Renault ruft fünf Modelle zurück

Kangoo kann Rad verlieren

| Autor: Niko Ganzer

Bei zwei der fünf Renault-Rückrufe geht es um den Clio.
Bei zwei der fünf Renault-Rückrufe geht es um den Clio. (Bild: Renault)

Gleich fünf Rückrufe hat Renault in den vergangenen Wochen gestartet. Sie betreffen in Deutschland jeweils dreistellige Stückzahlen. Zweimal geht es um den Clio. Die erste etwa 20 Minuten dauernde Aktion mit dem internen Code „0D7K“ ist nur für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe relevant, konkret für 241 in Deutschland und 553 weltweit. Sie liefen zwischen 10. Juni und 28. August 2019 im Werk in Novo Mesto vom Band. „Der Bremspedalschalter für die Funktion des Fahrstufenwahlhebels hat möglicherweise keine Verbindung mit dem Bremspedal und kann seine Funktion somit nicht erfüllen“, erläuterte Martin Zimmermann, Vorstand Kommunikation der Renault Deutschland AG, auf Anfrage das Problem.

Dadurch werde ein Wechsel von der Schaltstellung „P“ (Parken) auf „R“ (Rückwärts) ohne gleichzeitige Betätigung des Bremspedals möglich. Ein Aus- und Wiedereinbau sowie eine Neufixierung des Schalters und eine Funktionskontrolle des Fahrstufenwahlhebels soll dies künftig ausschließen.

Das zweite Problem teilt sich der Clio mit dem Captur und den Zoe. Weltweit 5.700 Fahrzeugen, davon 685 in Deutschland, droht ein Ausfall der Lenkkraftunterstützung. Zimmermann grenzte den Rückruf „0D9V“ auf Modelle mit elektrischer Servolenkung von Thyssenkrupp ein und begründete die Maßnahme mit einer "möglichen internen Störung der Ansteuerung" der Einheit aus elektrischer Servolenkung samt Lenksäulenmotor. Deren Austausch dauert den Angaben zufolge etwas über zwei Stunden und ist für Modelle aus dem Produktionszeitraum April bis Oktober 2019 vorgesehen.

Kangoo kann Rad verlieren

Der größte aller hier aufgeführten Rückrufe steht für den Kangoo (Modellcode X61) mit Scheibenbremsen und Fertigung zwischen 4. September und 11.Oktober 2019 im Werk Maubeuge an. Etwas über 10.100 Hochdachkombis müssen weltweit in die Obhut eines Vertragsbetriebs, davon 856 in Deutschland. Zimmermann nannte im Zusammenhang mit der Aktion „0D8L“ drei Fehlerbilder:

  • Möglicherweise ein unzureichendes Anzugsdrehmoment an Bauteilen der Hinterachse
  • Mögliches Aufleuchten der ABS-Warnlampe
  • Geräuschentwicklung an der Hinterachse

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) warnt zusätzlich noch vor einem sich unter Umständen vom Fahrzeug lösenden Rad. Für die Kontrolle des Anzugsdrehmoments sowie „in seltenen Fällen“ den Austausch von Befestigungsschrauben an Bremssattel und –scheibe oder Radnaben sind laut Zimmermann zwischen 50 und 70 Minuten eingeplant.

Zwei Transporter-Rückrufe

Für 20 bis 90 Minuten zum Renault-Partner müssen in Deutschland 630 und weltweit 4.224 Exemplare des Trafic. Die Mitarbeiter kontrollieren die hinteren Bremssättel und tauschen sie bei Bedarf aus, weil die Betätigung der Feststellbremse ohne Wirkung bleiben könnte. Zur Aktion „0D4U“ erscheinen müssen Kleintransporter, die zwischen 28.3. und 6. Dezemeber 2019 das Werk Sandouville verließen.

„Last but not least“ holen die Franzosen noch 148 Einheiten vom Typ Master in die Werkstätten, davon 103 in Deutschland. Fehlermeldung hier: „Unzureichender Anzug oder fehlende Befestigungsschraube des Beifahrer-Airbags.“ Bei einem Unfall könnte sich das Luftkissen dadurch nicht wie vorgesehen entfalten. Die Kontrolle des Anzugsdrehmoments sowie das Nachziehen der Befestigungsschrauben im Rahmen der Aktion „0D7X“ dauert Zimmermann zufolge etwa 20 Minuten. Die betroffenen Transporter kommen aus dem Werk Batilly, das sie zwischen 17. September 2018 und 17. Oktober 2019 verließen.

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