Lediglich 1.200 Kilogramm brachte der BMW M3 ohne Ballast auf die Waage und war somit ein sportliches Leichtgewicht. Sein Leistungsgewicht erreichte mit nur 6,15 Kilogramm pro PS einen für damalige Verhältnisse sehr guten Wert, der vor allem dem Einsatz von Kunststoffteilen zu verdanken war. Zwar wurde die Karosserie inklusive der breiten Radkästen traditionell aus Blech geformt, Front- und Heckstoßfänger sowie Seitenschweller, Kofferraumdeckel und Spoiler bestanden hingegen aus Kunststoff. 235 km/h Spitze für 58.000 Mark. Die aerodynamische Feinarbeit zahlte sich in einem hervorragenden cW-Wert von 0,33 aus. Der Auftrieb an der Vorderachse verringerte sich gegenüber den anderen zweitürigen BMW 3er Modellen um rund die Hälfte, an der Hinterachse dank des großen Heckflügels sogar um etwa zwei Drittel.
Die Fahrer spürten dies an einer deutlich verbesserten Fahrstabilität und präziserem Lenkverhalten bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Immerhin erreichte der serienmäßige BMW M3 eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h mit Kat-Motor und 235 km/h ohne Kat. Dabei ging er vergleichsweise sparsam mit dem Superbenzin um: Im damaligen Drittelmix von Tempo 80, 120 und Stadtzyklus konsumierte der BMW M3 deutlich unter neun Liter auf 100 Kilometer. Allerdings hatte das Kraftpaket seinen Preis: 58 000 Mark kostete ein BMW M3 im Jahr 1986. Zum Vergleich: Der nächstteuerste BMW 3er war das BMW 325i Cabrio für 43 300 Mark. Dennoch war es kein Problem, die geforderte Stückzahl von 5.000 Fahrzeugen an die Kunden zu bringen. Bereits im Sommer 1986 – lange bevor die Auslieferung begann – wurden Kaufverträge für den BMW M3 in den einschlägigen Anzeigenseiten gegen Aufpreis angeboten. Tatsächlich wurde es 1987, bis alle 5.000 Exemplare des ersten BMW M3 gemeinsam auf dem BMW Parkplatz in München-Freimann zum Familienfoto antraten und danach in alle Welt gingen.
Eine ganze Reihe von ihnen verschwand allerdings gleich wieder zum Umziehen in den Garagen und Werkstätten. Der BMW M3 war als Rennauto konzipiert, und jetzt sollte er den Beweis antreten, dass er das auch konnte. 1987 wurde erstmals die Tourenwagen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Und genau dafür war der BMW M3 gebaut. Allerdings nicht ganz so, wie er auf die Straße kam: Statt 200 PS leistete der 2,3 Liter Motor in den Wettbewerbsautos bis zu 300 PS bei 8.200 min-1 und lag damit auf einer Ebene mit den BMW M635CSi. BMW ging nicht mit einem eigenen Team an den Start, sondern unterstützte namhafte Rennställe wie Schnitzer und Bigazzi. Als Fahrer griffen unter anderem Markus Oestreich, Christian Danner, Roberto Ravaglia und Winfried Vogt ins Steuer. Dazu kam mit Anette Meeuvissen und Mercedes Stermitz ein Damenteam. Roberto Ravaglia auf BMW M3: Erster Tourenwagen-Weltmeister.
Das erste Rennen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft 1987 startete am 22. März in Monza – und endete mit einem Eklat: Alle BMW M3 wurden von der Wertung ausgeschlossen. Unter chaotischen Bedingungen waren die Fahrzeuge geprüft und aufgrund angeblich regelwidriger Blechstärken disqualifiziert worden. BMW legte Berufung ein, doch das Sportgericht entschied, dass diese zu spät eingetroffen sei. Von einer Regelwidrigkeit war keine Rede mehr. Auf das Endergebnis hatte das freilich keinen Einfluss: Am Ende der Saison stand Roberto Ravaglia als erster Tourenwagen-Weltmeister fest. Und das war nur die Spitze der Erfolgsliste. Winfried Vogt holte sich den Titel des Europameisters, Zweiter wurde Altfrid Heger – beide auf BMW M3. Eric van de Poele gewann die prestigeträchtige DTM im BMW M3 des Zakspeed-Teams.
Selbst bei Rallyes erfolgreich
Auch abseits der Rundstrecke fuhr der sportlichste BMW 3er voraus. Bernard Béguin gewann in einem BMW M3 die Rallye Korsika. Nach 14 Jahren Pause feierte BMW damit wieder einen Sieg bei einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. „Sportlichste Limousine des Jahres“. Das fachkundige Publikum honorierte die Erfolgsserie des Newcomers, die Leser der Zeitschrift „sport auto“ wählten den BMW M3 zur „sportlichsten Limousine des Jahres“. Schließlich wurde der prominente BMW 3er auch in seiner zivilen Version immer interessanter: Ab 1987 wartete er mit elektrisch verstellbaren Dämpfern auf. Über einen Drehschalter neben dem Handbremshebel konnte der Fahrer zwischen Sport, Normal und Komfort wählen. Kontrolllampen in der Instrumententafel zeigten die jeweils gewählte Einstellung an.
Stand: 08.12.2025
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Die Standfestigkeit des Vierzylinders im harten Arbeitseinsatz auf den Rennstrecken bescherte den Privatkunden 1988 zwei spezielle Angebote: Unter der Zusatzbezeichnung „Evolution“ brachte BMW eine kleine Sonderserie noch leistungsstärkerer BMW M3 auf den Markt. Erkennbar an noch opulenterem Spoilerwerk wurde dieser BMW M3 von einer 220 PS starken Maschine befeuert. Dazu kam eine zweite Offerte, die für einen ganz besonderen Kundenkreis gedacht war: Ein offener BMW M3 auf Basis des BMW 3er Cabriolet. Das 215 PS starke Cabrio war 239 km/h schnell und damit mit Abstand der schnellste offene Viersitzer, den es in Kleinserie zu kaufen gab. 1989: Erneuter Triumph in der DTM. Auf der Rennstrecke startete der BMW M3 derweil so richtig durch. Der Zweitürer sicherte sich unter anderem nationale Titel in Frankreich, England, Italien und Australien. Der Belgier Marc Duez kämpfte sich mit einem BMW M3 durch die Rallye Monte Carlo 1989 und belegte als bester Fahrer mit einem Auto ohne Allradantrieb Platz acht. Im selben Jahr gewann Roberto Ravaglia mit seinem BMW M3 die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft.
Riesenerfolg bei der DTM
Über Jahre führte der BMW M3 die internationale Tourenwagen- Rennszene souverän an. Eine Vielzahl international errungener Siege und Meisterschaften machen ihn bis heute zum wohl erfolgreichsten Tourenwagen. Dazu zählten neben dem WM-Titel 1987 auch Erfolge in der Tourenwagen-Europameisterschaft und beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Hier erreichte der BMW M3 zwischen 1989 und 1992 vier Gesamtsiege in Folge. Für Einsätze bei nationalen Meisterschaften war der Vierventil-Motor des BMW M3 je nach Reglement angepasst worden: Mit zwei Litern Hubraum beispielsweise für England oder ab 1990 mit 2,5 Litern für Deutschland und Frankreich. Damit leistete der Vierzylinder bis zu 360 PS.
Je nach Variante und Einsatzprofil variierten dabei auch Motor- und Gemischsteuerung. So regulierten nicht nur Einzeldrosselklappen die Saugseite, sondern auch Schieberanlagen. Mit der hubraumstärksten Variante gingen die Ingenieure der BMW M GmbH an die Grenze des Machbaren. Um die 2,5-Liter-Linie voll auszuschöpfen, erhöhten sie nicht nur den Hub des ursprünglich 2,3 Liter großen Aggregats von 84 auf 87 Millimeter, sondern vergrößerten auch die vier Zylinderbohrungen von jeweils 93,4 auf 95,5 Millimeter. Damit schrumpfte die Stegbreite zwischen den Zylindern auf nur noch 4,5 Millimeter. Doch der Erfolg gab den Entwicklern Recht: Die Motoren hielten auch bei maximaler Leistungsausbeute den Strapazen von Tourenwagenrennen klaglos stand.
Sonderausgabe: Sport Evo.
Eine zivile Version dieses hubraumstärksten Ur BMW M3 kam mit dem Nachnamen „Sport Evolution“ auf die Straßen, charakteristisch war sein zweistöckiger Heckflügel. Die Stückzahl dieses 238-PS-Sportwagens war auf 600 Autos limitiert. Auch von dem in Italien eingesetzten Zwei- Liter-Triebwerk gab es eine Variante für den Alltagsbetrieb. Sie hieß BMW 320is, hatte 192 PS und wurde in Italien und Portugal verkauft, um die dort gültigen Hubraumgrenzen für hoch besteuerte Luxusautos zu unterschreiten. Bis Ende 1991 verließen 17.970 BMW M3 der ersten Generation das Werk, darunter 786 Cabriolets. Mit diesem überwältigenden Erfolg hatte niemand gerechnet, weder auf der Straße noch auf der Rennstrecke. Es lag auf der Hand, ihn fortzusetzen – mit der neuen BMW 3er Reihe, die bereits 1990 auf den Markt gekommen war.
Classic Business Day | 18. November 2026
Autos von gestern, Geschäft für morgen: Die Fachtagung für Young- & Oldtimer
Das Expertenmeeting zum Handel mit historischen Fahrzeugen bietet Profis wie auch Einsteigern umfassende Experteneinblicke. Im Fokus stehen diesmal drei große Themen, zu denen es Vorträge sowie eine Diskussionsrunde geben wird: Additive Fertigung (3D-Druck), Smart Repair sowie Reifen & Räder. Veranstaltungsort ist 2026 das Autohaus Hagenlocher in Böblingen.
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