KBA-Neuzulassungen Schwacher Pkw-Absatz erfasst auch Elektroautos

Von Andreas Wehner

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr gingen im Juni die Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge leicht zurück - und die von Plug-in-Hybriden noch stärker. Im Vergleich zum Gesamtmarkt stehen die Stromer jedoch gut da und steigerten ihren Marktanteil.

E-Autos und Plug-in-Hybride legten im Juni trotz sinkender Verkäufe beim Marktanteil zu.
E-Autos und Plug-in-Hybride legten im Juni trotz sinkender Verkäufe beim Marktanteil zu.
(Bild: Audi )

Bislang machte sich die Chip- und Lieferkrise beim Absatz von Elektroautos weniger stark bemerkbar. Doch das scheint sich geändert zu haben. Zum zweiten Mal in diesem Jahr gingen im Juni die Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge zurück – im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent auf 32.200 Einheiten. Das teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mit.

„Die Chipkrise ist längst im Elektrosegment angekommen und bremst dort die Produktion“, kommentierte Peter Fuß vom Beratungsunternehmen EY diese Zahlen. Noch stärker – nämlich um 16,3 Prozent – ging die Zahl der neu registrierten Plug-in-Hybride zurück. „Immer deutlich zeigt sich, dass die Blütezeit dieser Antriebsart offenbar relativ kurz war. Ohne Steuerbonus und Umweltprämie dürften Plug-in-Hybride deutlich weniger attraktiv sein – gerade für Dienstwagenfahrer“, sagt Fuß. In Summe schrumpfte damit der Absatz elektrifizierter Neuwagen um knapp 10 Prozent, der gemeinsame Marktanteil stieg im Juni aber auf über 26 Prozent.

Neuwagenmarkt insgesamt um über 18 Prozent im Minus

Denn der gesamte Neuwagenmarkt befindet sich noch deutlich stärker im Sinkflug. Im Juni lagen die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland mit knapp 225.000 Einheiten um 18,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das entspricht dem zweitniedrigsten Juni-Absatz seit der Wiedervereinigung. Nur im Juni 2020, als harte Corona-Maßnahmen zu einem massiven Einbruch auf dem Neuwagenmarkt führten, war die Zahl der Pkw-Neuzulassungen noch niedriger.

Im ersten Halbjahr verbuchte das Kraftfahrt-Bundesamt mit 1,24 Millionen Neuzulassungen ein Minus von 11,0 Prozent im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum. Die Sechs-Monats-Bilanz im Vorkrisenjahr 2019 erbrachte noch einen Wert von rund 1,85 Millionen neu registrierten Pkw.

„Wir sind an einem historischen Tiefstand angekommen“, sagte der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn. „Der Markt fährt auch weiterhin nicht im normalen Modus. Denn der Absatz wird nicht von der Nachfrage bestimmt, sondern von der eingeschränkten Auto-Produktion“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK.

„Allerdings bietet ein Auftragsbestand auf Rekordniveau auch Anlass für etwas vorsichtigen Optimismus. Sobald sich die Verfügbarkeit der Neufahrzeuge verbessert, könnten die Neuzulassungen wieder deutlich zulegen“, so Zirpel.

Rahmenbedingungen werden nicht besser

Wie lange das allerdings dauert, ist aktuell schwer zu sagen. „Die Herausforderungen werden nicht kleiner“, sagt Peter Fuß. Die Lockdowns in China führten zu neuen Lieferproblemen bei Vorprodukten und Rohstoffen, der Chipmangel bestehe weiter. Zusätzlich dämpfe die Inflation die Kaufbereitschaft der Kunden, Unternehmen seien aufgrund der drohenden Rezession weniger zu Investitionen bereit. „Und nun nehmen auch noch die Sorgen um die Gasversorgung im Winter zu. Für die erhoffte Erholung auf dem Neuwagenmarkt sind das denkbar ungünstige Rahmenbedingungen“, so Fuß.

Er rechnet für das zweite Halbjahr mit einem Minus von rund zehn Prozent – und damit einem ähnlichen Rückgang wie im ersten. Mit Glück werde man „am Ende des Jahres bei rund 2,5 Millionen Neuzulassungen landen“, ist ZDK-Vize Peckruhn etwas optimistischer – denn das entspräche einem Minus gegenüber dem schwachen Vorjahr von rund fünf Prozent.

Sie wollen mehr wissen? Unter www.kfz-betrieb.de/neuzulassungszahlen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.

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