doch eines der ältesten in der Automobilgeschichte: Schon lange vor dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten einige Visionäre funktionstüchtige Fahrzeuge mit Elektromotor. Deshalb zeigt der PS Speicher in Einbeck seit dem 15. April die Entwicklung dieser Antriebsarten anhand von 33 außergewöhnlichen Exponaten. Die Erlebnisausstellung im Süden Niedersachsens dürfte erstmalig überhaupt die gesamte Evolutionsgeschichte stromgetriebener Fahrzeuge präsentieren. Und das mithilfe interessanter Zwei-, Drei- und Vierräder.

So gilt das Jahr 1888 als Geburtsstunde des Elektrofahrzeugs in Deutschland. Seinerzeit baute die Maschinenfabrik A. Flocken im fränkischen Coburg mit dem „Flocken Elektrowagen“ das erste elektrobetriebene Vierradfahrzeug, nachdem bereits 1882 in London ein erstes Elektrodreirad über die Queen Victoria Street gesaust war. Bis dahin war in Deutschland ein Elektroauto mit akzeptabler Reichweite nicht zu realisieren, da die entsprechende Batterietechnologie fehlte.

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Ab Mai 1888 bot die Accumulatoren Fabrik Tudorschen Systems Büsche & Müller oHG in Hagen Blei-Akkus mit entsprechender Energiedichte an. Der nur 450 Kilogramm – davon etwa 100 Kilogramm Akkugewicht – leichte Flocken Phaeton war eine „Chaise“, ein viersitziger Kutschenwagen mit hohen Rädern. Die Kraftübertragung des Elektromotors auf die Hinterachse erfolgte per Lederriemen.

Ende der Zwanzigerjahre wurde es dann still um das Elektroauto für den Personentransport. Erst in den Siebzigerjahren nahmen diverse Hersteller das Thema wieder auf. Neben „normalen“ Pkws wurden auch Konzepte für Kleinstwagen sowie Motorräder, Roller, Mofas und Fahrräder zur Marktreife gebracht.

Neben solchen Ausstellungsstücken erwarten die Besucher der Sonderausstellung auch Exemplare aktueller Elektromobilität, z.B. der „Streetscooter Work “ oder der Formula-Student-Rennwagen „Blue Flash“ aus dem Jahr 2017. Das Rahmenprogramm zu „Unter Strom“ bietet über den Sommer verteilt zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen in der PS-Halle. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Museums.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group