PSA-Strategie: Diesel-Hybrid

Autor / Redakteur: Susanne Kilimann / Jens Rehberg

Vier Dieselhybride wollen Peugeot und Citroën in den kommenden Jahren vom Stapel lassen. Den Anfang macht der Peugeot 3008 Hybrid4. Dank Diesel-Doppelherztechnik wird er zum Musterknaben mit 3,8 Litern Durchschnittsverbrauch.

Wenn das Wetter Kapriolen schlägt, kann man es sich in einem großen SUV schön gemütlich machen. Peugeots 3008 Hybrid4 schnurrt anstandslos durchs winterliche Berlin. Die Passagiere genießen die komfortable Sitzposition und der Fahrer die gute Performance, die der Allradler im Schneematsch an den Tag legt.

Im Zeitalter allgegenwärtiger Klimawandel-Warnungen gelten die bequemen Reisevehikel allerdings nicht gerade als ökologisch korrekte Form der Mobilität. Der PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroën will gegensteuern und auch den Großen in der Angebotspalette mit Diesel-Hybridantrieben ein grünes Image geben. Schließlich setzt gerade in Frankreich die CO2-basierte Kfz-Steuer Spritschluckern mächtig zu.

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In den nächsten Jahren sollen bei Peugeot und Citroën insgesamt vier Modelle mit Diesel-Hybrid an den Start gehen, kündigt PSA-Entwicklungsvorstand Guillaume Faury an. Der Peugeot 3008 Hybrid4 wird 2011 den Anfang machen. Angetrieben wird das 4,37 Meter lange Crossover-Modell von einem 2,0 Liter großen Diesel mit 125 kW/170 PS, der wiederum von einem 30 kW/41 PS starken Elektromotor Unterstützung bekommt.

Drei Kilometer reine E-Reichweite

Beim Beschleunigen oder im Allradmodus arbeiten beide Aggregate zusammen. Bei gleichbleibend niedrigen Geschwindigkeiten bis etwa 50 km/h stellt der Elektromotor auch im Alleingang ausreichend Kraft zur Verfügung. Im reinen Elektrobetrieb liegt die Reichweite bei drei Kilometern. Der Durchschnittsverbrauch des Wagens wird durch die Doppelherz-Technologie auf 3,8 Liter pro 100 Kilometer gedrückt. Damit steht der Hybrid-Löwe mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer nicht nur in seiner Fahrzeugklasse als Musterknabe da: Selbst unter Klein- und Kleinstwagen findet sich kaum einer, der so wenig CO2 emittiert.

Im geplanten Citroën DS5 werde die gleiche Dieselhybrid-Kombination zum Einsatz kommen, kündigt Chefentwickler Guillaume Faury an. In naher Zukunft solle es dann je ein weiteres Modell von Peugeot und Citroën mit Diesel-Hybrid-Antrieb geben.

Die Einführung von Voll-Hybriden mit Benzin- und Elektromotor, wie sie die asiatische Konkurrenz im Portfolio hat, macht nach Ansicht der PSA-Entwickler wenig Sinn - jedenfalls nicht in Europa. „Im Vergleich mit modernen HDi-Dieseln bietet die Technik keine zusätzlichen Einsparmöglichkeiten“, so Christian Chehab, Antriebsentwickler bei PSA, „denn auf dem Verbrauchsniveau, das Benzinaggregate durch die Zuarbeit von Elektromotoren erreichen können, liegt die modernste Generation der Dieselantriebe heute schon.“ Mit Benzinhybrid wäre das Auto teurer als mit einem schlichten Dieselaggregat unterm Blech, brächte aber keinen Kostenvorteil an der Tankstelle und somit auch nicht in punkto CO2-Bilanz. „Darum starten wir lieber gleich mit den Dieseln, steigern ihre Effizienz durch die Kombination mit einem Elektromotor und schaffen so einen wirklichen Durchbruch bei Verbrauch und CO2-Emissionen“, meint Chehab.

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