Weltweit sind 740.000 Elektroautos im Einsatz

Redakteur: Andreas Grimm, Andreas Grimm

Elektroautos werden selten verkauft. Weltweit hat der Bestand jedoch eine relevante Größe erreicht. Eine Studie zeigt nun, dass der Absatz vor allem durch staatliche Programme in Fahrt kommt.

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(Foto: BMW)

Rund eine Dreiviertelmillion Elektroautos sind laut einer Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) derzeit weltweit unterwegs. Zu den Staaten mit den höchsten absoluten Zuwächsen zählen vor allem die USA, deren Bestand an Strom betriebenen Pkw um zirka 117.000 auf rund 290.000 Einheiten gewachsen ist. Damit sind die Vereinigten Staaten nach wie vor international führend gemessen am Bestand. Auch in China stieg die Zahl der E-Fahrzeuge um fast 54.000 auf knapp 100.000, damit belegt das Reich der Mitte im Vergleich der Bestandszahlen Rang drei – knapp hinter Japan. Dort wurde die Marke von 100.000 E-Autos inzwischen überschritten.

Gemeinsam ist den führenden Ländern, dass im Wesentlichen Marktanreizprogramme für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität verantwortlich sind. China geht inzwischen sogar dazu über, nur noch einheimische E-Fahrzeuge zu fördern und unterstreicht damit die industriepolitische Bedeutung der Elektromobilität.

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Norwegen ist in Europa nach wie vor Spitzenreiter und Vorzeigenation in Sachen E-Mobilität. Insgesamt stieg dort der E-Auto-Bestand auf etwa 43.400 Fahrzeuge. In Deutschland führen laut ZSW hingegen fehlende Marktanreize dazu, dass Deutschland gemessen am Bestand (circa 29.600 Einheiten) auf dem siebten Platz und nach Neuzulassungen (circa 11.700 E-Autos) nur Achter ist.

Marktführer Nissan

Die meisten Elektroautos haben bisher Nissan, General Motors, Toyota, Mitsubishi und Tesla auf die Straße gebracht. Laut ZSW-Berechnungen hat allein Nissan seit dem Jahr 2010 insgesamt über 150.000 Leaf zugelassen. Der Chevrolet Volt von GM verkaufte sich fast 75.000 Mal, während Toyota den Prius Plug-in in den vergangenen fünf Jahren etwa 60.000 Mal verkaufte. Tesla setzte inzwischen rund 50.000 Fahrzeuge des Tesla Model S ab.

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Mit insgesamt weltweit fast 15.000 verkauften BMW i3 kann unterdessen erstmals ein deutscher Automobilhersteller attraktive Absatzzahlen auf dem E-Mobilitätsmarkt verbuchen. Dies ist umso bemerkenswerter, da der i3 im Gegensatz zu den anderen genannten Modellen erst seit gut einem Jahr im Handel ist.

Die globale Wachstumsrate für den E-Auto-Absatz ist mit 76 Prozent nach wie vor sehr hoch. Der ZSW-Untersuchung zufolge hatte sich die Zahl der angemeldeten Elektrofahrzeuge zwischen 2012 und 2014 jährlich jeweils mehr als verdoppelt. „Wenn sich die Dynamik der vergangenen Jahre fortsetzt, wird bereits in wenigen Monaten die Marke von weltweit einer Million E-Autos übertroffen sein“, sagt Prof. Werner Tillmetz, ZSW-Vorstandsmitglied und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien.

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Mit 320.000 Neuzulassungen wurde inzwischen ein Produktionsniveau erreicht, das auch die Aufmerksamkeit der Zulieferindustrie weckt. Aus den Verkaufszahlen lasse sich ein Marktvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro für die 2014 hergestellten Lithium-Ionen-Zellen ableiten, erklärt der Experte. Bei den aktuellen Wachstumsraten werde sich dieser Markt bis 2020 auf etwa 15 Milliarden Euro steigern. Und dann beginne die Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen erst so richtig.

Über die Studie und das ZSW

Erfasst in ihren Berechnungen, die auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts sowie internationaler Behörden und Verbände basieren, haben die ZSW-Forscher Autos mit batterieelektrischem Antrieb, Range Extender und Plug-In Hybride. Nicht mitgezählt wurden Krafträder, Lkw und Busse sowie Full- und Mild-Hybridfahrzeuge.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 230 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 120 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.

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