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Rückrufe: Mercedes G- und X-Klasse mit konstruktiven Problemen

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Grimm

Falsch verlegte Entlüftungsschläuche oder Schwefeldämpfe an der falschen Stelle – die Ursachen für verschiedene Mercedes-Rückrufe sind klein, die Effekte aber können erheblich sein. Ärgerlich ist ein X-Klasse-Rückruf, der viele Käufer schon zum zweiten Mal erwischt.

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Mercedes muss rund 75.000 Modelle für den robusten Einsatz, also G- und die X-Klasse-Fahrzeuge, in die Werkstätten holen.
Mercedes muss rund 75.000 Modelle für den robusten Einsatz, also G- und die X-Klasse-Fahrzeuge, in die Werkstätten holen.
(Bild: Daimler)

Die für härtere Einsatzbedingungen bestimmten Mercedes-Baureihen G- und X-Klasse sind für insgesamt drei Rückrufaktionen vorgemerkt. Die Maßnahme mit dem internen Code „3395003“ steht laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weltweit für über 34.200 Exemplare des Geländewagenklassikers der Modelljahre 2019 und 2020 an, davon 5.334 in Deutschland. Bei den Fahrzeugen besteht die Gefahr einer unerwünschten Deaktivierung von ABS und ESP. Der Differenzialsperren-Aktuator muss daher überprüft und bei Bedarf getauscht werden.

Ursache hierfür ist laut einem Konzernsprecher eine gestörte Kommunikation zwischen dem Aktuator und dessen Steuergerät. „Unter Einfluss von Schwefeldämpfen aus dem Achsöl könnte die elektrische Kontaktierung eines spezifischen Widerstands beeinträchtigt werden“, erklärte er. In einem solchen Fall würden über diesen Widerstand errechnete Ströme vom Steuergerät als zu hoch erkannt und die Verbindung zum Aktuator unterbrochen. Dann könnte das Fahrzeug nicht mehr sicher erkennen, ob eine Differenzialsperre aktiviert ist oder nicht. Dies ist insofern problematisch, als die Funktionsstrategie für gesperrte Differenziale die Abschaltung von ESP und ABS vorsieht.

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Der zweite Rückruf für die G-Klasse betrifft nach Informationen von »kfz-betrieb« weltweit etwas über 3.000 Dieselfahrzeuge der Modelljahre 2015 bis 2019. Eine Stückzahlangabe für den deutschen Markt liegt noch nicht vor. Durch einen falsch verlegten Tankbelüftungsschlauch könne Unterdruck im Behälter entstehen, sagte der Sprecher. Im Falle einer dadurch auftretenden starken Verformung des Tanks könnte durch Rissbildung Kraftstoff auf die Straße gelangen. Als vorsorgliche Maßnahme wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den Fahrzeugen die Verlegung der Tankbelüftungsleitung überprüft und bei Bedarf korrigiert. Hierfür ist eine halbe Stunde eingeplant.

Vertrauter X-Klasse-Rückruf

Der Rückruf für die X-Klasse klingt vertraut. Wie schon vor einem Jahr geht es um Pick-ups mit dem speziellen „Canopy“-Hardtop, bei denen eine Überschreitung der maximalen Dachlast möglich ist. Im Fahrzeugbetrieb sei dadurch die korrekte Funktion des ESP-Systems beeinträchtigt, sagte eine Sprecherin. „Bei einem Unfall könnte sich die auf dem Dach befestigte Ladung bewegen, das Canopy brechen und die Dachladung abfallen“, erklärte sie weiter.

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Kunden, die zuvor schon wegen der alten Rückrufaktion mit dem Code „VS4DACHLA“ in der Vertragswerkstatt gewesen seien, müssten nun nochmals wegen dieser neuen Rückrufaktion mit dem Code „VS4CANOPY“ erscheinen, betonte die Sprecherin. Für einige Halter handelt es sich aber um einen Erstbesuch, denn diesmal geht es um Fahrzeuge, die zwischen August 2017 und Februar 2020 vom Band liefen. Genau 7.602 Einheiten, also ca. 1.800 mehr als im Mai 2019, benötigen dem KBA zufolge hierzulande eine neue Bedienungsanleitung mit korrekten Angaben zur maximalen Dachlast im Fahrzeugbetrieb. Weltweit sind es knapp 40.200.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist